Confiteor (Schuldbekenntnis)

Ein wichtiges Gebet in der kirchlichen Liturgie stellt seit alters her das Schuldbekenntnis (Confiteor) dar.


Was ist Schuldbekenntnis (Confiteor)?

Schuldbekenntnis (Confiteor) - GebetUnter einem Schuldbekenntnis wird gemeinhin das Eingeständnis der persönlichen oder kollektiven Schuld vor Gott im Christentum verstanden und ist in der Regel mit der Bitte um Vergebung verbunden. Zum festen Bestandteil der katholischen Liturgie gehört seit alter Zeit das Confiteor (zu deutsch: „Ich bekenne“), das nach seinem lateinischen Anfangswort benannt wurde. Es folgt in der Regel zu Beginn jeder Heiligen Messe sowie in der abendlichen Komplet (Teil des Stundengebets). Im Schuldbekenntnis bekennt der Betende, dass er ein Sünder ist und bittet Gott um Vergebung. Gott hat durch seine Menschwerdung in Jesus Christus und dessen Tod am Kreuz die Schuld des Menschen übernommen. Der Gläubige kann darauf vertrauen, dass, wenn er reuevoll seine Sünden bekennt und um deren Vergebung bittet, ihm Gott vergibt. Jedoch bedarf es hierzu dann noch der abschließenden Versöhnung im Bußsakrament (Beichte).

Vor der Liturgiereform infolge des Zweiten Vatikanischen Konzils wurde ausschließlich die längere Fassung in Latein gebetet, deren Verwendung vorgeschrieben war. Das Gebet war Bestandteil des Stufengebetes, das der Priester im Wechsel mit dem Ministranten oder der Gemeinde vor dem Hinzutreten zum Altar am Beginn der heiligen Messe betete. Beteten Priester und Ministranten im Wechsel, antworteten die Ministranten statt „et vobis fratres“: „et tibi pater“ und statt „et vos fratres“: „et te pater“. Dabei war das Schuldbekenntnis, obwohl sich das Volk daran beteiligen konnte, eigentlich ein Vorbereitungsgebet des Klerus auf die heilige Messe. Die Kommunikanten beteten nach der Kommunion des Priesters ein weiteres Schuldbekenntnis zur Vorbereitung auf ihre eigene Kommunion. Dieses wurde in der Liturgie von 1962 abgeschafft; in den deutschen Gemeinden, die die Messe in der außerordentlichen Form des römischen Ritus feiern, wird es aber als lokale Tradition weitergeführt.


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Das Confiteor als Text

Beide Formen des Schuldbekenntnis in der katholischen Liturgie als Text zum Mitbeten.

Das Schuldbekenntnis im klassisch-römischen Ritus

Latein:

Confiteor Deo omnipotenti,
beatae Mariae, semper virgini,
beato Michaeli Archangelo,
beato Ioanni Baptistae,
sanctis Apostolis Petro et Paulo,
omnibus sanctis et tibi, pater,

quia peccavi nimis
cogitatione, verbo et opere:
mea culpa,
mea culpa,
mea maxima culpa.

Ideo precor beatam Mariam, semper Virginem,
beatum Michaelem Archangelum,
beatum Ioannem Baptistam,
sanctos Apostolos Petrum et Paulum,
omnes sanctos et te, pater,
orare pro me ad Dominum, Deum nostrum.

Deutsch:

Ich bekenne Gott dem Allmächtigen,
der seligen, allzeit reinen Jungfrau Maria,
dem heiligen Erzengel Michael,
dem heiligen Johannes dem Täufer,
den heiligen Aposteln Petrus und Paulus,
allen Heiligen und dir, Vater,
dass ich viel gesündigt habe
in Gedanken, Worten und Werken:

durch meine Schuld,
durch meine Schuld,
durch meine übergroße Schuld.

Darum bitte ich die selige, allzeit reine Jungfrau Maria,
den heiligen Erzengel Michael,
den heiligen Johannes den Täufer,
die heiligen Apostel Petrus und Paulus,
alle Heiligen und dich, Vater,
für mich zu beten bei Gott, unserem Herrn.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=sitJJxIJ0ZU

Das „Confiteor“ als rezitierter Gesang zum Anhören


Das Schuldbekenntnis im ordentlichen Ritus

Latein:

Confiteor Deo omnipotenti,
et vobis, fratres,

quia peccavi nimis
cogitatione, verbo, opere et omissione:

mea culpa,
mea culpa,
mea maxima culpa.

Ideo precor beatam Mariam, semper Virginem,
omnes angelos et sanctos,
et vos, fratres,
orare pro me ad Dominum, Deum nostrum.

Deutsch:

Ich bekenne Gott, dem Allmächtigen,
und allen Brüdern und Schwestern,
dass ich Gutes unterlassen und Böses getan habe:

ich habe gesündigt in Gedanken, Worten und Werken:

durch meine Schuld,
durch meine Schuld,
durch meine große Schuld.

Darum bitte ich die selige Jungfrau Maria,
alle Engel und Heiligen
und euch, Brüder und Schwestern,
für mich zu beten bei Gott, unserem Herrn.

Zu den Worten „mea culpa“ bzw. „meine Schuld“ ist es üblich, sich mit der an die Brust zu schlagen, was bereits beim Hl. Augustinus (354-430) überliefert ist. Das Klopfen an die Brust kann als Weckruf an sich selbst verstanden werden, um seine innere Welt für das Vernehmen des Rufes Gottes wach zu rütteln. Nach dem Schuldbekenntnis spricht der Zelebrant bzw. Priester eine Vergebungsbitte.


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Quellen:

  • Braun, Joseph: Liturgisches Handlexikon; München ²1924, S. 70f.
  • Ramm, Martin: Zum Altare Gottes will ich treten; Thalwil 2018, S. 71.
  • SCHOTT, Das vollständige Römische Messbuch, lateinisch und deutsch, 1962, Nachdruck von 1995.

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