Kyrie eleison („Herr, erbarme dich!“)

Ein wichtiges und bereits sehr altes liturgisches Gebet ist das Kyrie eleison, das im christlichen Gottesdienst einen wichtigen Platz einnimmt.


Was ist das Kyrie eleison?

Als Kyrie eleison bzw. Kyrieeleison wird eine kurze und in der Regel dreigliedrige Litanei bezeichnet, deren Name aus dem griechischen Wort „κύριε ἐλέησον“ (kýrie eléēson) eingedeutscht wurde und sich mit „Herr, erbarme dich!“ übersetzen lässt. Der Kyrie-Ruf wird zu verschiedenen Anlässen in der christlichen Liturgie gesungen. Seinen Ursprung hat das Kyrie im griechischen Teil des Römischen Reiches, wo es zum spätantiken Hofzeremoniell gehörte den weltlichen Herrschern durch Kyrierufe zu huldigen. Diese Huldigung fand dann aber recht schnell auch Eingang in die griechische Liturgie der Ostkirche, wo sie als Huldigung zur Ehre Gott übertragen wurde. Bereits zu Beginn des 6. Jahrhunderts ist das Kyrie eleison auch in der Liturgie der Westkirche nachgewiesen. Den Ruf „Christe, eleison“ kennt die Ostkirche hingegen nicht, er wurde in der lateinischen Kirche bereits vor Papst Gregor dem Großen (540-604) mit dem Kyrie eleison verbunden.

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Das „Kyrie eleison“ als Gregorianischer Choral zum Anhören


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Das Kyrie in der Liturgie

Kyrie eleison in der Liturgie
Kyrie eleison in der Liturgie

Das Kyrie ist fester Bestandteil der Heiligen Messe (gehört zum Ordinarium), wo es nach dem Introitus (Eingangsgebet) gesungen oder gesprochen wird. In der außerordentlichen Form des römischen Ritus wird das Kyrie spätestens seit dem 9. Jahrhundert als neunfache Litanei (Symbol für die Trinität) im Wechsel von Chor und Gemeinde gesungen (3 x Kyrie eleison an Gottvater, 3 x Christe eleison an den Sohn, 3 x Kyrie eleison an den Heiligen Geist). Wahrscheinlich hat die Neunzahl der Anrufungen ihren Ursprung aber bereits bei Papst Gregor dem Großen (540-604). Im durch die Liturgiereform des 2. Vatikanischen Konzils entstandenen neuen Ritus wird das Kyrie nur noch als sechsfache Litanei gebetet (2 x Kyrie, eleison, 2 x Christe, eleison, 2 x Kyrie, eleison). Dafür wird es häufig durch variable kurze Texteinschübe (Tropen) erweitert.
Ebenfalls wird das Kyrie im Stundengebet der Kirche (Laudes und Vesper) sowie zu Beginn einer Litanei (z.B. Allerheiligenlitanei oder die Lauretanische Litanei) gebetet bzw. gesungen.

In der Musikgeschichte hat das Kyrie unzählige Vertonungen von großen Komponisten wie z.B. Wolfgang Amadeus Mozart, Joseph Haydn, Anton Bruckner oder Johann Sebastian Bach erfahren.


Das Kyrie eleison als Text

Deutsch:

Herr, erbarme Dich.
Christus, erbarme Dich.
Herr, erbarme Dich.

Griechisch:

Κύριε ελέησον,
Χριστέ ελέησον,
Κύριε ελέησον.

Latein:

Kyrie, eleison.
Christe, eleison.
Kyrie, eleison.

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Eine der gewaltigsten Vertonungen des „Kyrie“ stammt von dem französischen Komponisten Louis Vierne (1870-1937) und ist Bestandteil der Messe Solennelle Op. 16


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Quellen:

  • Braun, Joseph: Liturgisches Handlexikon; München ²1924, S. 186.
  • Ramm, Martin: Zum Altare Gottes will ich treten; Thalwil 2018, S. 83ff.

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