Weihegebete

Zu den gebräuchlichen Gebetsformen zählt auch seit sehr alter Zeit das Weihegebet, das bereits in vorchristlicher Zeit Verwendung fand.

Was sind Weihegebete?

Beim Weihegebet handelt es sich um eine spezielle Gebetsform, bei der sich einerseits der Beter durch ein entsprechendes ganz beuwsst Gebet immer wieder in den Dienst Gottes stellt. Andererseits bezeichnet das Weihegebet spezielle liturgische Gebete, bei denen ein mit Vollmacht zur Ausübung eines Amtes ausgestatteter Spender (i.d.R. ein Diakon, Priester oder Bischof) einer Person oder Sache die Weihe (Ordination) oder den Segen (Benedictio) erteilt. Auf diese Weise wird u.a. eine Person für den Dienst in der Kirche beauftragt und zu einer gottgeweihten Person. Die Weihe ist wesentlicher Bestandteil einiger Sakramente (Diakon-, Priester-, & Bischofsweihe) sowie Sakramentalien (z.B. Weihwasserweihe, Segnung von Devotionalien usw.). Es wird zwischen Ordinatio (Weihesakrament), Consecratio (Konsekration) und Benedictio (Segnung) unterschieden.


Was ist die Weihe?

Bei der Weihe handelt es sich um eine religiöse Zeremonie, die sich sowohl auf Menschen als auch auf Dinge beziehen kann. Der Begriff „Weihe“ leitet sich vom germanischen Wort „weiha-“ ab und lässt sich mit „heilig“, „geweiht“ bzw. „numinos“ übersetzen. Mit der Weihe wird der oder das Geweihte dem dem profanen Gebrauch entzogen und in den alleinigen Dienst Gottes gestellt.



Morgenweihe an Maria

O meine Gebieterin, o meine Mutter!
Dir bringe ich mich ganz dar;
und um dir meine Hingabe zu bezeigen,
weihe ich dir heute
meine Augen, meine Ohren,
meinen Mund, mein Herz,
mich selber ganz und gar.
Weil ich also dir gehöre,
o Mutter, bewahre mich, beschütze mich
als dein Gut und Eigentum.
Amen.

Maria, Mutter der Kirche,
ihr Engel und Heiligen alle,
bittet für uns.
Amen.


Marien-Weihegebet

In Gegenwart des ganzen himmlischen Hofes
erwähle ich Dich heute, o Maria, zu meiner Mutter und Königin.
Ich schenke und weihe Deiner Liebe, als Dein Gut und Eigentum
meinen Leib und meine Seele, meinen inneren und äußeren Besitz,
ja selbst den Wert all meiner guten Werke, der vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen.
Ganz und voll, ohne jede Ausnahme, sollst Du das Recht haben,
über mich und all das Meinige nach Deinem Gutdünken zu verfügen,
in Zeit und Ewigkeit, zur größeren Ehre Gottes.
Amen.

Hl. Ludwig Maria Grignion von Montfort (1673-1716)


Weihe der Welt an das Unbeflecktes Herz Mariens

Königin des heiligen Rosenkranzes, Hilfe der Christen, Zuflucht des menschlichen Geschlechtes, Siegerin in allen Schlachten Gottes!

Flehend werfen wir uns vor deinem Throne nieder. Wir kommen voll Vertrauen, daß wir Barmherzigkeit, Gnade und rechte Hilfe in unseren Bedrängnissen erlangen. Wir vertrauen nicht auf unsere Verdienste, sondern einzig auf die unendliche Güte deines mütterlichen Herzens. Dir und deinem unbefleckten Herzen vertrauen wir uns an und weihen wir uns in dieser entscheidenden Stunde der menschlichen Geschichte. Dabei vereinigen wir uns mit der heiligen Kirche, dem geheimnisvollen Leib deines göttlichen Sohnes, der allenthalben leidet und blutet und so vielfach heimgesucht ist. Wir vereinigen uns mit der ganzen Welt. Sie ist ein Opfer der eigenen Sünde, von furchtbarer Zwietracht zerrissen, brennend in Feuerflammen des Hasses.

Dich, o Mutter, rühren so viele Ruinen der Welt und der Seelen, so viele Schmerzen, so viele Ängste von Vätern und Müttern, von Ehegatten, Brüdern und unschuldigen Kindern; dich rühren so viele in der Blüte der Jahre dahingeraffte Menschenleben, so viele gemarterte und sterbende Menschen, so viele Seelen, die in Gefahr sind, ewig verlorenzugehen. Du, o Mutter der Barmherzigkeit, erbitte uns von Gott den Frieden! Erbitte uns vor allem jene Gnaden, die in einem Augenblick die Seelen umwandeln können; erbitte uns jene Gnaden, die den Frieden vorbereiten, herbeiführen und sichern! Königin des Friedens, bitte für uns und gib der Welt den Frieden, nach dem die Völker seufzen, den Frieden in der Wahrheit, in der Gerechtigkeit, in der Liebe Christi! Gib der Welt den Frieden der Waffen und den Frieden der Seelen, damit in der Ruhe der Ordnung das Reich Gottes sich ausbreite.

Gewähre deinen Schutz den Ungläubigen und denen, die noch im Todesschatten liegen; schenke ihnen den Frieden! Lass für sie die Sonne der Wahrheit aufsteigen! Lass sie mit uns vor dem einen Erlöser der Welt die Worte wiederholen: „Ehre sei Gott in der Höhe, und Friede den Menschen auf Erden, die eines guten Willens sind.“

Wir bitten für die durch Irrtum und Zwietracht getrennten Völker, vornehmlich für diejenigen, die dir eine besondere Andacht bezeugen. Gib ihnen den Frieden! Führe sie zurück zum einen Schafstall Christi unter dem einen und wahren Hirten!

Erflehe Frieden und volle Freiheit der heiligen Kirche Gottes! Halte die wachsende Flut des Neuheidentums auf!

Vermehre in den Gläubigen die Liebe zur Reinheit, die tätige Übung des christlichen Lebens und den apostolischen Eifer! Lass die Gemeinschaft derer, die Gott dienen, zunehmen an Verdienst und Zahl! Dem Herzen deines göttlichen Sohnes Jesus Christus wurde die Kirche und das ganze menschliche Geschlecht geweiht. Auf ihn sollten alle ihre ganze Hoffnung setzen! Er sollte für sie Zeichen und Unterpfand des Sieges und der Rettung sein! So weihen wir uns auf ewig auch Dir, deinem unbefleckten Herzen, o Mutter und Königin der Welt! Deine Liebe und dein Schutz sollen den Sieg des Reiches Gottes beschleunigen! Alle Völker, im Frieden mit sich und mit Gott, sollen dich selig preisen! Mit dir sollen sie von einem Ende der Welt bis zum anderen das ewige Magnifikat der Glorie, der Liebe und Dankbarkeit zum Herzen Jesu anstimmen: In ihm allein können sie die Wahrheit, das Leben und den Frieden finden.
Amen.

Papst Pius XII. am 31.10.1942


Die Weihe an die heiligen Engel

Ihr heiligen Engel Gottes, vor dem Angesicht des Dreieinigen Gottes und in der Liebe meines Herrn und Erlösers Jesus Christus will ich armer Sünder, heute mit Euch, Seinen Dienern, ein Bündnis schliessen, um mich in Gemeinschaft mit Euch zur Ehre Gottes und für das Kommen Seines Reiches in Demut und Starkmut einzusetzen.
Deshalb bitte ich inständig um Euren Beistand, besonders
– in der ehrfürchtigen Anbetung Gottes und des Heiligsten Altarsakramentes,
– in der Betrachtung des Wortes und der Heilstaten Gottes,
– in der Nachfolge Christi und in der Liebe zu Seinem Kreuz im Geist der Sühne,
– in der treuen Erfüllung meiner Sendung in der Kirche,
dienend nach dem Vorbild meiner himmlischen Mutter Maria, Eurer Königin. Und Du, mein guter Schutzengel, der Du stets das Angesicht unseres Vaters im Himmel schaust, Dir hat Gott mich von Anbeginn meines Lebens anvertraut. Von Herzen danke ich Dir für Deine liebevolle Fürsorge. Dir übergebe ich mich und verspreche Dir meine Liebe und Treue. Ich bitte Dich, schütze mich gegen meine eigene Schwachheit und gegen die Angriffe der bösen Geister. Erleuchte meinen Geist und mein Herz, um den Willen Gottes immer zu erkennen und zu erfüllen und führe mich zur Vereinigung mit Gott, dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Amen.

Dieses Weihegebet wurde von der Glaubenskongregation am 31. Mai 2000 für den Gebrauch genehmigt.


An Jesus den König der Welt

O Jesus Christus, ich huldige dir als dem König der Welt. Alles, was geschaffen ist, wurde für dich geschaffen. Verfüge über mich. Ich bin dein Eigentum. Ich erneuere mein Taufgelübde und widersage dem Teufel, seiner Pracht und seinen Werken. Und ich verspreche zu leben als ein guter Christ.
Ganz besonders verpflichte ich mich, alle meine Kräfte aufzubieten, dass die Rechte Gottes und seiner Kirche siegen. Göttliches Herz Jesu, dir übergebe ich meine armseligen Handlungen, in der Absicht, dass alle Herzen dein heiliges Königtum anerkennen und so dein Reich des Friedens auf der ganzen Welt fest gegründet werde.

Vollkommener Ablass unter den gewohnten Bedingungen


Marianische Morgenweihe

O liebenswürdigste Herrin, o zarteste und barmherzigste Jungfrau Maria, ich lobe und preise Dich, dass Du mich während dieser Nacht bewacht und beschützt hast. Ich danke Dir dafür, dass Du in Vereinigung mit Jesus für mich Gott dem Vater Lob und Dank dargebracht hast, was ich ihm schuldig war!

Ich grüße Dich an diesem Tage, o unbefleckte Jungfrau mit erneuter Inbrunst, indem ich mich mit dem göttlichen Herzen Jesu, mit den Engeln, den Heiligen und allen frommen Seelen vereinige, welche Dir am meisten ergeben sind. Um Dir meine Liebe zu bezeugen, weihe ich mich jetzt Dir ganz mit allem, was ich habe, indem ich dir übergebe einen Leib, meine Seele und den Wert meiner guten Werke nach allen Deinen Absichten und zur Ehre der allerheiligsten Dreifaltigkeit.

Könnte ich doch tausend und abertausendmal an diesem Tage diese Hingabe meiner selbst erneuern! Ich bringe sie Dir dar, o gute Mutter, in Vereinigung mit allen Meinungen des göttlichen Herzens Jesu und mit allen heiligen Messen, welche in der ganzen Welt gelesen werden, indem ich mir vornehme, alle Ablässe zu gewinnen, welche mir möglich sind und deren Zuwendung ich Deinem Belieben überlasse.

Nimm auf, o gütigste Jungfrau, diese kleine Gabe meiner Dienstbarkeit zu Ehren und in Vereinigung mit jener Unterwürfigkeit, mit welcher Jesus, die ewige Weisheit, Dir gehorsam war, und zur Danksagung für die Vorzüge, womit die heiligste Dreifaltigkeit Dich geschmückt hat. Triumphiere, o himmlische Jungfrau Maria, triumphiere glorreich zur Rechten Deines Sohnes im Himmel und verfüge über alle Güter Gottes ohne Rückhalt! Die einzige Gnade, um welche ich Dich bitte, o gütigste Mutter, ist die, dass ich alle Augenblicke dieses Tages dreimal sagen könnte: Amen!
Amen“ zu dem, was Du auf Erden getan hast…
Amen“ zu dem, was Du jetzt tust im Himmel…
Amen“ zu dem, was Du jetzt tust in meiner Seele…

Schlussgebet
Ich bin ganz Dein, o gute Mutter, und alles, was ich habe, gehört Dir!Hl. Ludwig Maria Grignion von Montfort (1673-1716)


Weihegebet an den barmherzigen Jesus

Barmherziger Jesus,
Deine Güte ist unendlich und die Schätze Deiner Gnaden sind unerschöpflich.
Ich vertraue grenzenlos auf Deine Barmherzigkeit,
die alle Deine Werke übertrifft.
Ich weihe mich gänzlich Dir,
um in den Strahlen Deiner Gnade und Liebe zu leben,
die aus Deinem Herzen am Kreuz hervorgegangen sind.
Ich will Deine Barmherzigkeit verbreiten und besonders für die Bekehrung der Sünder beten,
Arme, Betrübte und Kranke trösten und sie unterstützen.
Du aber wirst mich beschützen wie Dein Eigentum und Deine Ehre,
denn ich fürchte alles von meiner Schwäche und erhoffe alles von Deiner Barmherzigkeit.
Die ganze Menschheit möge die unbegreifliche Tiefe Deiner Barmherzigkeit erkennen,
auf sie all ihre Hoffnung setzen und in Ewigkeit lobpreisen.
Amen.

Jesus, ich vertraue auf Dich!

Hl. Sr. Faustyna (1905-1938)


Weihegebet an das Heiligste Herz Jesus

Heiligstes Herz Jesu, du Inbegriff der Liebe, sei du uns Schutz im Leben und Unterpfand des ewigen Heils.
Sei du uns Stärke in Schwachheit und Unbeständigkeit. Sei du die Sühne für alle Sünden unseres Lebens.
Du Herz der Milde und Güte, sei unsere Zuflucht in der Stunde unseres Todes.
Sei unsere Rechtfertigung vor Gott. Wende ab von uns die Strafe seines gerechten Zorns.
Herz der Liebe, auf dich setzen wir unser ganzes Vertrauen.
Von unserer Bosheit fürchten wir alles; aber von deiner Liebe hoffen wir alles.
Tilge in uns, was dir mißfallen oder entgegen sein könnte. Deine Liebe präge sich so tief unseren Herzen ein,
daß wir dich niemals vergessen, daß wir niemals von dir getrennt werden können.
Herr und Heiland, bei deiner ganzen Liebe bitten wir dich: Laß unsere Namen tief eingeschrieben sein in deinem heiligsten Herzen.
Unser Glück und unsere Ehre soll es sein, in deinem Dienst zu leben und zu sterben.
Amen.

Hl. Margareta Maria Alacoque (1647-1690)


Weihegebet zum Heiligsten Herz Jesu

Mein liebenswürdigster Jesus, ich opfere mich heute von neuem und ohne Vorbehalt Deinem göttlichen Herzen auf. Ich weihe Dir meinen Leib mit allen seinen Sinnen, meine Seele mit allen ihren Fähigkeiten und mich ganz und gar mit allem, was ich bin und habe. Dir opfere ich alle meine Gedanken, meine Worte und Werke auf, alle meine Leiden und Mühen, alle meine Hoffnungen, Tröstungen und Freuden, ganz besonders aber weihe ich Dir dieses mein armes Herz, damit es nur Dich allein liebe und sich als Opfer in den Flammen Deiner Liebe verzehre. Nimm, o Jesus, mein liebeswürdigster Bräutigam, mein sehnliches Verlangen gnädig auf, Dein göttliches Herz zu trösten und Dir für immer anzugehören. Nimm in solcher Weise Besitz von mir, dass ich von nun an keine andere Freiheit mehr habe, als Dich zu lieben, und kein anderes Leben, als für Dich zu leiden und zu sterben. Auf Dich setze ich mein unbegrenztes Vertrauen und von Deiner unendlichen Barmherzigkeit erhoffe ich die Verzeihung meiner Sünden. In Deine Hände lege ich alle meine Sorgen und namentlich jene um mein ewiges Heil. Ich verspreche Dir, Dich zu lieben und zu ehren bis zum letzten Augenblick meines Lebens und die Verehrung Deines heiligsten Herzens, so viel ich nur immer kann, zu verbreiten. Verfüge über mich, o Jesus, nach Deinem Wohlgefallen; ich verlange keinen anderen Lohn als Deine grössere Ehre und Deine heilige Liebe. Verleihe mir die Gnade, dass ich in Deinem göttlichen Herzen meine Wohnung finde, darin will ich alle Tage meines Lebens zubringen. Schlage auch Du in meinem Herzen Deine Wohnung und Deine Ruhestätte auf, damit wir so innerlich vereinigt bleiben, bis ich Dich eines Tages loben, lieben und die ganze Ewigkeit dort oben im Himmel besitzen könne, wo ich für immer die unendlichen Erbarmungen Deines heiligsten Herzens besingen werde.

Sel. Maria Droste zu Vischering (1863-1899)

Papst Leo XIII. (1810-1903) hat für dieses Gebet einen Ablass von 300 Tagen bewilligt.


Familienweihe an das Heiligste Herz Jesu

Erbarmungsreicher Erlöser! Demütig zu Deinen Füßen kniend erneuern wir die Weihe unserer Familie an Dein göttliches Herz. Sei immer unser König, wir setzen auf Dich unser volles, unumschränktes Vertrauen. Dein Geist durchdringe unsere Gedanken, unsere Wünsche, Worte und Werke.

Segne unsere Unternehmungen, nimm teil an unseren Freuden, an unseren Prüfungen, an unseren Arbeiten. Gib, dass wir Dich immer besser erkennen, immer mehr lieben, Dir standhaft dienen.

Von einem Ende der Welt bis zum andern erschalle der eine Ruf: Geliebt, gelobt und verherrlicht sei immer und überall das Herz Jesu. Amen.

Heiliges Herz Jesu, ich vertraue auf Dich.
Heiliges Herz Jesu, ich glaube an Deine Liebe zu mir.
Heiliges Herz Jesu, Dein Reich komme zu uns.


Weihegebet zum heiligen Josef

Lieber heiliger Josef, dir will ich mich weihen. Nimm meine Hingabe gütig auf. Ich schenke mich dir ganz. Du sollst allezeit mein Vater, mein Beschützer, mein Führer sein auf dem Weg des Heils. Erflehe mir eine große Reinheit des Herzens und eine starke Hinneigung zum inneren Leben! Gib, daß so wie bei dir alle meine Handlungen die größere Ehre Gottes zum Ziele haben, daß ich vereint bleibe mit dem göttlichen Herzen Jesu, mit dem unbefleckten Herzen Mariä und mit dir, heiliger Josef! Amen.

Papst Leo XIII. (1810-1903)


Weihegebet zur vollkommenen Hingabe an Jesus durch Maria

O ewige, menschgewordene Weisheit! Süßester und anbetungswürdigster Jesus! Wahrer Gott
und wahrer Mensch, einziger Sohn des ewigen Vaters und der immerwährenden Jungfrau Maria!
In tiefster Ehrfurcht bete ich Dich an im Schoße und in der Herrlichkeit Deines Vaters von
Ewigkeit her, und im jungfräulichen Schoße Mariä, deiner würdigsten Mutter, im Hinblick auf
Deine Menschwerdung in der Zeit.
Ich sage Dir Dank, dass Du Dich selbst vernichtet hast, indem Du Knechtsgestalt annahmst, um mich aus der grausamen Knechtschaft des Satans zu befreien.
Ich preise und verherrliche Dich dafür, da Du Dich Maria, Deiner heiligen Mutter, in allen Dingen unterwerfen wolltest, um mich durch sie zu Deinem getreuen Sklaven zu machen.
Aber ach! Undankbar und untreu, wie ich bin, habe ich Dir die Versprechen nicht gehalten, die ich so feierlich bei meiner Taufe gemacht habe. Ich habe meine Verpflichtungen nicht erfüllt; ich verdiene nicht, Dein Kind noch Dein Sklave zu heißen, und da in mir nichts ist, wodurch ich nicht Deine Zurechtweisung und Deinen Zorn verdiente, so wage ich es nicht mehr, mich selbst Deiner heiligsten und erhabensten Majestät zu nahen.
Daher nehme ich meine Zuflucht zu Deiner heiligsten Mutter, welche Du selbst mir zur Mittlerin gegeben hast. Durch ihre Vermittlung hoffe ich, von Dir die Gnade der Reue und die Verzeihung meiner Sünden, die Erwerbung und die Bewahrung der Weisheit zu erlangen. Ich grüße Dich, o unbefleckte Jungfrau Maria, Du lebendiger Tabernakel der Gottheit, in dem die ewige verborgene Weisheit von den Engeln und Menschen angebetet werden will. Ich grüße Dich, Du Königin des Himmels und der Erde, deren Herrschaft alle Geschöpfe unterworfen sind.
Ich grüße Dich, Du sichere Zuflucht der Sünder, deren Barmherzigkeit niemandem versagt ist. Erhöre mein Verlangen nach göttlicher Weisheit und empfange die Gelöbnisse und Gaben, die ich in meiner Niedrigkeit dir darzubringen wage.
Ich, N.N., treuloser Sünder, erneuere und bekräftige heute in Deine Hände meine Taufgelübde. Ich widersage für immer dem Satan, seiner Hoffart und seinen Werken, und übergebe mich ganz Jesus Christus, der fleischgewordenen Weisheit, um mein Kreuz ihm nachzutragen alle Tage meines Lebens. Damit ich ihm aber treuer diene, als ich es bis jetzt getan, erwähle ich Dich, o Maria, heute in Gegenwart des ganzen himmlischen Hofes, zu meiner Mutter und Herrin. Ich übergebe und weihe Dir in der Eigenschaft eines Sklaven meinen Leib und meine Seele, meine inneren und äußeren Güter und selbst den Wert aller meiner vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen guten Handlungen, indem ich Dir alles Recht und volle Gewalt überlasse über mich und all mein Eigentum ohne Ausnahme nach Deinem Wohlgefallen, zur größeren Ehre Gottes in der Zeit und in der Ewigkeit.
Empfange, o gütige Jungfrau, diese kleine Opfergabe meiner Liebesknechtschaft zu Deiner Ehre und in Vereinigung mit der Unterwerfung, welche die ewige Weisheit Deiner Mutterschaft erwiesen hat, als Anerkennung der Macht, die Ihr beide über mich armseligen Erdenwurm und elenden Sünder besitzet, und zur Danksagung für die Vorzüge, mit denen die Heilige Dreifaltigkeit Dich geschmückt hat.
Ich beteure, dass ich als Dein wahrer Sklave von nun an nur Deine Ehre suchen und Dir in allem gehorchen will.
O wunderbare Mutter, stelle mich Deinem lieben Sohne als ewigen Sklaven vor, damit er mich durch Dich aufnehme, wie er mich durch Dich erlöst hat.
O Mutter der Barmherzigkeit, erweise mir die Gnade, die wahre Weisheit von Gott zu erlangen und mich in die Zahl derjenigen aufzunehmen, die Du liebst, lehrst und führst, die Du nährst und beschützest als Deine Kinder und als Deine Knechte.
O getreue Jungfrau, mache mich in allen Dingen zu einem so vollkommenen Schüler, Nachahmer und Sklaven der fleischgewordenen Weisheit Jesu Christi, Deines Sohnes, dass ich durch Deine Fürbitte und nach Deinem Beispiel zur Fülle seines Alters auf Erden und seiner Glorie im Himmel gelange. Amen.

Hl. Ludwig Maria Grignion von Montfort (1673-1716)


Weihegebet an die Jungfrau und Gottesmutter Maria

Jungfrau, unbefleckt empfangen, Gottes und der Menschen Mutter:

Wir glauben mit der ganzen Glut unseres Herzens, dass du mit Leib und Seele glorreich aufgenommen bist in den Himmel, wo dir die Chöre der Engel und die Scharen der Seligen als ihrer Königin huldigen.

Wir vereinen uns mit ihnen im Lobpreis des Herrn, der dich über alle Geschöpfe erhob, und huldigen dir mit ihnen in Verehrung und Liebe.

Wir wissen, dass dein Blick, der einst in zarter Mutterliebe auf der demütigen und hienieden leidenden Menschengestalt Jesu ruhte, nun im Himmel an der verklärten Menschheit der ungeschaffenen Weisheit sich freut und dass die Freude deiner Seele in der Schau des dreieinen Gottes dein Herz aufjubeln lässt in seligem Entzücken.

Und wir arme Sünder, deren Leib den Aufschwung der Seele hemmt, wir flehen dich an: Läutere unsere Sinne, dass wir es lernen, schon hienieden, inmitten der Lockungen der Geschöpfe, Gott zu lieben und nur ihn allein!

Wir vertrauen darauf, dass du voll Erbarmen niederschaust auf unsere Nöte und unsere Ängste, auf unsere Kämpfe und unsere Schwächen; dass du dich mit uns freust an unseren Freuden und an unseren Siegen und dass du die Stimme Jesu hörst, die dir von einem jeden von uns, wie einst von seinem geliebten Jünger, sagt: Sieh da dein Kind.

Und wir, die wir dich als unsere Mutter anrufen, wir machen dich wie einst Johannes zur Führerin, Kraft und Trösterin unseres irdischen Lebens.

Wir glauben, dass deine Augen, die weinten über eine von Jesu Blut benetzte Erde, sich auch heute noch auf unsere Welt richten, die voll ist von Kriegen, Verfolgungen und Unterdrückungen der Gerechten und der Schwachen.

Und wir erhoffen in dem Dunkel dieses Tales der Tränen von deinem himmlischen Lichte und deinem milden Erbarmen Hilfe in unseren Herzensnöten, in den Heimsuchungen der Kirche und unseres Vaterlandes.

Wir glauben endlich, dass du in der ewigen Herrlichkeit, umkleidet mit der Sonne und mit Sternen bekränzt, nach Christus die Freude und die Wonne aller Engel und Heiligen bist.

Und wir Erdenpilger blicken in festem Glauben an die künftige Auferstehung auf dich, unser Leben, unsere Wonne und unsere Hoffnung; zieh uns in Liebe zu dir und zeige uns dereinst nach diesem Elend Jesus, die gebenedeite Frucht deines Leibes, o gütige, o milde, o liebe Jungfrau Maria.

Papst Pius XII. (1876-1958)


Quellen:

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Letzte Aktualisierung am 15.12.2019 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API