Leben in Gottes Gegenwart

Das Ziel einer nach Heiligkeit strebenden Seele muss es sein, in ihren Gedanken mit Gott vereinigt zu sein. Sie kann dieses Ziel erreichen, wenn sie vom Bewusstsein der Gegenwart Gottes beständig durchdrungen ist. Es handelt sich dabei um einen Entwicklungsprozess, der Ausdauer erfordert. Wie genau ist Gegenwart Gottes und wie gelangen wir zu einem beständigen Leben in der Gegenwart Gottes?

Was ist die Gegenwart Gottes?

Es gibt im Grunde zwei verschiedene Arten der Gegenwart Gottes, die es zu unterscheiden gilt:

  1. Allgegenwart: Grundsätzlich ist Gott überall – im Himmel, auf der Erde, im Meer usw. – gegenwärtig, erfüllt und durchdringt alles, weil er eben Gott ist.
  2. Gegenwart Gottes in der Seele: Bei dieser Form der Gegenwart Gottes muss der Mensch dafür prädestiniert sein, also im Stand der heiligmachenden Gnade leben, denn nach dem hl. Paulus sollen alle Christen „Tempel des lebendigen Gottes“ (vgl. 2 Kor 6,16) bzw. „Gottesträger“ (griech. „Theophoroi“) sein, wie der hl. Ignatius von Antiochien (35-108).

Während sich die erste Art auf die allgemeine Gegenwart Gottes in der Welt bezieht, um diese im Sein zu halten, so ist die zweite Form der Gegenwart Gottes für das persönliche Streben des Menschen nach Vollkommenheit entscheidend.


Wie kann ich in Gottes Gegenwart leben?

Damit Gottes Gegenwart in uns wirksam werden kann, bedarf es als Voraussetzung, dass wir uns im Stand der Gnade befinden, also die Sakramente (besonders die Eucharistie und Beichte) regelmäßig empfangen und die Sünde meiden, sowie ein heiligmäßiges Leben anstreben. Denn erst die heiligmachende Gnade bewirkt nach dem hl. Thomas von Aquin, dass Gott in der Seele als Erkannter im Erkennenden und als Geliebter im Liebenden gegenwärtig werde. Die folgenden Hilfsmittel sind hierzu sehr nützlich:

  • So oft wie möglich unter dem Tag gilt es an Gottes Gegenwart denken, am Besten in Verbindung mit einer Eigenschaft Gottes (z.B. ewig, unveränderlich, barmherzig, gerecht oder gütig). Mit der Zeit lernt der Beter sich „häufiger und länger in den Gedanken an Gottes Gegenwart sich zu versenken, bis schließlich infolge einer besonderen Gnade Gottes das Bewusstsein der Gegenwart Gottes andauernd wird“.
  • assoziativen Verknüpfungen machen: Bei sich häufig am Tag wiederholenden Ereignissen gilt es diese mit dem Gedanken an die Gegenwart Gottes zu verknüpfen (z.B. Jedes Mal, wenn das Telefon läutet, die Uhr schlägt oder ich die Haustür abschließe, will ich an die Gegenwart Gottes denken.).
  • Viele der alltäglichen Aufgaben (z.B. Bügeln, Putzen, Kochen etc.) füllen uns geistig nicht gänzlich aus, weshalb sie sich hervorragend dafür eignen sie zusätzlich mit Gebeten bzw. dem Verweilen in der Gegenwart Gottes zu füllen statt mit dem Abschweifen in Träume, Zerstreuungen, Selbstgespräche und andere Gedanken. Indem wir bewusst darauf achten, während dieser Tätigkeiten an Gott zu denken, üben wir uns darin ein diese Zeiten sinnvoll zu füllen. Darüber hinaus sollte jedes Gespräch mit uns selbst zu einem Gespräch mit Gott werden.
  • Kontinuität und Geduld im Gebetsleben sowie regelmäßige Gebetszeiten
  • Einüben von Stoßgebeten im Alltag (z.B. Herzensgebet)
  • das Leben in allen Bereichen auf Gott hin ausrichten, besonders das bewusste Befolgen seiner Gebote
  • regelmäßiger Empfang der Eucharistie und des Bußsakramentes, um im Stand der Gnade zu bleiben
  • Die Entsagung der ungeordneten Selbstliebe sowie der ungeordneten Weltliebe führt zur christlichen Vollkommenheit (Heiligkeit): Je mehr wir daran arbeiten die Welt- und Selbstliebe schwächer werden zu lassen, desto mehr wird die Gottesliebe in uns erstarken.

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Letzte Aktualisierung am 15.12.2019 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API