Gloria (Ehre sei Gott in der Höhe)

Ein wichtiges Grundgebet und liturgischer Gesang im Christentum ist das Gloria, das seine Wurzeln direkt im Neuen Testament hat und in den meisten westkirchlichen Konfessionen zum festen Bestandteil der Liturgie gehört.

Was ist das Gloria?

Beim Gloria (zu deutsch: Ehre, Ehrerbietung, Ruhm, Preis) handelt sich um einen hymnenartigen Lob- bzw. Bittgesang und wird auch als Engelsgesang („hymnus angelicus“) bezeichnet. Der Name „Gloria“ leitet sich von den lateinischen Anfangsworte „Gloria in excelsis Deo“ ab, die mit „Ehre Gott in der Höhe“ übersetzt werden. Das Gloria wird auch als „Großer Lobpreis“ bzw. „große Doxologie“ („doxologia major“) genannt, im Unterschied zum „Gloria Patri“ als kleinen Lobpreis. Seinen Ursprung hat das Gloria bereits im Neuen Testament. In der christlichen Liturgie folgt das Gloria in festlichen Gottesdienstes (Heilige Messe) zumeist im ersten Teil des Gottesdienstes nach dem Kyrie.

Das Gloria ist aus drei Teilen zusammengesetzt:

  • Der Engelgesang aus dem Lukasevangelium (Lk 2,14), der sich als Lobpreis an Gottvater richtet und der Erlösung gedenkt.
  • Danach folgt der Lobpreis Gottes von der Gemeinde. Er wird in vielen Quellen mit einer trinitarischen Doxologie abgeschlossen.
  • Als letzter Teil schließt sich eine christologische Anrede an, bei der es sich um eine preisende, litaneiartige Anrufung mit einer trinitarischen Bekenntnisformel.

  • Junker Kirchenbedarf Benediktusmedaille - Anhänger St Benedikt Medaillon mit Öse zum Aufhängen, Rand vergoldt Ø 2cm
    Gregorianische Gesänge
    Nazareth Market Store katholischen Gebet Rosenkranz Olivenholz Perlen Halskette Heiligen Boden Medaille & Metall Kreuz

    Wie ist das Gloria entstanden?

    Der erste Teil des Glorias hat seinen Ursprung direkt im Neuen Testament: „Verherrlicht ist Gott in der Höhe und auf Erden ist Friede bei den Menschen seiner Gnade.“ (Lk 2,14 EU) Diese Worte wurden einem beliebten frühchristlichen Hymnus vorangestellt, um ihn auf diese Weise vor dem Verbot des Konzils von Laodicea (341 und 380) zu bewahren (hier wurden alle selbstgemachten Hymnen verboten). Als Verfasser des Gloria wird der Hl. Hilarius von Poitiers (310-368) erwähnt, was aber nicht bewiesen ist. Im 5. Jahrhundert findet sich dieser Hymnus im Morgengebet, der Laudes sowie auch heute noch in der byzantinischen Liturgie. Im Antiphonar von Bangor aus dem 7. Jahrhundert wird die älteste Form in lateinischer Sprache überliefert (hier allerdings noch mit geringen Abweichungen zur heutigen Form). Den endgültigen Text des Glorias in seiner heutigen Form gibt es spätestens seit dem 9. Jahrhundert.


    Das Gloria in der Liturgie

    Es wird angenommen, dass das Gloria spätestens um 530 zum festen Bestandteil der Liturgie zählte. Laut dem Liber Pontificalis wurde die Verwendung des Gloria an Sonntagen und zu Märtyrerfesten durch Papst Symmachus zu Beginn des 6. Jahrhunderts eingeführt, was aber nicht als ganz eindeutig gilt. Anfangs war das Gloria kein fester Bestandteil in der Heiligen Messe und war nur Teil spezieller Liturgien, wie der Papstmesse. Später wurde der Hymnus dann Bestandteil von Bischofsmessen, weil Bischöfe aufgrund ihrer Weihe als engelähnlicher angesehen wurden und sie deshalb den „Engelgesang“ singen durften. Bis ins 12. Jahrhundert hinein durften normale Priester das Gloria nur am Tag ihrer Priesterweihe sowie zu Ostern singen. Spätestens ab Ende des 11. Jahrhunderts hat sich das Gloria aber als fester Bestandteil in der Messordnung etabliert, die von Papst Pius V. (1504-1572) festgeschrieben wurde.

    Im katholischen Gottesdienst hat das Gloria seither seinen festen Platz im Ordinarium (gleich bleibende Texte in der Messe) im Gottesdienst nach dem Kyrie (im Wortgottesdienst / Vormesse) und wird an Sonntagen (außerhalb von Advents- und Fastenzeit), an Hochfesten sowie Festen und in anderen festlichen Messen gesungen oder gesprochen. Ebenfalls ist das Gloria Bestandteil der altkatholischen, evangelischen sowie anglikanischen Liturgie.

    In der Ostkirche wird das Gloria am Ende der Morgenhore nach Psalm 148-150 gebetet.

    Bitte aktiviere Javascript, wenn Du das Video anschauen möchtest.
    Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=k6ywnQQlJwg

    Das „Gloria“ als Gregorianischer Choral zum Anhören


    Das Gebet als Text

    Deutsch:

    Ehre sei Gott in der Höhe
    und Friede auf Erden den Menschen seiner Gnade.
    Wir loben Dich,
    wir preisen Dich,
    wir beten Dich an,
    wir rühmen Dich und danken Dir,
    denn groß ist Deine Herrlichkeit:
    Herr und Gott, König des Himmels,
    Gott und Vater, Herrscher über das All,
    Herr, eingeborener Sohn, Jesus Christus.
    Herr und Gott, Lamm Gottes,
    Sohn des Vaters,
    Du nimmst hinweg die Sünde der Welt: erbarme Dich unser.
    Du nimmst hinweg die Sünde der Welt: nimm an unser Gebet.
    Du sitzest zur Rechten des Vaters: erbarme Dich unser.
    Denn Du allein bist der Heilige,
    du allein der Herr,
    du allein der Höchste, Jesus Christus,
    mit dem Heiligen Geist,
    zur Ehre Gottes des Vaters.
    Amen.

    Latein:

    Gloria in excelsis Deo
    et in terra pax hominibus bonae voluntatis.
    Laudamus te,
    benedicimus te,
    adoramus te,
    glorificamus te,
    gratias agimus tibi
    propter magnam gloriam tuam,
    Domine Deus, Rex caelestis,
    Deus Pater omnipotens,
    Domine Fili unigenite, Jesu Christe,
    Domine Deus, Agnus Dei,
    Filius Patris,
    qui tollis peccata mundi, miserere nobis;
    qui tollis peccata mundi,
    suscipe deprecationem nostram.
    Qui sedes ad dexteram Patris, miserere nobis.
    Quoniam tu solus Sanctus,
    tu solus Dominus,
    tu solus Altissimus, Jesu Christe,
    cum Sancto Spiritu:
    in gloria Dei Patris.
    Amen.


    Quellen:

    • Braun, Joseph: Liturgisches Handlexikon; München ²1924, S. 124f.
    • Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift. Die Bibel. Studienausgabe. Psalmen und Neues Testament. Ökumenischer Text, Stuttgart 2016.
    • SCHOTT, Das vollständige Römische Messbuch, lateinisch und deutsch, 1962, Nachdruck von 1995.
    • Ramm, Martin: Zum Altare Gottes will ich treten; Thalwil 2018, S. 85ff.
    Jetzt bewerten!
    (Gesamt: 1 / Durchschnitt: 5)

    Letzte Aktualisierung am 15.12.2019 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API