Skapulier / Skapulierweihe

Das Skapulier kommt vom lateinischen Wort „scapularium“ und lässt sich mit „Schulterkleid“ übersetzen. Es wird dabei zwischen zwei verschiedenen Formen von Skapulieren unterschieden:

Skapulier / Skapuliermedaille

  • großes Skapulier: Dabei handelt es sich um die eigentliche Form des Skapuliers, nämlich dem Überwurf über die Tunika einer Ordenstracht (besteht aus zwei bis fast zum Boden reichenden Tüchern auf Rücken und Brust). Solche Skapuliere gehören zur vollständigen Ordenstracht der meisten Orden (u.a. Benediktiner, Karmeliten, Franziskaner, Serviten und Dominikaner).
  • kleines Skapulier: Als kleine Skapuliere werden die Skapuliere für Drittorden und für Laien bezeichnet, die eine verkürzte Form des großen Skapulieres sind und die von den Mitgliedern monastischer Orden traditionell zur Nachtruhe getragen werden. Sie bestehen aus zwei Stoff-Vierecken (häufig mit aufgenähtem Herz Jesu oder Mariens) in der Farbe des Habits des jeweiligen Ordens, die mittels zweier Schnüre verbunden sind, wobei die Größe der Stoffstücke variiert. Das Skapulier wird über beide Schultern gehangen, so dass ein Viereck auf der Brust und das andere auf dem Rücken liegt.


Kleine Skapuliere

Die bekanntesten kleinen Skapuliere sind das braune und grüne Skapulier. Daneben gibt es eine Vielzahl weiterer approbierter Skapuliere wie u.a. das weiße Skapulier der Trinitarier, das rote Passionsskapulier, das schwarze Passionsskapulier, das blaue Skapulier der Unbefleckten Empfängnis sowie das fünffache Skapulier (in diesem sind das braune, weiße, rote, schwarze und das blaue Skapulier zusammengenäht).


Braunes Skapulier: Unsere liebe Frau vom Berg Karmel

Braunes Skapulier vom Berg KarmelDie meiste Verbreitung hat das braune Skapulier gefunden, welches eine Andeutung des braunen Schulterkleides der Karmeliten ist. Auf dem Skapulier ist zudem ein Bild der Muttergottes mit dem Jesuskind im Arm sowie einem Bild des gekreuzigten Jesus oder Heiligsten Herz Jesu angebracht. Die Muttergottes soll der Überlieferung nach dieses Skapulier am 16. Juli 1251 in Cambridge dem englischen Ordensoberen Simon Stock überreicht haben und verheißen haben, dass alle die es in der Sterbestunde tragen vom ewigen Feuer der Hölle bewahrt bleiben und auch einen besonderen Schutz in Gefahren genießen. Die Kirche erkannte diese Erscheinung an und führte das liturgische „Skapulierfest“ („Fest unserer Lieben Frau auf dem Berge Karmel“) ein, dass alljährlich am 16. Juli begangen wird.
Die kirchliche Vorschrift besagt, dass das braune Skapulier von einem Priester aufgelegt werden muss.


Weihegebet zu Unserer Lieben Frau vom Berge Karmel

Glorwürdige Himmelskönigin, reinste Jungfrau und würdigste Gottesmutter Maria! Ich N. N. erwähle dich heute und auf immer zu meiner Gebieterin, Beschützerin und Fürsprecherin, und nehme mir fest vor, dich niemals zu verlassen und niemals etwas wider dich zu reden oder zu tun, noch zuzulassen, dass von meinen Untergebenen etwas wider deine Ehre geschehe. Zum Zeichen dessen trage ich dein hl. Skapulier. Ich bitte dich daher demütig, lass dies dein Skapulier mir ein Zeichen des Heils sein, ein Schutzmantel in allen Gefahren, ein Unterpfand des Bundes, den ich mit dir geschlossen habe, lebenslänglich dir und deinem göttlichen Sohne getreu zu dienen. Steh mir bei in all meinem Tun und Lassen, besonders aber in der Stunde meines Todes, und lass an mir wahr werden, was du versprochen hast, nämlich: dass wer mit diesem deinem Gnadenkleide stirbt, das ewige Feuer nicht wird zu erleiden haben.
Amen.


Grünes Skapulier

Ebenfalls weit verbreitet ist das Grüne Skapulier, dass die Ordensschwester Justine Bisqueyburu (1817-1903) aus der Kongregation der „Töchter der barmherzigen Liebe“ vom heiligen Vinzenz von Paul in Paris in einer Erscheinung der Muttergottes am 27. Januar 1840 zur Verbreitung aufgetragen bekam. Das Tragen des Skapuliers in Verbindung mit dem täglichen Gebet „Unbeflecktes Herz Maria, bitte, für uns, jetzt und in der Stunde, unseres Todes“ soll sowohl für eine gute Sterbestunde sorgen als auch die Bekehrung von Ungläubigen und Sündern.
Unter Papst Pius IX. (1792-1878) wurde die Erscheinung kirchlich anerkannt und Skapulier offiziell approbiert.


Skapuliermedaille

Die Skapuliere können, nachdem sie vom Priester aufgelegt wurden, auch ersatzweise aus unterschiedlichen Gründen (z.B. Allergien etc.) in Form einer Skapuliermedaille getragen werden. Offiziell wurde die Skapuliermedaille durch Papst Pius X. (1835-1914) approbiert. Die Medaille zeigt auf der Vorderseite das Herz Jesu und auf der Rückseite eine Darstellung der Muttergottes.


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