Novene

Zu den traditionellen Gebetsformen in der katholischen Kirche gehört seit alter Zeit die Novene.


Was ist eine Novene?

Bei der Novene handelt es sich um eine Andacht, die an neun aufeinanderfolgenden Tagen verrichtet wird. Es gehört zum festen Brauchtum der katholischen Kirche und wird mit dem Ziel bestimmte Gnaden von Gott zu erflehen oder als Fürbitte für ein spezielles Anliegen. Der Inhalt des Gebets kann dabei an den einzelnen Tagen entweder gleich sein oder aber variieren. Die meisten Novenen bestehen jedoch aus einem gleichbleibenden sowie einem täglich wechselnden Teil. Der Begriff „Novene“ leitet sich vom lateinischen Wort „noveni“ ab, was sich mit „jeweils neun“ übersetzen lässt.

Traditionell werden Novenen zur Vorbereitung auf Hochfeste (z.B. Ostern, Pfingsten oder Weihnachten) oder wichtige Ereignisse (z.B. Diakon-, Priester-, -Bischofsweihe, Ordensprofess, Trauung) gebetet. Ebenfalls ist es üblich beim Tod von Klerikern oder Ordensangehörigen eine Trauernovene zu verrichten. Neben diesen klassischen Anlässen, gibt es eine Vielzahl weiterer Novenen zur Jungfrau Maria, dem hl. Josef und anderen Heiligen. Besonders beliebt ist auch die Novene zur göttlichen Barmherzigkeit (wird von Karfreitag bis zum Weißen Sonntag gebetet), die auf die hl. Schwester Maria Faustyna Kowalska zurückgeht.


Wie sind Novenen aufgebaut?

Inhaltlich setzt sich eine Novene in der Regel aus einer Litanei, einem Gesätz des Rosenkranzes, einem Vaterunser, Ave Maria oder sonst einem geeigneten Gebet sowie das Gebet um das jeweilige Anliegen zusammen.


Wie ist die Novene entstanden?

Der Ursprung der Novene liegt bereits im Neuen Testament. Dort wird in Apostelgeschichte 2,1–14 berichtet, wie Maria und die Apostel im Anschluss an die Himmelfahrt Jesu neun Tage gemeinsam im Gebet verharrten und auf die Herabkunft des Hl. Geistes warteten. Bereits in der frühen Kirche entstand daraus der Brauch in den Tagen zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten eine Pfingsnovene zu beten.


Pfingstnovene

Die bekannteste Novene ist sicherlich die Pfingstnovene, die auf das neuntägige Gebet von Maria und den Aposteln nach der Himmelfahrt Jesu im Abendmahlssaal. Davon berichtet die Apostelgeschichte in Kapitel 2,1-14. In der Barockzeit wurde es üblich alljährlich eine solche Pfingstnovene zu beten. Im Jahr 9. Mai 1897 ordnete Papst Leo XIII. in der Enzyklika „Divinum illud munus“ eine neuntägige Andacht für alle Pfarrkirchen und geeignete andere Kirchen und Kapellen an.
Mit der Neuordnung des Kirchenjahres durch das Zweite Vatikanische Konzil wurde die Pfingstnovene zu einem offiziellen Teil der Liturgie erhoben.


Pfingstnovene / Novene zum Heiligen Geist


Die Pfingstnovene als Text

Die Pfingstnovene kann wie folgt gebetet werden:

Erster Tag

Komm, o Geist der Weisheit!
„Wenn jemand von euch der Weisheit bedarf, so erbitte er sie von Gott, der sie allen in Fülle gibt.“ (Jak 1,5)

Die kostbarste Gnadengabe des Heiligen Geistes ist die Weisheit. Sie ist nach dem heiligen Bonaventura die übernatürlich bleibende, vom Heiligen Geist eingegossene Fähigkeit, Gott zu erkennen und Ihn mit innerer Freude zu lieben. Erkenntnis der Wahrheit in Gott und Liebe Gottes bis zur höchsten Stufe, die der Mensch erreichen kann, das ist die Weisheit. Die Gabe der Weisheit ist die höchste der Gnadengaben des Heiligen Geistes. Sie umfasst alle anderen Gaben. Sie lenkt unseren Sinn auf das Notwendige: Gott suchen, Gott finden ist der Anfang und Gipfelpunkt aller Weisheit. Wer wirklich weise ist, sieht und liebt nur mehr Gott, beurteilt alles im Lichte Gottes und erhält dadurch einen unverrückbaren Standpunkt, der innere Ruhe und Sicherheit in allen Lebenslagen gibt.

Wir können darum nicht innig genug um diese Gabe des Heiligen Geistes flehen; denn „sie ist besser als alle Kostbarkeiten, und alles, was man ersehnt, kann ihr nicht gleichgestellt werden“ – sagt das Buch der Sprüche. Und der hl. Jakobus schildert uns die erstrebenswerte Wirkung dieser köstlichen Gottesgabe:

„Die Weisheit, die von oben kommt, ist rein, friedsam, bescheiden, nachgiebig, dem Guten hold, voll Barmherzigkeit und guter Früchte. Sie richtet und heuchelt nicht“. (Jak 3,17)

Gebet
Wir bitten Dich, Herr, huldvoll gieße unseren Herzen ein den Heiligen Geist, Ihn, dessen Weisheit uns schuf und dessen Voraussicht uns leitet. Durch Christus unsern Herrn. Amen.

Leitgedanke
Ich will alles, was mir heute begegnet, im Lichte der ewigen Weisheit sehen.

Stoßgebet
O Gott, lass mich Dich erkennen, lass mich mich erkennen. (Hl. Augustinus)

Maria, Sitz der Weisheit, bitte für uns!

Vaterunser…, Gegrüßt seist du, Maria…, Ehre sei dem Vater…


Zweiter Tag

Komm, o Geist des Verstandes
„Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was Ich gesagt habe.“ (Joh 14,26)

Wie weh tat es oft dem Heiland, dass Seine Zuhörer, ja nicht einmal Seine eigenen Jünger Seine Worte und Absichten recht verstanden. Manches wollte er ihnen auch noch nicht offenbaren, sondern erst durch den Heiligen Geist mitteilen. Der Geist des Verstandes lässt uns die göttlichen Wahrheiten besser verstehen, sie tiefer erfassen. Seinem Licht verdanken wir es, wenn uns die verborgenen Tiefen der übernatürlichen und selbst der natürlichen Erkenntniswelt in hellem Licht aufstrahlen. Um dieses Gnadenlicht müssen wir aber innig bitten, denn nur den Demütigen, den gelehrigen, aufgeschlossenen Seelen offenbart sich Gott.

Wie wichtig dieses Wachsen an Erkenntnis, dieses tiefere Eindringen in die unerschöpflichen Reichtümer unseres Glaubens ist, sagt der bekannte Pater Momme Nissen: „Das Seelenleben der meisten Menschen, auch vieler gläubiger Christen, bleibt vor allem darum so matt und träge und unfruchtbar, weil sie sich nicht genug bemühen um Erkenntnis und Durchdringung der Glaubenswahrheiten, weil sie darin keine Fortschritte machen. Wir kommen nicht voran in der Liebe zu Gott ohne ein Fortschreiten in der Erkenntnis Gottes.

Wodurch gelangen wir aber zu einer größeren Gotteserkenntnis? Zu dem Gebet um die Gabe des Verstandes muss das eigene Bemühen kommen. Wir müssen Gottes Wort hören, die Heilige Schrift besser kennenlernen, eine Gesamtdarstellung der Glaubenslehre lesen, um ihre inneren Zusammenhänge zu sehen; müssen die Geschichte der Kirche lesen, in der uns das Walten des Heiligen Geistes offenbar wird. Sollte es wirklich nicht möglich sein, täglich wenigstens fünf Minuten der religiösen Weiterbildung zu widmen?

Gebet
Verleihe, wir bitten, allmächtiger Gott, dass der Glanz Deiner Klarheit über uns erstrahle, und dass das Licht Deines Lichtes die Herzen der durch Deine Gnade Wiedergeborenen durch die Erleuchtung des Heiligen Geistes befestige. Durch Christus, unsern Herrn, der mit Dir lebt und herrscht in der Einheit des Heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Leitgedanke
Ich will heute darüber nachdenken, welche Lücken in meinem religiösen Wissen ich ausfüllen muss, und wie ich das tun kann.

Stoßgebet
Komm, Heiliger Geist, erleuchte die Herzen Deiner Gläubigen und entzünde in ihnen das Feuer Deiner göttlichen Liebe.

0 Maria, erflehe mir die Gabe des Verstandes, die mich in alle Wahrheit einführt.

Vaterunser…, Gegrüßt seist du, Maria…, Ehre sei dem Vater…


Angebot Cartrend 60152 St. Christophorus Plakette, feinversilbert mit Filigran-Diamantschliff


Dritter Tag

Komm. o Geist des Rates!
„Seliges Licht erfüllt das Innere derer, die Dir gläubig vertrauen.“ (Pfingstsequenz)

Wir denken kaum so oft daran, den Gnadenbeistand des Heiligen Geistes anzurufen, als in den Stunden der Ratlosigkeit. Vom Geist des Lichtes erwarten wir die Aufhellung einer dunklen Frage. Gut ist es, wenn wir bei Ihm Rat holen, denn dadurch stellen wir schon von selbst die Frage in das Licht der Ewigkeit und wollen bei unserer Entscheidung uns von dem Gedanken leiten lassen: „Was kann unter diesen Umständen der Wille Gottes sein? Wie werde ich am Ende meines Lebens, wenn alle menschlichen Rücksichten, alle erdhaften Interessen schwinden, darüber denken?“

Auch in den kleinen Alltagsfragen müssen wir zum Quell des Lichtes gehen, damit wir dort die richtige Antwort bekommen. Große Entscheidungen haben wir selten zu treffen, aber aus den kleinen Angelegenheiten setzt sich unser Leben zusammen. Und überdies im Reich der Gnade wie der Natur erleben wir es so oft: Kleine Ursache, große Wirkung.

Dieses Bitten um das Licht des Heiligen Geistes, dieses Horchen auf Seinen Rat, Seine Anregungen und Einsprechungen setzt voraus, dass wir in lebendiger Beziehung zu Ihm stehen, dass wir innerlich feinhörig sind, nicht betäubt von den äußeren Eindrücken. Zu den tröstlichen Abschiedsworten unseres Herrn gehört das Wort vom immerwährenden Wohnen des Heiligen Geistes in uns. Warum besprechen und beraten wir so vieles mit Menschen, die uns oft nicht helfen können, anstatt mit dem göttlichen Beistand in uns, der uns mit Seinem Licht den rechten Weg zeigt?

Gebet
Wir bitten dich, Herr, unser Gott, gib uns in Deiner Güte allzeit den Geist, das Rechte zu denken und zu vollbringen; ohne Dich können wir nicht bestehen. Gib uns die Kraft, zu leben, wie es Deinem Willen entspricht. Durch Christus, unsern Herrn, der mit Dir lebt und herrscht in der Einheit des Heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Leitgedanke
Ich will heute in allen Fragen den Heiligen Geist um Sein Licht bitten.

Stoßgebet
0 Quelle des Lichtes, sende aus Dein Licht und Deine Wahrheit.

Mutter vom guten Rat, bitte für uns!

Vaterunser…, Gegrüßt seist du, Maria…, Ehre sei dem Vater…


Vierter Tag

Komm, o Geist der Stärke!
„Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der über euch kommen wird.“ (Apg 1,8)

Diese Verheißung des Heilands erfüllt uns mit Vertrauen und Zuversicht. Denn die Gabe des Rates, um die wir gestern gebetet haben, nützt allein noch nicht viel. Zu ihr muss die Gabe der Stärke kommen. Denn oft genug wüssten wir schon, was der Wille Gottes von uns fordert, aber wir haben nicht die Kraft, ihn zu erfüllen. Täglich spüren wir es, dass wir schwach, matt, unfähig zum Guten sind und wie sehr wir die stärkende, umwandelnde Kraft des Heiligen Geistes brauchen im Kampf gegen das Böse, im Ringen um das Gute. Die Gabe der Stärke will uns besonders dazu befähigen, Opfer zu bringen, dem Rufe Gottes zu folgen, wenn Er Schweres von uns verlangt.

Am Reden und Handeln der Apostel vor und nach der Geistessendung sehen wir ganz deutlich, welche Sinnesänderung der Heilige Geist bewirkt, mit welchem Mut und mit welcher Entschlusskraft Er die Seele erfüllt, die Ihn darum bittet.

Die Tage des Gebetes um die Gnaden des Heiligen Geistes sollen uns auch einen Schritt weiter bringen in der Selbstverleugnung, in der Entsagung, im Verzicht auf irgendeine Anhänglichkeit, die die vollständige Hingabe an die Leitung des Heiligen Geistes noch hemmt. Großmut und Opferbereitschaft muss eine Frucht dieser neun-tägigen Andacht sein.

Gebet
O Gott, Du Stärke aller, die auf Dich hoffen, sei huldvoll nahe, da wir rufen zu Dir. Wir sterblichen Menschen vermögen in unserer Schwachheit nichts ohne Dich, so komm uns Du mit Deiner Gnade zu Hilfe; gib, dass wir treu Deine Gebote befolgen und so Dir gefallen.

Leitgedanke
Der Heilige Geist weiß nichts von einem weichlichen Zögern. (Hl. Ambrosius)

Stoßgebet
Geist der Stärke, erfülle und belebe uns!

Starke Jungfrau, bitte für uns!

Vaterunser…, Gegrüßt seist du, Maria…, Ehre sei dem Vater…


Fünfter Tag

Komm, o Geist der Wissenschaft!
„Der Allmächtige gibt den Menschen Einsicht.“ (Sir 38,6)

Die Gabe der Wissenschaft befähigt uns, Gutes vom Bösen, Wahres vom Falschen zu unterscheiden und Gott zum Mittelpunkt alles Wissens zu machen. Mit dem Licht der wahren Wissenschaft durchdringen wir auch die Gebiete des weltlichen Wissens, doch wir bleiben nicht dabei stehen, sondern dringen zum Mittelpunkt alles Seins, zu Gott vor. Die wahre Wissenschaft ist die Erkenntnis aller Dinge in Gott. Das Licht des Heiligen Geistes lässt Anfang und Ende alles Geschaffenen erkennen, gibt Antwort auf die Fragen: Woher, wohin,wozu?

Die Gabe der Wissenschaft ist eng verwandt mit der Gabe des Verstandes, namentlich durch ihre Zwecke. Beide wollen uns eine Kenntnis und Erkenntnis göttlicher Wahrheiten vermitteln, die ihren Beweggrund nicht in rein natürlicher Wissbegier, sondern in der Liebe haben, diese besser zu erkennen suchen, um mehr lieben zu können:

„Das ist die Wissenschaft der Tat. Ein Studium, das solche Wissenschaft anstrebt, ist die Entfaltung unseres Glaubens; es wird zum Gebet, zur Beschauung. Das ist die Wissenschaft, die uns not tut und die gefördert werden muss, denn sie ist die Quelle neuer Liebe“, sagt Abt Marmion in seinem Buch ‚Christus, unser Ideal‘“.

Auch hier zeigt es sich wieder wie bei der Gabe des Verstandes, dass das göttliche Gnadenlicht des Heiligen Geistes sich mit dem Versenken in die Geheimnisse Gottes einen muss. Dann erfahren wir auch in uns, was die Pfingstsequenz verspricht: „Seliges Licht erfüllt das Innere derer, die Dir gläubig vertrauen.“

Gebet
Verleihe uns, allmächtiger Gott, dass wir allzeit bedacht sind auf das, was des Geistes ist, und so in Wort und Tat vollbringen, was Dir gefällt. Durch Christus, unsern Herrn. Amen.

Leitgedanke
Ich will durch tägliche geistliche Lesung meine religiösen Kenntnisse erweitern und vertiefen.

Stoßgebet
Die Gnade des Heiligen Geistes erleuchte uns Sinn und Herz.

Vaterunser…, Gegrüßt seist du, Maria…, Ehre sei dem Vater…


Sechster Tag

Komm, o Geist der Frömmigkeit
„Die Liebe ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist.“ (Röm 5,5)

Am heutigen Tag wollen wir unser Gebet zum Heiligen Geist verdoppeln, unser Verlangen nach Seiner Gnade noch steigern; denn wir bitten heute um die Gabe der Frömmigkeit, um eine innige, tiefe, rückhaltlose Liebe zu Gott. Wir gehen zum göttlichen Feuergeist, damit Er uns durchglühe. Wir gehen zum Quell der Liebe, um aus ihr all die Gesinnungen zu schöpfen, die wir als Kinder Gottes gegen unseren gütigen Vater und gegen unsern Heiland und Erlöser haben sollten, und die gerade der Geist der Frömmigkeit uns geben will: Hingabe, Dankbarkeit, Vertrauen, Freude an allem, was sich auf Gott bezieht. Der Heilige Geist ist es, der uns die Gnade gibt, Gott zu lieben aus unserem ganzen Herzen, aus unserer ganzen Seele, aus unserem ganzen Gemüte und aus allen unseren Kräften. Er verleiht auch die starke Liebe zu Gott, die in jeder inneren und äußeren Prüfung standhält, auch dann, wenn das Gefühl der Liebe nicht mehr spürbar ist, sondern wir die Liebe nur durch die Tat zeigen können.

Die Feuerzungen, durch die der Heilige Geist uns mit der Gottesliebe erfüllt, entzünden auch die Nächstenliebe in uns, drängen uns zur Sorge dafür, daß Gott auch von anderen geliebt wird. Gottesliebe und Nächstenliebe gehören ganz eng zusammen. Der heilige Petrus, den der Pfingstgeist so mächtig durchglühte und umwandelte, sagt:
„Zeigt in der Frömmigkeit die Bruderliebe und in der Bruderliebe die Gottesliebe.“

Gebet
0 Gott, unsichtbare Güter hast Du denen bereitet, die Dich lieben; senke in unser Herz die Glut Deiner göttlichen Liebe, damit wir in allem und über alles Dich lieben und so Deine Verheißungen erlangen, die größer sind als all unser Sehnen. Durch Christus, unsern Herrn. Amen. (Sonntag nach Pfingsten)

Leitgedanke
Ich will heute oft einen Akt der Liebe zu Gott erwecken.

Stoßgebet
Komm, Heiliger Geist, erfülle die Herzen Deiner Gläubigen und entzünde in ihnen das Feuer Deiner göttlichen Liebe.

0 Maria, Mutter der schönen Liebe, bitte für uns!

Vaterunser…, Gegrüßt seist du, Maria…, Ehre sei dem Vater…


Siebter Tag

Komm, o Geist der Gottesfurcht!
„Die Furcht des Herrn ist der Anfang der Weisheit. Heilvolle Einsicht gibt sie allen, die sie üben.“ (Ps 110)

Zu Gotteskindern hat uns der Heilige Geist in der Taufe gemacht. Zur Behütung und Entfaltung dieser Gnade erfüllt Er uns mit dem Geiste der heiligen Furcht. Nicht knechtische Furcht, die die Sünde nur wegen der Strafe meidet, will Er uns geben, sondern die Furcht der Kinder, einen gütigen Vater zu beleidigen oder ihn zu verlieren. Diese Furcht quillt aus der Liebe zu Gott und aus der Kenntnis der eigenen Gebrechlichkeit. Je vertrauensvoller und kindlicher unsere Hingabe an Gott ist, um so wachsamer und vorsichtiger sind wir, Gott zu missfallen. Ja, wir bemühen uns vielmehr, Seinen Willen auch im Kleinsten zu erfüllen, Seinen Gnaden zu entsprechen.

In den Psalmen kehrt oft der Gedanke wieder: „Selig, wer den Herrn fürchtet.“ Wie sollte die Gottesfurcht nicht froh machen, da sie alles fernhält, was sich zwischen Gott und unsere Seele stellen und die Verbindung mit Gott stören könnte! Sie gibt schon hier die Freude eines guten Gewissens, den Frieden mit den Menschen und die Hoffnung auf die ewige Vereinigung mit Gott.

Diese Tage des besonderen Bittens um das Kommen des Heiligen Geistes sollen unseren Blick schärfen für alles, was Seiner gnadenvollen Einkehr in uns sich hemmend in den Weg stellen könnte. Sie sollen uns nachdenklich machen und die Frage vorlegen: „Was missfällt dem Heiligen Geist in meinem Inneren, das Sein würdiger Tempel sein soll? Wie leitet der Geist der Gottesfurcht meine Gesinnung, mein Reden und Handeln?“

Gebet
Gib uns die Gnade, o Herr, dass wir allezeit Deinen heiligen Namen ebenso fürchten wie lieben; niemals willst Du ja Deine Führung denen versagen, die Du begründest in treuer Liebe zu Dir.

Leitgedanke
Ich will mich heute mit besonderer Sorgfalt hüten, Gott auch nur im geringsten zu beleidigen.

Reinste Mutter, bitte für uns!

Vaterunser…, Gegrüßt seist du, Maria…, Ehre sei dem Vater…


Achter Tag

Maria, Gnadenvolle, bitte für uns
„Sie verharrten einmütig im Gebet … mit Maria, der Mutter Jesu.“ (Apg)

Wir finden keine Darstellung des Pfingstfestes, in der nicht die Gottesmutter im Mittelpunkt der betenden Gemeinde wäre. Mit welcher Innigkeit mag sie den Heiligen Geist erfleht haben? Besser als die Apostel hat sie den Heiland, die Absichten Seines Herzens, Seine Verheißungen verstanden. – „Sie bewahrte alle Worte in ihrem Herzen.“ Deshalb wusste sie auch, wieviel von der gnadenreichen Ankunft des Heiligen Geistes für die Apostel, für die ganze Kirche abhängt. Voll Vertrauen legen wir daher unser Bitten um die Gnadenhilfe des Heiligen Geistes in ihr gütiges, verstehendes Herz. Wir wissen: Die Braut des Heiligen Geistes, die Mutter der göttlichen Gnade wird uns ihre mächtige Fürsprache nicht versagen, wenn sie unsere Sehnsucht und unser Bemühen um die Gnaden des Heiligen Geistes sieht.

Siebenfach ist der Gnadenstrom des Heiligen Geistes, den wir in diesen Tagen betrachtet und erfleht haben. Die Mutter »voll der Gnade« ist ganz erfüllt von Ihm, und in mütterlicher Liebe wird sie den Heiligen Geist bitten, dass Er auch unsere Seele überflute. Betaut mit der Gnade des Heiligen Geistes wird unsere Seele dann auch etwas von Seinen Früchten hervorbringen, die da sind: Liebe, Freude, Friede, Geduld, Milde, Güte, Langmut, Sanftmut, Treue, Mäßigkeit, Enthaltsamkeit, Keuschheit.

Gebet
Himmlischer Vater, Du hast Maria als die Schönste unter den Menschenkindern erschaffen, als Deine makellose, unversehrte Tochter. Wir danken Dir, dass Du sie uns als Vorbild gegeben hast.

Gottes ewiger Sohn, wir freuen uns, dass Du Maria zu Deiner jungfräulichen Mutter erwählt hast, die Dir in Liebe und Treue diente. Wir danken Dir, dass Du sie uns zur Mutter gegeben hast.

Gott Heiliger Geist, Lob und Ehre sei Dir, dass Du Maria mit der Glut Deiner Liebe erfüllt hast als Deine geheiligte, unbefleckte Braut. Wir danken Dir, das sie uns Deine Gaben ausspendet.

Leitgedanke
Ich will heute oft die Mutter der göttlichen Gnade bitten, mir die Gnadengaben des Heiligen Geistes zu vermitteln.

Stoßgebet
Gegrüßet seist Du, Maria, voll der Gnade!

Vaterunser…, Gegrüßt seist du, Maria…, Ehre sei dem Vater…


Neunter Tag

Komm, Heiliger Geist, komm!
„Gott gibt den guten Geist denen, die Ihn darum bitten.“ (Lukas 11,13)

Heute finden wir uns zum letzten Mal bei dieser Novene im harrenden Jüngerkreis ein und vereinigen unser sehnsuchtsvolles Bitten mit dem Flehruf der Apostel. Immer inniger wird unser Ruf. Komm, Heiliger Geist, komm! Gott selbst will, dass wir ein heißes Verlangen nach Ihm, nach geistigen Gütern haben. Selig preist der Heiland alle, die Hunger und Durst nach Gerechtigkeit haben, und verheißt aber auch die Sättigung.

Wir fassen heute nochmals die Vorsätze und Entschlüsse zusammen, welche die Betrachtung der Gnadengaben des Heiligen Geistes in uns geweckt hat, damit wir alles entfernen, was der gnadenreichen Einkehr des Heiligen Geistes im Wege stehen könnte. Mit dem Psalmisten sprechen wir: „Ein reines Herz erschaff’ in mir, o Gott, und den rechten Geist erneuere in meinem Innern.“

So kann es nicht ausbleiben, dass etwas von der erleuchtenden, umwandelnden, belebenden Wirksamkeit des Heiligen Geistes auch unserer Seele zukommt. Wenn wir die Novene in einem bestimmten Anliegen gehalten haben, dann überlassen wir es doch Gott, wie Er uns erhören will; denn wir wollen nicht die Erfüllung unserer Wünsche, sondern Seine Ehre. Wir vertrauen fest, dass Gott uns die Gnade gibt, die uns am meisten befähigt, Seinen Absichten zu entsprechen, ob wir diese nun sehen oder nicht sehen dürfen. Das Wort des Völkerapostels an die Römer mahne und tröste uns: „Wenn wir aber hoffen auf das, was wir nicht sehen, so erwarten wir es mit Geduld. Ebenso kommt auch der Geist unserer Schwachheit zu Hilfe; denn um was wir bitten sollen, wie es sich gebührt, wissen wir nicht, sondern der Geist selbst fleht für uns mit unaussprechlichen Seufzern.“ (Röm 8,25-26)

Gebet
Heiliger Geist, wir danken Dir, dass Du mit der Fülle der Gnade und Wahrheit über die Kirche gekommen bist und bei ihr bleibst bis zum Ende der Zeiten. Durch Dich ist sie die Säule und Grundfeste der Wahrheit, durch Dich ist sie jederzeit gestärkt zum Zeugnis für den Herrn, durch Dich ist sie geeint in Liebe.

Komm, Heiliger Geist, erfülle unsere Herzen, dass Christi Wort in uns wohne und Frucht bringe. Festige uns in der Treue zur Kirche, gib uns Kraft und Mut zum Zeugnis in der Welt. Schenke uns Deine göttliche Liebe, dass wir die Einheit des Geistes wahren und einander dienen in Liebe. Du Geschenk aus der Höhe, stärke unsere Herzen, dass sie inmitten des Wechsels der irdischen Dinge dort verankert seien, wo die wahren Freuden sind.

Leitgedanke
Ich will heute recht oft um die Gaben und Früchte des Heiligen Geistes für mich und meine Brüder und Schwestern bitten.

Stoßgebet
Komm, Heiliger Geist, komm! Sende uns den Geist der Freude, damit wir uns glücklich preisen, dass wir Kinder unseres Vaters im Himmel sind.

Königin der Apostel, Mutter der heiligen Kirche, bitte für uns, dass wir mit dem Pfingstfeuer des Heiligen Geistes erfüllt werden und Zeugnis ablegen für den Herrn.

Vaterunser…, Gegrüßt seist du, Maria…, Ehre sei dem Vater…


Novene zur göttlichen Barmherzigkeit

Eine besondere Novene, die sich an die göttliche Barmherzigkeit richtet und jedes Jahr zur Vorbereitung auf den Sonntag der göttlichen Barmherzigkeit gebetet werden kann, ist die Barmherzigkeitsnovene der hl. Schwester Faustyna:

⇨ Novene zur göttlichen Barmherzigkeit als Text…


CHRIST-en-or : Novene Kerze - Heilige Rita, Helferin in aussichtslosen Anliegen - Brennt 9 Tage, 100% pflanzlich
Aus dem Gebetsschatz der heiligen Kirche
Gregorianische Gesänge

Quellen:

  • Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift. Die Bibel. Studienausgabe. Psalmen und Neues Testament. Ökumenischer Text, Stuttgart 2016.
  • Isenegger, Marie-Therese: Wir beten zum Heiligen Geist! Gebete und Lieder zum Heiligen Geist; Hauteville/Schweiz 1996.

Jetzt bewerten!
(Gesamt: 1 / Durchschnitt: 5)