Trockenheit im Gebet

Zu den Herausforderungen im Gebetsleben gehören ohne Zweifel die Phasen von Trockenheit, denen jeder Christ in irgendeiner Weise einmal ausgesetzt sein wird.

Was ist Trockenheit im Gebet?

Alle, die ernsthaft versuchen ein Leben im Glauben zu führen und regelmäßig beten, kennen auch die Zeiten der Trockenheit bzw. Dürre im Gebet, die sich häufig in Freudlosigkeit, Lauheit und Schwere äußern.


Welche Ursachen kann Trockenheit im Gebet haben?

Die Ursachen für solche Trockenheit können unterschiedlich sein:

  1. Besonders in unserer durch Leistungsdruck geprägten Gesellschaft kann eine Ursache Alltagsstress begründet liegen (Stichwort: Burnout!), von dem wir uns zu stark beherrschen lassen.
  2. Ebenfalls kann natürlich Krankheit zu Trockenheit im Gebetsleben führen.
  3. Die Nachlässigkeit in unserem Glaubensleben kann ebenso eine Ursache für Dürre im Gebet sein.
  4. Zu den weiteren Ursachen gehört auch eine Anhänglichkeit an die Welt. Diese führt uns von Gott weg und lässt Lauheit in unser Gebetsleben einziehen.
  5. Die Gefahr für das Versanden des persönlichen Gebets besteht auch besonders dann, wenn wir uns nicht bewusst dafür Zeit nehmen, uns Raum im Alltag schaffen und nicht in einer gewissen Atmosphäre (z.B. in entsprechender Gebetshaltung, ein Kreuz und eine geweihte Kerze dazu aufstellen) des Gebets beten. Speziell beim betrachtenden Gebet kommt zudem eine mangelnde Vorbereitung auf das Thema der Betrachtung hinzu.
  6. Schließlich kann aber auch eine Prüfung durch Gott als Ursache in Frage kommen (z.B. durch eine gefühlte Gottverlassenheit, innere Anfechtungen aller Art usw.), um uns in der Standhaftigkeit im Glauben zu testen und zur Demut zu erziehen, die uns von Egoismus und Eigenliebe wegführt. Bekannte Heilige wie z.B. Johnannes vom Kreuz, Theresa von Avila oder Ignatius von Loyola berichten von Phasen solcher innerer Prüfungen.

Was hilft gegen Trockenheit im Gebet?

In Phasen der Trockenheit von Gebet gibt es verschiedene Mittel, um diese zu überstehen:

  • vorgefertigte Gebete: Eine gute Hilfe in Zeiten der Trockenheit ist das bewusste und langsame Verrichten von vorformulierten Gebeten (z.B. dem Vaterunser, Rosenkranz oder Psalmen) auszuhelfen.
  • geistliche Lektüre: Ebenfalls ein gutes Hilfsmittel kann das Lesen von geistlichen Werken sein, um sich neue Anregungen für das Gebetsleben zu holen. Bei solcher Lektüre kann es sich u.a. um die Bibel selbst handeln, um beliebte Anleitungen zu einem geistlichen Leben (z.B. die „Exerzitien“ des hl. Ignatius von Loyola, „Nachfolge Christi“ des Thomas von Kempen, die „Philothea“ des hl. Franz von Sales oder in Lorenzo Scupoli’s „Geistlichem Kampf“), um die Viten von Heiligen oder um andere spirituelle Erbauungsliteratur.
  • geistliche Musik: Neue Inspirationen für das Gebetsleben können uns auch Werke der geistlichen Musik bieten wie z.B. Gregorianische Choräle, orthodoxe Gesänge oder die wundervollen Kompositionen eines Giovanni Pierluigi da Palestrina oder eines Johann Sebastian Bach, um nur einige bedeutende Komponisten zu nennen.
  • Akte der Hingabe / Verweilen in der Gegenwart Gottes: Ein weiteres Mittel können bewusste Akte der Hingabe an Gott sein, also das Aufopfern der Trockenheit bzw. das demütige Anvertrauen dieser schweren Phasen. Dazu empfiehlt es sich Gebete zu sprechen wie das folgende:

    Herr Jesus Christus, Du siehst die Trockenheit meines Gebets. Du weißt, wie leer ich mich im Augenblick fühle und dass mir die Freude zum Beten fehlt. Ich bringe Dir dieses geringe Gebet und mich selbst in ganzer Demut dar. Fülle Du alles mit Leben! So vertraue mich Dir ganz und gar an und bitte Dich: Gib mir besonders in dieser Zeit die nötige Kraft und Ausdauer Dir treu zu bleiben! Hilf mir alle Gebete zu deiner höheren Ehre zu verrichten! Lass mich für immer Dein Werkzeug sein! Amen.

    Es empfiehlt sich am Ende einer jeden Gebetszeit mit einem solchen bewussten Akt der Hingabe an Gott zu enden. Darüber sollen wir unser ganzes Leben immer wieder neu in die Gegenwart Gottes stellen und ihm all unser Tun darbringen. Hierbei helfen solche kurzen Akte der Hingabe auch im Alltag, sei es z.B. auf Arbeit, beim Einkauf oder beim Aufräumen der Wohnung. Dabei reicht schon ein kurzer Moment der Besinnung aus, indem wir einen Akt der Hingabe an Gott vollziehen. Auf diese Weise richten wir unser Leben immer stärker auf Gott aus.

  • Einswerden mit der Verlassenheit Christi am Kreuz: Schließlich können wir in der Trockenheit des Gebets an die Verlassenheit Christi am Kreuz denken und uns mit dieser vereinigen.
Wichtig! Trotz aller Trockenheit und Frustration dürfen wir mit dem Beten nicht aufhören, sondern sollen versuchen regelmäßige Zeiten des Gebets einzuhalten. Das Aufhören mit dem Gebet stellt in solchen Zeiten die größte Gefahr dar, denn nur „wer ausharrt bis ans Ende, wird gerettet werden“ (Mt 24,13).

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Letzte Aktualisierung am 15.12.2019 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API