Hl. Johannes vom Kreuz

Einer der großen Heiligen, Kirchenlehrer („Doctor Mysticus“) und Mystiker der Kirche war der heilige Johannes vom Kreuz.


Portrait: Johannes vom Kreuz

Wer war der hl. Johannes vom Kreuz?

Am 24. Juni 1542 wurde Johannes von Kreuz unter dem Namen Juan de Yepes Álvarez als drittes Kind Seidenwebers Gonzalo d Yepes Álvarez in Fontiveros (Nordspanien) geboren. Er besuchte zunächst in Medina del Campo die Armenschule, wo er eine solide Schulbildung erhielt. Anschließend arbeitete er als Pfleger im Seuchenhospital de la Conception. In den Jahren von 1559 bis 1563 studierte er am Jesuitenkolleg und trat 1563 in das Karmelitenkloster von Medina del Campo ein. 1564 begann er in Salamanca mit dem Studium der Theologie und legte im selben Jahr seine seine Profess ab. Als er 1567 Teresa von Avila begegnete, kam es zur entscheidenen Wende seines Lebens: Die große Heilige konnte ihn für ihre Reformanliegen gewinnen. So schloss er sich nach dem Empfang seiner Priesterweihe am 28. November 1568 der Reformbewegung Teresas an und nahm den Namen Juan de la Cruz (Johannes vom Kreuz) an. Im sich rasch ausbreitenden Orden der Unbeschuhten Karmeliten (Teresianischer Karmel) half Johannes in den darauffolgenden Jahre bei zahlreichen Klostergründungen als Bauleiter. Am 4. Dezember 1577 wurde er aufgrund von Streitigkeiten mit dem Stammorden entführt und im Ordensgefängnis in Toledo festgehalten, wo er misshandelt wurde. Erst acht Monate später konnte er mit letzter Kraft fliehen. Im Zuge dieser Erfahrungen entstand sein berühmtestes mystisches Gedicht „Die dunkle Nacht der Seele“. Nach dem Johannes wieder bei Kräften war, betraute in Teresa mit weiteren Neugründungen von Klöstern in Andalusien. Im Jahr 1582 wurde er schließlich Prior des Klosters in Granada. Johannes wurde 1591 aufgrund eines internen Richtungsstreits in Madrid aller Ämter enthoben wurde, zog er sich in das Kloster Úbeda zurück. Hier verstarb er am 14. Dezember 1591 nach schwerer Krankheit. Als Dichter und geistlicher Autor verfasste er im Laufe seines Lebens eine Vielzahl an Schriften. Neben seinem bekanntesten Werk „Die dunkle Nacht der Seele“ waren weitere Schriften u.a. „Worte von Licht und Liebe“, „Der Geistliche Gesang“, „Aufstieg auf den Berg Karmel“ und „Die lebendige Liebesflamme“.
Von Papst Clemens X. wurde Johannes von Kreuz am 25. Januar 1675 zunächst seliggesprochen. Die Heiligsprechung erfolgte schließlich am 27. Dezember 1726 durch Papst Benedikt XIII. Papst Pius XI. erhob ihn 1926 zum Kirchenlehrer. Seinen Gedenktag begeht die Kirche alljährlich am 14. Dezember. In der Ikonographie wird Johannes vom Kreuz zumeist mit Adler, Kreuz, Ketten und Marienbild dargestellt. Besonders in Spanien wird er als Patron der Dichter und Schriftsteller verehrt.


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Gebete vom und zum hl. Johannes vom Kreuz

Eine Auswahl beliebter Gebete vom und zum großen Heiligen und Mystiker:

Herr Gott, mein Geliebter!
Wenn du immer noch an meine Sünden denkst
und deshalb das, was ich fortwährend erbitte, nicht gewährst,
so erfülle deinen Willen in ihnen, mein Gott,
denn das ist es, was ich vor allem möchte,
und übe deine Güte und Barmherzigkeit aus
und du wirst in den Sünden erkannt.
Und wenn es so ist, dass du auf meine Werke wartest,
um mir durch dieses Mittel meine Bitte zu gewähren,
dann gib und wirke du sie mir, und gib mir die Schmerzen,
die du empfangen möchtest; ja, so geschehe es!
Und wenn du nicht auf meine Werke wartest,
worauf wartest du dann, mein mildester Herr? Warum säumst du noch?
Denn wenn es letztendlich Gnade und Barmherzigkeit sein soll,
worum ich dich in deinem Sohn bitte,
dann nimm mein Scherflein, denn das willst du ja,
und gib mir dieses Gut, denn auch das willst du.
Wer wird sich von seinen unzulänglichen Verhaltensweisen
und Begrenztheiten befreien können, wenn nicht du, mein Gott,
ihn in lauterer Liebe zu dir erhebst?
Wie aber wird sich der in Unzulänglichkeiten gezeugte
und aufgewachsene Mensch zu dir erheben,
wenn nicht du ihn erhebst, o Herr,
mit der Hand, mit der du ihn erschufst ?
Du nimmst mir ja nicht weg, mein Gott, was du mir
in deinem einzigen Sohn Jesus Christus einmal gegeben hast,
und in ihm hast du mir alles gegeben, was ich möchte;
deshalb freue ich mich, denn du zögerst ja nicht,
wenn ich voll Erwartung bin.
Warum wartest du noch und schiebst es noch weiter hinaus,
da du Gott in deinem Herzen doch schon jetzt lieben kannst?
Mein sind die Himmel und mein ist die Erde;
mein sind die Völker, die Gerechten sind mein und mein die Sünder;
die Engel sind mein, und die Muttergottes und alle Dinge sind mein,
ja Gott selbst ist mein und für mich, denn Christus ist mein und ganz für mich.
Was erbittest und suchst du also noch, meine Seele?
Dein ist all dies, und alles ist für dich.
Gib dich nicht mit etwas Geringerem ab und schiele nicht auf die Brosamen,
die vom Tisch deines Vaters fallen.
Laß das alles und rühme dich deiner Herrlichkeit;
verbirg dich in ihr und freue dich,
und du wirst erlangen, was dein Herz erbittet.

(Gebet des verliebten Menschen)


Mein Gott, meine Freude! In diesen Mahnungen und Empfehlungen will meine Seele ihre Liebe zu dir zum Ausdruck bringen.

Doch dabei fehlt mir die Tugend, die dir besser gefällt als die Kenntnis dieser Dinge und das Sprechen darüber.

Aber vielleicht werden andere von diesen Worten angespornt, in deinem Dienst und in der Liebe zu dir voranzuschreiten. Es wird für mich ein Trost sein, wenn ich den Anstoß geben kann, dass du in anderen findest, was mir selber fehlt.

Herr, du liebst die Einsicht und das Licht; aber mehr als alle anderen Werke liebst du die Liebe.

Darum möchten diese Worte die Richtung weisen, wie man zu dir kommt, ein Licht sein auf diesem Weg und die Kraft der Liebe vermitteln zum Weitergehen.

Fern mögen bleiben die Phrasen der Welt, das leere Gerede, die fruchtlose und künstliche Beredsamkeit menschlicher Weisheit. Nie hast du daran Gefallen.

Zum Herzen wollen wir sprechen mit Worten, die durchtränkt sind von Liebe; denn daran hast du Gefallen.

So mögen Hindernisse und Barrieren aus dem Weg geräumt werden, damit niemand aus Unwissenheit strauchelt oder in die Irre geht, der deinem lieben Sohn folgen will, unserem Herrn Jesus Christus, damit alle ihm ähnlich werden. Du, Vater der Barmherzigkeit, gewähre es ihnen; denn ohne dich, Herr, kann nichts gelingen.


Nimm doch endlich hinweg meine Angst,
Denn niemand sonst kann sie mir nehmen.
Meine Augen möchten dich gerne schauen,
Denn du machst sie hell und sehend,
Und nur für dich allein sollen sie leuchten.


Enthülle mir doch deine Anwesenheit,
auch wenn mich der Anblick deiner Schönheit tötet
Du siehst doch die Schmerzen der Liebe,
die man durch nichts heilen kann
als durch deinen Anblick und deine Gegenwart.


Allmächtiger Herr, du hast unserem Vater Johannes vom Kreuz ein großes Verlangen geschenkt, sich selbst zu verleugnen und Christus nachzufolgen. Gib, dass auch wir im Kreuz unser Heil erkennen und durch das Kreuz die Gnade erlangen, deine Herrlichkeit zu schauen. Darum bitten wir durch Jesus Christus unseren Herrn und Gott. Amen.


Ewiger Gott, du hast deinem Volke den heiligen Johannes vom Kreuz als Lehrer des geistlichen Lebens geschenkt. Lass uns nach dem Vorbild und der Lehre unseres Vaters den Weg des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe gehen und so zur Freiheit der Kinder Gottes gelangen. Darum bitten wir durch Jesus Christus unseren Herrn und Gott. Amen.


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Quellen:

  • Artikel „Johannes vom Kreuz“; In: Ökumenisches Heiligenlexikon, URL: https://www.heiligenlexikon.de/BiographienJ/Johannes_vom_Kreuz.htm (abgerufen am 29.05.2019)
  • Johannes vom Kreuz: Mögen meine Worte Licht sein auf dem Weg; In: KARMELimpulse. Quartalsschrift zur Vertiefung des geistlichen Lebens. Herausgegeben vom Teresianischen Karmel in Deutschland, Heft 3/2005 (Jahrgang 15), S. 4.

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