Warum gibt es die Kirche?

Viele Menschen, teilweise auch Christen, stellen sich die Frage, wozu braucht es eigentlich die Kirche als Institution? Reicht es nicht, dass ich so Gott glaube und versuche dem Beispiel Jesu zu folgen, indem ich gute Taten verrichte?


Warum ist die Kirche notwendig?

Die Antwort hierauf lautet: Ja, die Kirche ist notwendig und zwar nicht nur als soziale Institution für caritative Zwecke (Träger von Krankenhäusern, Pflegeheimen etc.) oder als „politisches Zweckgebilde“, sondern weil wir nur durch sie zu echten Christen werden und Teilhabe an Jesus Christus haben. Ein Christsein ohne die Gemeinschaft der Kirche ist nicht möglich. Durch die Taufe werden wir zu Christen und automatisch Mitglieder der Kirche. Echte Christen werden wir erst durch die Gemeinschaft der Kirche, die Jesus selbst begründet hat, und durch die Teilhabe an ihren Sakramenten wie der sonntäglichen Eucharistiefeier. Die Kirche ist ihrer Beschaffenheit nach eine Gemeinschaft in der Nachfolge Jesu Christi, die sowohl Lebende als auch Tote gleichermaßen Christen umfasst. Daher auch ihr Name katholisch, also allumfassend.

Moden und Meinungen unter den Menschen wechseln, doch die Tradition bleibt immer dieselbe, ganz gleich, wie wenige ihr folgen mögen.

Das Fundament der Kirche bilden drei großen Säulen, wobei die ersten beiden als Quellen der göttlichen Offenbarung gelten und zusammen die ganze christliche Offenbarung bezeugen, wohingegen die dritte Säule den Zugang zur Offenbarung sichert:

  1. Heilige Schrift / Bibel (Schriftliche Tradition)
  2. Mündliche Tradition: Nach dem Tod Jesu und vor der Zusammenstellung der Bibel wurde das Wort Gottes durch die Heilige Tradition mündlich weitergegeben. Diese wird nochmals unterschieden zwischen göttlicher und rein apostolischer Tradition, weil sie entweder unmittelbar von Gott bzw. Christus oder von den Aposteln stammt. Unter die mündliche Tradition fallen u.a. Glaubens- und Sittenlehren, Sakramente, Dogmen, Liturgie, Brauchtum und die Kirchengebote.
  3. Lehramt der Kirche: Das Lehramt hat die Aufgabe den authentischen Zugang zur Tradition zu sichern, indem es das geschriebene oder überlieferte Wort Gottes verbindlich erklärt.

Die mündliche Tradition ist älter als die schriftliche Tradition (Heilige Schrift) und wird deshalb als dieser funktionell übergeordnet angesehen. Alle drei Säulen bedingen sich jedoch gegenseitig und sind untrennbar miteinander verknüpft. Auf diese Weise trägt jede dieser Säulen durch das Tätigsein des einen Heiligen Geistes wirksam zum Heil der Seelen bei.

Tradition ist nicht bloß, ‚was verstorbene Personen zu tun oder denken pflegten‘; sie ist die Wahrheit, die durch die Apostel und ihre Nachfolger ungebrochen auf uns überkommen ist und vom christlichen Volk weitergegeben und geschätzt wurde. Sie ist unsere Lebensader zur Vergangenheit, die uns mit den Aposteln und dem Herrn verbindet. Sie ist die Quelle, der Berührungspunkt unserer lebendigen Verbindung mit der Vergangenheit.“ (Peter A. Kwasniewski)

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Video-Link: https://youtu.be/OvKIsQHUDWo

Die bunte Vielfalt der katholischen Kirche


Welchen Auftrag hat die Kirche?

Die Kirche gibt das Wort Gottes, das den Aposteln von Jesus Christus selbst sowie vom Heiligen Geist anvertraut wurde, an die nachfolgenden Generationen weiter. Ihr Auftrag ist dabei konkret:

  • die Bewahrung und Weitergabe des Evangeliums,
  • das Bezeugen und Verkündigen von Jesus Christus als einzigen und wahren Erlöser (Mission),
  • die Ermahnung zu Umkehr und den Glauben an Gott,
  • das Lehramt,
  • die Ausspendung der Sakramente

Die Kirche bewahrt also die eine Wahrheit und Auftrag erstreckt sich auf die ganze Welt sowie auf die gesamte Zeit.


Was ist die Kirche?

Wer nicht die Kirche zur Mutter hat, der hat Gott nicht zum Vater!“ (Hl. Cyprian von Karthogo)

Die „Kirche“ leitet sich vom griechischen Begriff „kyriakos“ ab, der sich mit „zu einem Herrn gehörend“ übersetzen lässt und meint somit die Zugehörigkeit zu Jesus Christus als dem „Kyrios“ („Herrn“). Gott hat vor mehr als 2000 Jahren seinen einzigen Sohn gesandt, der für unsere Sünden am Kreuz sterben und anschließend von den Toten auferstehen musste, um uns den Zugang zum ewigen Leben zu erschließen. Nach seiner Auferstehung hat Jesus Christus höchstselbst die Kirche als Gemeinschaft mit der Geistsendung an Pfingsten gegründet. Sie umfasst sowohl die lokalen Gemeinden als auch die Universalkirche. Die Kirche wird als „Braut Christi“ durch den Heiligen Geist gelenkt, der besonders durch Papst, Bischöfe und Klerus wirkt. Sie ist auf dem Fundament der Apostel begründet (besonders jenem des hl. Petrus und seiner Nachfolger) und steht bis heute in der Sukzession zu diesen. Die Apostolische Sukzession meint die Weitergabe des Sendungsauftrags der Apostel in der ununterbrochenen Reihe der Bischöfe, die bis zu den Aposteln, also Petrus als erstem Papst, reicht. In den griechischsprachigen Büchern des Neuen Testaments wird die Kirche als „ekklesia“ bezeichnet und bedeutet wörtlich übersetzt „Herausgerufene“, womit jene Menschen gemeint sind, die in der Nachfolge Christi stehen und die Gott somit aus einem Leben der Sünde und des Todes herausgerufen hat (vgl. 1. Pet 2,9; Joh 3,16; 1. Kor 12,13).
Aufgrund ihres übernatürlichen Ursprungs verfügt die Kirche sowohl über eine irdische als auch über eine himmlische Dimension. Als irdische Institution hat sie aufgrund der Anfälligkeit des Menschen durch die Sünde auch Fehler und Schwächen. Sie verfügt aber zugleich auch über eine übernatürliche und unfehlbare Dimension, denn sie ist vom Heiligen Geist geleitet. Deshalb dürfen wir darauf vertrauen, dass sie trotz aller Widrigkeiten bis zur Wiederkunft Christi bestehen bleibt und auch in von Krisen gebeutelten Zeiten nicht untergeht. Außerdem ist die Kirche das Wurzelsakrament, also Zeichen und Werkzeug für die innigste Vereinigung mit Gott sowie für die Einheit der ganzen Menschheit (Lumen gentium 1).

Unter den verschiedenen Kirchen, die sich im Laufe der Zeit herausgebildet haben, nimmt die katholische Kirche eine hervorgehobene Stellung ein, da sie in der direkten Nachfolge zum Apostel Petrus steht, auf den Jesus selbst seine Kirche begründet hat:

Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Pforten der Unterwelt werden sie nicht überwältigen.“ (Mt 16,18-19).

Mit dieser Vollmacht zur Leitung ausgestattet, wird die Kirche von den direkten Nachfolgern des Apostels Petrus, also den Päpsten, seit über 2000 Jahren geführt und die authentische Lehre der Apostel (wurde diesen von Jesus selbst anvertraut) an die nachfolgenden Generationen weitergegeben.


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Gregorianische Gesänge

Quellen:

  • Artikel „Kirche“; In: Kathpedia. Die freie katholische Enzyklopädie, URL: http://www.kathpedia.com/index.php/Kirche (abgerufen am 22.05.2019)
  • Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift. Die Bibel. Studienausgabe. Psalmen und Neues Testament. Ökumenischer Text, Stuttgart 2016.
  • Kwasniewski, Peter A.: Neuanfang inmitten der Krise. Die heilige Liturgie, die traditionelle lateinische Messe und die Erneuerung der Kirche; Tremsbüttel 2017, S. 166.
  • Lexikon für Theologie und Kirche, Buchberger 1938

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