Glaubensbekenntnis (Credo)

Eines der bekanntesten und zugleich wichtigsten Grundgebete der Christenheit ist das Glaubensbekenntnis, das wir in diesem Beitrag näher vorstellen möchten.

Was ist das Glaubensbekenntnis (Credo)?

Als Glaubensbekenntnis (auch Credo genannt, nach dem lateinischen Anfangswort → „Ich glaube“) wird allgemein ein Gebet bezeichnet, das den christlichen Glauben in wenigen Kernsätzen zusammenfasst. Dabei haben sich im Laufe der Zeit zwei offizielle Glaubensbekenntnisse innerhalb der Kirche entwickelt:

  • kleines“ Glaubensbekenntnis (Apostolische Glaubensbekenntnis)
  • großes“ Glaubensbekenntnis (Nizäno-Konstantinopolitanische Glaubensbekenntnis)

Beide Bekenntnisse haben ihren Ursprung bereits in der Antike und bündeln die wichtigsten Aussagen des christlichen Glaubens.


Apostolische Glaubensbekenntnis (Apostolikum)

Diese Form soll auf die Apostel zurückgehen und ältesten schriftlichen Aufzeichnungen reichen bereits in das 4. Jahrhundert zurück. Es hat seinen Ursprung im sogenannten „Altrömischen Bekenntnis“. Hier der gesamte Wortlaut: Es fand im 9. Jahrhundert unter dem Einfluss Karls des Großen (742-814) in der Westkirche Verbreitung.


Das Apostolikum als Text

Deutsch:

Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige katholische,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

Latein:

Credo in Deum,
Patrem omnipotentem,
Creatorem caeli et terrae.

Et in Iesum Christum,
Filium eius unicum, Dominum nostrum:
qui conceptus est de Spiritu Sancto,
natus ex Maria Virgine,
passus sub Pontio Pilato,
crucifixus, mortuus, et sepultus,
descendit ad inferos:
tertia die resurrexit a mortuis;
ascendit ad caelos;
sedet ad dexteram Dei
Patris omnipotentis:
inde venturus est
iudicare vivos et mortuos.

Credo in Spiritum Sanctum,
sanctam Ecclesiam catholicam,
Sanctorum communionem,
remissionem peccatorum,
carnis resurrectionem,
vitam aeternam.
Amen.



Nizäno-Konstantinopolitanische Glaubensbekenntnis (Nizäno-Konstantinopolitanum)

Die große Form des Credos wurde auf den Ökumenischen Konzilien in Nizäa (325) und Konstantinopel (381) verabschiedet sowie auf dem Konzil von Chalcedon (451) als verbindlich bestätigt. Dieses Credo entstand besonders auf dem Hintergrund der Auseinandersetzung mit den frühchristlichen Häresien (u.a. Arianismus).
In Konstantinopel war das Credo als Taufbekenntnis in Gebrauch. Von da aus fand es Eingang in alle ostkirchlichen und orientalischen Liturgien. Das Nicäno-Konstantinopolitanum gelangte über die spanisch-mozarabische Liturgie schließlich in die römische Messordnung und wurde auf Drängen von Kaiser Heinrich II. (973-1024) verbindlich in den römischen Kanon aufgenommen. Allerdings wurde es als zu betender Teil bald nur auf die Sonntage und auf bestimmte Feiertage beschränkt.

Das große Glaubensbekenntnis ist in den Ostkirchen in seiner ursprünglichen Form gültig, wohingegen in der Westkirche der Zusatz „filioque“ (zu deutsch: „und dem Sohn“) durch Papst Benedikt VIII. (ca. 980-1024) offiziell hinzugefügt wurde, was im Jahr 1064 das Schisma mit der Ostkirche nach sich zog.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=l8HA4g03tno

Das „Credo“ als Gregorianischer Choral zum Anhören


Das Nizäno-Konstantinopolitanum als Text:

Deutsch (Ökumenische Fassung):

Ich glaube an den einen Gott,
den allmächtigen Vater,
Schöpfer des Himmels und der Erde
aller sichtbaren und unsichtbaren Dinge.

Und an den einen Herrn, Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn,
aus dem Vater geboren vor aller Zeit.
Gott von Gott, Licht vom Licht,
wahrer Gott vom wahren Gott,
durch den alles erschaffen ist.

Der für uns Mensch geworden ist
und um unseres Heiles Willen
vom Himmel herabgestiegen ist.

Er hat Fleisch angenommen durch den Heiligen Geist
aus Maria, der Jungfrau
und ist Mensch geworden.

Er wurde für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus,
ist gestorben und begraben worden.

Und er ist auferstanden am dritten Tag, gemäß der Schrift,
er ist aufgefahren zum Himmel
und sitzt zur Rechten des Vaters.

Er wird wiederkommen in Herrlichkeit,
Gericht zu halten über Lebendige und Tote
und seines Reiches wird kein Ende sein.

Und ich glaube an den Heiligen Geist,
den Herrn und Lebensspender,
der vom Vater zum Sohne ausgeht,
der mit dem Vater und dem Sohn zugleich
angebetet und verherrlicht wird,
der durch die Propheten gesprochen hat.

Ich bekenne die eine Taufe zur Vergebung der Sünden,
die Auferstehung der Toten
und das Leben der zukünftigen Welt.

Amen.

Lateinisch (Missale romanum):

Credo in unum Deum,
Patrem omnipotentem
factorem coeli et terrae,
visibilium omnium et invisibilium.

Et in unum Dominum Jesum Christum,
filium Dei unigenitum.
Et ex Patre natum ante omnia saecula.
Deum de Deo, lumen de lumine.
Deum verum de Deo vero,
per quem omnia facta sunt.

Qui propter nos homines
et propter nostram salutem
descendit de coelis.

Et incarnatus est de Spiritu Sancto
ex Maria Virgine
et homo factus est.

Crucifixus etiam pro nobis sub Pontio Pilato,
passus et sepultus est.

Et resurrexit tertia die secundum scripturas,
et ascendit in coelum,
sedet ad dexteram Patris.

Et iterum venturus est cum gloria
judicare vivos et mortuos
cujus regni non erit finis.

Et in Spiritum Sanctum,
Dominum et vivificantem:
qui ex Patre Filioque procedit.
Qui cum Patre et Filio
simul adoratur et conglorificatur,
qui locutus est per Prophetas.

Confiteor unum baptisma in remissionem peccatorum.
Et expecto resurrectionem mortuorum
et vitam venturi saeculi.

Amen.


Das Glaubensbekenntnis in der Liturgie

In der katholischen Liturgie hat das Glaubensbekenntnis seinen festen Platz innerhalb der sonntäglichen Gottesdienstfeier (nach dem Evangelium bzw. nach der Homilie) sowie beim Sakrament der Taufe und Firmung. Während in der nachkonziliaren neuen Messform in der Regel das kleine Glaubensbekenntnis gebetet oder gesungen wird, kennt der klassisch-römische Ritus grundsätzlich nur das große Nizäno-Konstantinopolitanische Glaubensbekenntnis in der Heiligen Messe, dass hier es als feierlicher Choral gesungen wird. Jedoch wird das Apostolische Glaubensbekenntnis in der überlieferten Liturgie im Ritus der Taufe gebetet.
Besonders in der Osternacht hat das Glaubensbekenntnis eine hervorgehobene Bedeutung, wenn hier alljährlich der Glaube von allen Teilnehmern erneuert wird.
Das Apostolische Glaubensbekenntnis gehört auch zum festen Bestandteil des Rosenkranzes.


Credo: Das Glaubensbekenntnis verstehen
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Quellen:

  • Seewald, Peter: Kult; München 2007, S. 45.
  • Ramm, Martin: Zum Altare Gottes will ich treten; Thalwil 2018, S. 103.
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Letzte Aktualisierung am 15.12.2019 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API