Gewissenserforschung – Vorbereitung auf die Beichte

Zur Vorbereitung auf das Sakrament der Buße benötigen wir einen sogenannten Beichtspiegel, den wir hier näher vorstellen möchten.


Kleiner Exkurs zur Beichte

Als katholische Christen sind wir angehalten mindestens einmal im Jahr das Sakrament der Versöhnung zu empfangen, nämlich in der österlichen Bußzeit zur Vorbereitung auf das wichtigste Fest der Christenheit, dem Osterfest (Feier des Todes und der Auferstehung Jesu). Allerdings empfiehlt sich ein häufigerer Empfang des Bußsakramentes, als nur einmal im Jahr. Denn durch den regelmäßigen Empfang der Beichte konfrontieren wir uns auch austomatisch öfters mit unseren eigenen Unzulänglichkeiten und Fehlern. Auf diese Weise können wir im Glauben sowie in unserer Persönlichkeit wachsen und reifen, was uns der Heiligkeit näher bringt, zu der wir als Christen berufen sind. Bei jeder Beichte wird uns die besondere Gnade der Vergebung Gottes jedes Mal aufs Neue geschenkt. Zugleich entgehen wir beim regelmäßigen Empfang dieses Sakramentes der Gefahr, dass unsere Seele bei einem unvorhergesehen Tod verloren geht und diese am Ende womöglich nicht in den Himmel kommt, aufgrund sich angehäufter und nicht gebeichteter Sünden.


Was ist ein Beichtspiegel bzw. Gewissensspiegel?

Um uns richtig auf das Sakrament der Versöhnung, die hl. Beichte, vorzubereiten, ist es sehr sinnvoll dazu einen Beichtspiegel als Orientierungshilfe durchzugehen. Dieser richtet sich nach den zehn Geboten sowie nach den Geboten der Kirche, die aus dem Dekalog abgeleitet sind. Ein Beichtspiegel bietet uns eine hervorragende Richtschnur, um zu erkennen, was alles in den würdigen Empfang einer Beichte gehört.


Drei Grundsätze!

1. Beichte aufrichtig und vollständig!
2. Beichte gründlich und persönlich!
3. Beichte öfter und regelmäßig!


Unterschied zwischen lässlicher und schwerer Sünde

Es wird nach katholischer Morallehre zwischen zwei verschiedenen Formen von Sünden unterschieden:

Schwere Sünden / Todsünden

Bei schweren Sünden bzw. Todsünden handelt es sich um eine wissentliche und willentliche Übertretung eines göttliches Gebotes in einer wichtigen Sache. Aufgrund dieser Sünde verliert der Mensch das übernatürliche Leben der Seele (auch heiligmachende Gnade genannt). Hierunter fallen z.B.:

  • schweres Fluchen (z.B. wenn der Name Gottes dabei missbraucht wird oder das Wort „verdammt“ fällt
  • Trunksucht
  • andauernde Feindschaft, in der Familie, unter Verwandten (Erbstreitigkeiten), unter Nachbarn
  • üble Nachrede
  • gewohnheitsmäßiger Missbrauch der Geschlechtskraft ist schwere Schuld (z.B. regelmäßige Selbstbefriedigung)
  • sündhafter Umgang → außerehelicher Verkehr (Ehebruch), vorehelicher Verkehr (Verlobte), unehelicher Verkehr (Umgang ohne Bindung)

Wer sich im Stand der schweren Sünde befindet, sollte dringend beichten gehen!

Lässliche Sünden

Die lässliche Sünde bezeichnet den Verstoß gegen ein göttliches Gebot in kleinerer Sache oder nicht mit voller Erkenntnis oder freiem Willen. Beim Begehen einer lässlichen Sünde verliert der Mensch die heiligmachende Gnade nicht. Bei diesen Sünden gilt das Wort des heiligen Augustinus:

Halte aber diese Sünden, die wir als leicht bezeichnen, nicht für harmlos. Falls du sie für harmlos ansiehst, wenn du sie wägst, zittere, wenn du sie zählst. Viele kleine Dinge bilden eine große Masse; viele Tropfen füllen einen Fluss; viele Körner bilden einen Haufen. Welche Hoffnung haben wir also? Zuerst das Bekenntnis!

Hinweis! Die häufig in der Fastenzeit oder im Advent angebotenen Bußgottesdiensten / Versöhnungsfeiern ersetzen nicht die persönliche Beichte! Eine solche Bußandacht eignet sich allerdings als eine schöne Vorbereitung auf die sakramentale Beichte.

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Voraussetzungen für eine würdige Beichte

Um das Bußsakrament gültig zu empfangen, müssen wir folgende Voraussetzungen erfüllen:

  1. unser Gewissen erforschen,
  2. eine echte Reue erwecken,
  3. unsere Sünden bekennen,
  4. die vom Priester auferlegte Genugtuung leisten,
  5. einen guten und konkreten Vorsatz fassen

Die Reue

Die wichtigste Voraussetzung für den Empfang der Beichte ist die Reue, weil wir ohne sie keine Sünde Vergebung der Sünden erlangen können. Die Reue ist die innere Abkehr von der Sünde und die gleichzeitige Hinwendung zu Gott mit dem festen Vorsatz, die jeweilige Sünde nicht zu wiederholen. Es gibt zwischen unterschiedliche Formen der Reue:

  • Liebesreue (vollkommene Reue): Sie wird geboren aus dem Gedanken an die göttliche Liebe und aus der Scham darüber, diese Liebe verletzt zu haben. In ihr ist die Kraft, jede Schuld augenblicklich zu tilgen. Mit der vollkommenen Reue ist stets das Verlangen nach der heiligen Beichte verbunden. Es ist daher nicht möglich, eine Liebesreue zu erwecken, um nicht beichten zu müssen! Eine vollkommene Reue soll man vor allem in Todesgefahr erwecken.
  • Furchtreue (unvollkommene Reue): Sie wird geboren aus dem Gedanken an die göttliche Gerechtigkeit, denn jede Sünde verdient von Gott eine gerechte Strafe. Unvollkommen heißt sie, weil sie alleine nicht genügt, um schwere Sünden zu tilgen. Sie kann aber nützlich sein, um sich von der Sünde abzuwenden und eine wahre Umkehr vorzubereiten. Zum Empfang der heiligen Beichte ist sie hinreichend.
  • eitle Reue: Sie hat keinen Wert und nützt auch nichts für die Beichte, denn die Sünde ist einem nur deshalb peinlich, weil man sich vor den Menschen schämt. An die Liebe Gottes und seine Gerechtigkeit aber denkt man nicht und man will sich auch nicht bessern.

Gebet zum Bewusstmachen der Sünde

Meine sündige Seele, warum weinst du nicht?
Du sollst weinen, o Seele, und immer klagen,
und darin wirst du Trost finden,
denn du wirst nicht weinen können, wenn der Tod kommt,
und nach dem Tod werden deine Sünden dich verurteilen.
Wirf deine sündige Kleidung in Reue weg,
denn wenn du deine Sünden nicht wegwirfst,
wirst du der Hölle mit Sicherheit nicht entkommen.
Die Leidenden tragen Kronen auf dem Kopf
und singen das Lied der Erzengel:
Halleluja, Halleluja, Halleluja.

(orthodoxer Gesang)

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=xOiycw4UQGA

Das Gebet als orthodoxer Gesang zum Anhören


Der Vorsatz

Es wird zwischen zwei Arten von Vorsätzen unterschieden:

  1. allgemeiner Vorsatz: Er besteht im ernsthaften Willen, (1) die Sünde nicht mehr zu tun, (2) die nächste Gelegenheit besonders zur schweren Sünde entschieden zu meiden und etwaige ungeordnete Lebensumstände zu ändern, und (3) falls ein Schaden entstanden ist, diesen nach Möglichkeit wieder gutzumachen.
  2. besonderer Vorsatz: Er dient besonders dem Wachstum im geistlichen Leben und in der Nachfolge Christi. Wer Unkraut jätet, wird nicht nur die Köpfe abreißen, sondern dem Unkraut an die Wurzeln gehen. Der besondere Vorsatz besteht darin, dass man gezielt die wichtigsten persönlichen Fehler ins Visier nimmt und sie durch Wachsamkeit und Tugendübung überwindet.

Gebete zur Vorbereitung

Gott, Du stößt niemanden zurück, sondern lässt Dich in liebevollem Erbarmen auch vom größten Sünder durch Buße versöhnen; blicke gnädig auf mein demütiges Flehen und erleuchte mein Herz, auf dass ich meine Fehler erkenne und recht bekenne und so Deine Gnade erlange. Amen.


Gott, allmächtiger Vater. Du bist der Herr über mein Leben. Nichts ist vor Dir verborgen und jedes Herz liegt offen vor Dir. Vor Deinem Angesicht will ich mein Leben prüfen. Läutere durch die Eingießung des Heiligen Geistes die Gedanken meines Herzens, auf dass ich die Gnade erlange, Dich vollkommen zu lieben und gebührend zu loben.


Heiliger Geist erleuchte mich, Deine Gnade stärke mich! Bewege mein Herz, damit ich meine Sünden recht erkenne, sie aufrichtig bekenne und mich wahrhaft bessere!


Gewissenserforschung

Vor dem Empfang des Bußsakramentes müssen wir uns in einer sorgfältigen Gewissenserforschung erst einmal klar werden, welche Sünden und Fehler wir begangen haben. Auch wenn uns die schweren Vergehen sicherlich sofort wieder einfallen, geraten besonders die lässlichen Sünden erfahrungsgemäß schnell in Vergessenheit. Als hervorragende Erinnerungshilfe und Gedächtnisstütze dient hierzu der Beicht- bzw. Gewissensspiegel, anhand dessen wir die Gewissenserforschung vornehmen sollten.


Vorfragen

Wann war meine letzte Beichte? War sie gültig? Habe ich absichtlich etwas Wichtiges verschwiegen? Habe ich die auferlegte Buße verrichtet? – angerichteten Schaden wieder gutgemacht? Welches war mein Hauptvorsatz? Wie habe ich ihn ausgeführt?


Gewissenserforschung für die Beichte / Absolution bzw. Lossprechung


Dein Verhalten gegen Gott

Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben aus deinem ganzen Herzen!

Erstes Gebot

Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst keine fremden Götter neben mir haben!

Wie steht es mit meinem Glauben?
  • Ist mein Glaube lebendig? Oder war ich im Glauben lau oder gleichgültig? Habe ich leichtfertig Glaubenszweifel gehegt oder den Glauben verleugnet? Habe ich mich meines Glaubens geschämt? Habe ich Reden gegen den Glauben, den Papst oder die Kirche geführt, diese gern angehört oder dazu geschwiegen, wo ich hätte reden müssen (sei es aus Feigheit oder Menschenfurcht)?
  • Habe ich meinen Glauben genährt, durch Lesen guter Bücher, Schriftlesung, Beschäftigung mit Glaubensfragen oder der Besuch von Katechesen? Wie steht es um meine Kenntnis des Katechismus? Kenne ich die 10 Gebote und habe ich sie wirklich bewusst zum Maßstab meines Lebens gemacht?
  • Habe ich meinen Glauben gefährdet durch Lesen glaubens- und kirchenfeindlicher Schriften? Habe ich solche verbreitet? Bin ich glaubensfeindlichen Vereinigungen beigetreten, vom Glauben abgefallen oder aus der Kirche ausgetreten?
  • Baue ich mir ein Gottesbild nach meinen eigenen Ideen, Wünschen und Phantasien?
  • Habe ich Magie, Spiritismus oder Okkultismus betrieben? Bin ich abergläubisch?
  • Diene ich den vergänglichen Götzen dieser Welt: Macht, Reichtum und Ehre?
Wie steht es mit meiner Hoffnung?
  • War ich in Prüfungen und Widerwärtigkeiten kleinmütig, verzagt, wehleidig, selbstmitleidig und/oder ungeduldig?
  • Habe ich an Gottes Vorsehung gezweifelt oder gegen Gott und seine Vorsehung gemurrt?
  • Habe ich an Gottes Barmherzigkeit gezweifelt oder vermessen darauf vertraut?
  • Habe ich gesündigt mit dem Gedanken: Ich kann es ja wieder beichten?
Wie steht es mit meiner Liebe zu Gott?
  • Habe ich mich bemüht, in der Liebe zu Gott zu wachsen?
  • Habe ich mir Mühe gegeben, mit Gott zu leben, an ihn zu denken, ihn zu grüßen oder ihm Freude zu machen? Oder habe ich kaum; oder nie an Gott gedacht?
  • Hat Gott die erste Stelle in meinem Leben? Bin ich bereit, aus Liebe zu Gott auch kleine Opfer zu bringen?
  • Vertraue ich mehr auf mich selber als auf Gott? Sind mir Menschen, Besitz, beruflicher Aufstieg, Ansehen, Verdienst und bequemes Leben wichtiger als Gott?
  • Folge ich Christus nach, wohin er mich führt? Möchte ich mein Leben nach seinem Willen gestalten, oder lieber nach meinen eigenen Vorstellungen?
Wie steht es mit meinem Beten?
  • Bete ich? Habe ich das Morgen-, Abend- und Tischgebet verrichtet? Bete ich gut? Habe ich mich um Sammlung und Andacht bemüht oder habe ich mich beim Gebet freiwillig zerstreut? Bete ich gerne?
  • Habe ich vielleicht längere Zeit gar nicht gebetet?
  • Habe ich Ehrfurcht vor Gott und den Sakramenten? War ich nachlässig im Sakramentenempfang? Habe ich ein Sakrament unwürdig empfangen? Habe ich für empfangene Wohltaten auch gedankt?

Zweites Gebot

Du sollst den Namen des Herrn deines Gottes, nicht vergeblich führen!

Heilige Namen
  • Habe ich eine Haltung der Ehrfurcht vor heiligen Namen und Dingen? Oder habe ich den Namen Gottes oder andere heilige Namen leichtfertig ausgesprochen, zum Fluchen missbraucht oder im Zorn? Habe ich über Gott gespottet oder gelästert?
  • Habe ich grundlos oder falsch geschworen oder ein Gelübde nicht erfüllt?
Heilige Dinge und heilige Orte
  • Habe ich über heilige Dinge gespottet oder fremden Spott schuldbar geduldet?
  • Habe ich mich an heiligen Orten ehrerbietig benommen und auf geziemende Kleidung geachtet?
Gottgeweihte Personen
  • Habe ich gottgeweihten Personen die gebührende Ehre bezeugt? Oder habe ich in liebloser Weise die Kirche, den Papst, die Bischöfe oder die Priester kritisiert?
  • Wie habe ich sie betitelt? Habe ich für sie gebetet?

Drittes Gebot

Gedenke, dass du den Sabbat heiligst!

  • Habe ich meine Zeit gut genutzt? Oder habe ich viel Zeit sinnlos vertan? Weiß ich mich für die Verwendung meiner Zeit vor Gott verantwortlich? War ich zu sehr in irdischen Sorgen gefangen?
  • Habe ich mich bemüht, den Sonntag zu heiligen? Habe ich an Sonntagen oder gebotenen Feiertagen aus eigener Schuld die hl. Messe versäumt? Bin ich mir bewusst, dass das Sonntagsgebot unter schwerer Sünde verpflichtet? Habe ich vielleicht nur äußerlich an der hl. Messe teilgenommen und mich zu wenig um eine gute äußere Haltung bemüht? Bin ich aus eigener Schuld zu spät gekommen oder zu früh fortgegangen? Habe ich unwürdig kommuniziert? Habe ich andere daran gehindert, der hl. Messe beizuwohnen?
  • Habe ich Sonn- und Feiertage durch knechtliche Arbeit entweiht? Habe ich ohne hinreichenden Grund am Sonntag werktägliche Arbeiten verrichtet, die ich eben so gut am Samstag oder Montag hätte tun können? Habe ich mich um die Pflege einer sonntäglichen Familienkultur bemüht? Habe ich auf die notwendige körperliche Erholung geachtet?

Unter das Verhalten gegenüber Gott werden auch die speziellen Gebote der Kirche gezählt:

Kirchengebote

  • Habe ich an Sonntagen und gebotenen Feiertagen an der hl. Messe teilgenommen und keine Arbeiten verrichtet, welche die Heiligkeit dieser Tage gefährden? Oder habe ich Ausreden, um die Sonntagsmesse nicht zu besuchen?
  • Habe ich am Aschermittwoch und Karfreitag das Fast- und Abstinenzgebot gehalten?
  • Habe ich das Gebot befolgt, mindestens eine Stunde vor Empfang der heiligen Kommunion nüchtern zu bleiben?
  • Habe ich immer das Freitagsgebot gehalten (Verzicht auf Fleischspeisen oder Ersatzopfer an allen Freitagen, die nicht auf ein Hochfest fallen)?
  • Habe ich wenigstens einmal im Jahr meine Sünden gebeichtet und das Bußsakrament empfangen?
  • Habe ich wenigstens in der österlichen Zeit oder aber in Todesgefahr das Sakrament der Eucharistie empfangen?
  • Habe ich im Rahmen meiner Möglichkeiten die Kirche in ihren materiellen Erfordernissen unterstützt?

Dein Verhalten gegen den Nächsten

Die echte Gottesliebe muss sich auswirken in tätiger Nächstenliebe. Darum müssen wir den Gottesblick haben für Sein Antlitz im Mitmenschen. Hilfe dabei ist das Gebet: Herr, lass mich mit Deinen Augen die Menschen sehen und mit Deinem Herzen lieben! Nur mit echter Ehrfurcht vor der Gottebenbildlichkeit im Nächsten werden wir ihm gerecht.

Viertes Gebot

Du sollst Vater und Mutter ehren!

Verhalten als Kind
  • Habe ich meine (Schwieger-)Eltern geachtet? Hatte ich ihnen gegenüber ein aufrichtiges Wohlwollen?
  • Habe ich gerne auf ihren Rat gehört?
  • Habe ich Achtung vor ihnen gehabt auch angesichts ihrer Schwächen, sei es in Tagen von Krankheit und/oder aufgrund ihres Alters?
  • Habe ich mich bemüht, ihnen Freude zu machen? Oder habe ich ihnen Kummer bereitet?
  • Habe ich es unterlassen, ihnen in geistigen oder materiellen Nöten beizustehen?
  • Habe ich für meine Eltern gebetet? Oder habe ich sie verachtet, sie gehasst oder schlecht über sie geredet?
  • Habe ich zugefügtes Unrecht von Herzen verziehen?
  • War ich gegen sie eigensinnig, grob, lieblos, trotzig und/oder undankbar?
  • Habe ich die Eltern bedroht, misshandelt und/oder ihnen den Tod gewünscht?
  • Habe ich mich meiner Eltern geschämt?
Verhalten als Bruder/Schwester
  • Habe ich mich gegen meine Geschwister versündigt durch Zank, Streit, Verführung oder Neid?
  • Habe ich nötige Anstrengungen zur Versöhnung unternommen?
Verhalten als Elternteil
  • Habe ich für die (auch religiöse) Erziehung meiner Kinder gesorgt? Denke ich an ihr ewiges Heil?
  • Habe ich mich bemüht, jedem einzelnen Kind gerecht zu werden und ihre Persönlichkeit zu achten? Habe ich ein Kind ungerechter Weise bevorzugt?
  • Habe ich mir genügend Zeit genommen für meine Familie, meine Kinder? Suche ich Gelegenheiten, mit ihnen ins Gespräch zu kommen? Habe ich sie liebevoll aber bestimmt auf ihre Fehler hingewiesen und ihnen das Gute gezeigt oder war ich dazu zu bequem?
  • Versuche ich, meinen Kindern ein Freund zu sein? Schaffe ich ein Klima gegenseitigen Vertrauens? Oder habe ich das Vertrauen meiner Kinder verletzt?
  • Bin ich meinen Kindern ein gutes Vorbild gewesen? Oder habe ich mich vor ihnen gehen lassen? War ich zu grob, nachsichtig und/oder zu launisch? Erziehe ich sie mit Liebe?
  • Verwöhne ich meine Kinder zu sehr?
  • Bin ich zu ehrgeizig mit meinen Kindern?
  • Liebe ich jedes meiner Kinder, auch wenn eines schwieriger ist? Sehe ich in ihnen ein Geschenk Gottes?
  • War für mich im Strafen die Liebe zum Kind und sein Wohl maßgebend? Oder habe ich sie ungerecht (im Zorn) gestraft (z.B. im Affekt geschlagen)? Habe ich ihnen Kummer bereitet? Müssen meine Kinder unter meinen Launen leiden?
  • Habe ich auf ihren Umgang geachtet und unerlaubte Bekanntschaften oder schlechte Gelegenheiten schuldhaft geduldet?
  • Habe ich mich meiner Kinder geschämt und an ihnen nur die schlechten Seiten gesehen?
Verhalten als Ehegatte
  • Habe ich mich um einen liebevollen Umgang mit meinem Ehegatten bemüht? Oder war ich mit ihm weniger liebenswürdig als mit Außenstehenden? War ich auf seine schlechten Eigenschaften fixiert, oder sehe ich an ihm auch das Gute?
  • Habe ich mit meinem Gatten gestritten, ihn schlecht behandelt und/oder ihn verletzt?
  • Habe ich ihn zu lange allein gelassen? Habe ich mich für seine Sorgen und Anliegen interessiert? Habe ich ihm zugehört und ihm Gelegenheit gegeben, sich auszusprechen?
  • Habe ich seine Autorität vor den Kindern unterstützt? Oder habe ich ihn vor den Kindern zurechtgewiesen und kritisiert?
  • Beklage ich mich über die Lasten meiner familiären Pflichten oder erfülle ich sie gerne?
Verhalten als Untergebener oder Vorgesetzter
  • Setze ich mich auf Arbeit für das Wohl der anderen ein, oder geht es mir nur um mich selbst?
  • Habe ich meine Lehrer oder Vorgesetzten geachtet? Oder war ich gegen die geistliche oder weltliche Obrigkeit widerspenstig?
  • Habe ich meine beruflichen Pflichten gewissenhaft erfüllt?
  • Habe ich andere durch Nachlässigkeit oder Unhöflichkeit verärgert?
  • Habe ich gerechte Gesetze und Anordnungen missachtet?
  • War ich gegen meine Kollegen launenhaft, lieblos? und/oder hart? Habe ich zu viel von ihnen verlangt und/oder mich zu wenig um ihr leibliches und seelisches Wohl gekümmert?
Sonstiges Verhalten
  • Verhalte ich mich so, dass andere an meinem Beispiel wachsen können?
  • Bin ich hilfsbereit, ohne sofort Gegenleistung zu erwarten?
  • Drücke ich mich vor öffentlichen sozialen Aufgaben?

Unter das Verhalten gegenüber dem Nächsten werden auch die Standes- und Berufspflichten gezählt:

Standes- und Berufspflichten

  • Wie habe ich meine Pflichten erfüllt als Single, Ehegatte, Vater, Mutter oder Witwer? – als Vorgesetzter, Arbeitgeber, Arbeitnehmer?
  • Bemühe ich mich um Ordnung, Sauberkeit und Pünktlichkeit?
  • Beunruhigt mich sonst noch etwas? Welches ist meine Gewohnheitssünde oder mein Hauptfehler (Wurzelsünde)? Der Egoismus, die ungeregelte Selbstliebe, ist die Hauptursache aller Sünden. Die Eigenliebe, jener Lebensfehler, der ein Gefolge von sieben Hauptsünden ausbrütet, steckt hinter allen ungeregelten Verhaltensweisen.

Fünftes Gebot

Du sollst nicht töten!

Das eigene Leben
  • Habe ich eine hohe Auffassung von der Heiligkeit des Lebens? Bin ich mir bewusst, dass mein Leben mir nur anvertraut ist und dass ich einmal vor Gott Rechenschaft darüber ablegen muss?
  • Habe ich mir den Tod gewünscht, ohne mich dabei der Vorsehung Gottes zu unterwerfen?
  • Habe ich mutwillig mein Leben in Gefahr gebracht und/oder leichtfertig meiner Gesundheit geschadet? → z.B. durch übermäßigen Genuss von Alkohol, Nikotin, Koffein, durch Drogen, durch Unmäßigkeit im Essen, durch künstliches Erbrechen, durch zu wenig Schlaf, durch unvernünftige und gefährliche Sportarten, gewagte Mutproben oder im Straßenverkehr
  • Habe dabei ich nur mich selbst gefährdet oder auch andere? Habe ich die Sorge um meine Gesundheit übertrieben?
  • Bin ich freiwillig mit schlechten Menschen umgegangen?
  • Habe ich mich der Gefahr der Sünde ausgesetzt, die nächste Gelegenheit zur Sünde nicht gemieden? Habe ich mich jetzt ganz von solchen Gefahren abgewendet?
  • Habe ich versucht, mein Gewissen abzustumpfen und es zum Schweigen zu bringen? Bin ich fähig, Schuld und Versagen vor Gott einzugestehen?
Das Leben des Nächsten
  • Habe ich anderen am Leben oder an der Gesundheit geschadet? Habe ich ein Menschenleben auf dem Gewissen? Habe ich ungeborenes Leben getötet oder töten wollen? Habe ich zu einer Abtreibung beigetragen, dazu geraten, gedrängt oder geschwiegen? Habe ich Euthanasie gut geheißen oder für mich selbst daran gedacht? Habe ich anderen leiblich geschadet, sie geschlagen oder sie körperlich verletzt? Habe ich mich an brutalen Darstellungen ergötzt?
  • Habe ich dem Nächsten in der Not geholfen? Habe ich Zorn, Groll, Abneigung gegen andere gehegt oder Hass und Rachsucht aufkommen lassen? Habe ich in Feindschaft gelebt? War ich unversöhnlich, nachtragend oder schadenfroh? Wie habe ich Menschen behandelt, gegen die ich eine natürliche Abneigung empfinde? Habe ich Zwietracht gestiftet? Habe ich anderen Böses gewünscht oder sie verflucht? War ich lieblos, neidisch oder gehässig? Habe ich anderen beleidigende Schimpfnamen gegeben oder sie verachtet? Habe ich andere absichtlich zum Zorn gereizt?
  • Habe ich anderen an der Seele geschadet? → z.B. durch direkte Verführung zur Sünde, durch schlechtes Beispiel, durch schlechten Rat oder durch Gutheißen bzw. Loben des Bösen
  • Prüfe vor allem auch dein Verhalten gegen deine Allernächsten; gegen den Ehegatten, die Angehörigen, die Nachbarn!
  • Habe ich Tiere gequält, Pflanzen mutwillig zerstört oder Abfall in die Natur geworfen?
  • Kann ich meine bisherige Lebenseinstellung vor Gott und meinen Mitmenschen verantworten?

Sechstes Gebot

Du sollst nicht Unkeuschheit treiben!

Dieses Gebot überschneidet sich auch teilweise mit dem 9. Gebot („Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib!“)

Schamhaftigkeit
  • Bin ich mir bewusst, dass mein Leib ein Tempel des Hl. Geistes ist? Denke ich edel über die Geheimnisse des Lebens?
  • War ich schamhaft? Habe ich mich selbst und andere vor jeder leichtfertigen Aufreizung geschlechtlicher Begierden geschützt?
  • Habe ich mich bemüht, in meinem ganzen Wesen edel und rein zu sein sowie meine Augen zu beherrschen? Oder war ich unschamhaft im Denken, Reden, Zuhören und Anschauen durch vorwitzige Blicke, gedankenloses Mitmachen schamloser Mode-, Bade- und Tanzunsitten oder durch Anschauen fragwürdiger Filme, Theaterstücke, Bilder, Zeitschriften, Werbungen, Internetseiten, Computerspiele usw.?
  • Kann ich sicher sagen, dass mir der Fernseher nicht schadet?
  • Habe ich vulgäre bzw. obszöne und blasphemische Witze erzählt oder Sprüche gerissen, ungebührliche Lieder gesungen usw.?
  • Bin ich in meinem Benehmen und Reden ordinär?
  • Habe ich andere zu schlechten Gedanken verführt, durch schlechte Reden, durch ungenügende, aufreizende oder zu enge Kleidung?
Keuschheit
  • Habe ich unkeusche Gedanken und Phantasien mit Wohlgefallen in mir unterhalten oder freiwillig unkeusche Empfindungen hervorgerufen? Reize ich meine Phantasie und Begierde durch pornographische Hefte oder Filme?
  • Habe ich in unkeuscher Absicht gewünscht, etwas zu sehen, zu hören, zu tun?
  • Habe ich mich mit Freude an früher begangene Sünden erinnert?
  • Habe ich sündhaften oder gefährlichen Umgang gehabt?
  • Habe ich Unkeusches getan – allein, mit anderen oder zugelassen, geduldet, – mit Verheirateten, Personen gleichen Geschlechts, Kindern oder Jugendlichen? Bin ich mir bewusst, dass ich nur in einer dauerhaften ehelichen Liebesbeziehung bis zum Tod glücklich werden kann?
  • Lasse ich mich von meinen Begierden beherrschen? Habe ich widernatürliche Praktiken oder Selbstbefriedigung getan? Habe ich mich hinreichend und ernsthaft bemüht, davon loszukommen?
Verlobte
  • Mache ich mich durch vorehelichen Verkehr immer mehr unfähig, eine tiefe und dauerhafte Liebesbeziehung aufzubauen?
  • Ist wahre Liebe der Hauptgrund unseres Verhältnisses?
  • Bin ich bereit zu selbstloser Hingabe oder beherrscht mich der egoistische Drang besitzen zu wollen?
  • Achte ich auf die charakterliche und religiöse Reife meines Verlobten, oder schaue ich nur auf äußerliche Merkmale?
  • Gebe ich mich der Illusion hin, dass gravierende Mängel sich nach der Heirat bessern?
  • Bemühe ich mich darum, sittliche Gefahren entschieden zu meiden (z.B. längere Treffen in Privaträumen, gemeinsamen Urlaub, Übernachtungen in einem Zimmer usw.)?
  • Hat mein Verhältnis mich von Gott entfernt? Empfange ich in dieser Zeit häufiger die Sakramente, um mehr Gnade von Gott zu erhalten?
Ehepartner
  • Habe ich eine hohe Auffassung von der Heiligkeit der Ehe? Kenne ich die Morallehre der Kirche und habe ich mich bemüht, danach zu leben?
  • Habe ich die Ehe gebrochen und meinen Ehepartner betrogen? Bin ich in eine fremde Ehe eingedrungen?
  • Habe ich die eheliche Treue verletzt durch freiwillige unkeusche Gedanken und Begierden? Habe ich geflirtet? Habe ich meinem Gatten Anlass zur Eifersucht gegeben?
  • Bemühe ich mich, meinen Ehepartner nicht nur körperlich sondern auch geistig zu lieben?
  • Habe ich gefährliche Situationen gemieden? Lebe ich in einem sündhaften Verhältnis?
  • Bin ich meinem Ehegatten immer mit der nötigen Ehrfurcht und mit Rücksicht begegnet?
  • Habe ich die Pflichten der Ehe verletzt oder mich ohne Grund verweigert?
  • Habe ich mich unter Mithilfe meines Ehepartners selbstbefriedigt?
  • Habe ich den Willen zum Kind? Oder habe ich gewohnheitsmäßig und ohne hinreichenden Grund von der Ehe nur an solchen Tagen Gebrauch gemacht, an denen eine Empfängnis ausgeschlossen ist?
  • Habe ich Verhütungsmittel gebraucht oder es von meinem Ehegatten gefordert bzw. schuldhaft geduldet (auch solche mit abtreibender Wirkung wie z.B. Pille und Spirale)?
  • Habe ich mich sterilisieren oder künstlich befruchten lassen?
Eltern
  • Habe ich mich hinreichend bemüht, in meiner Familie eine für die Keuschheit gedeihliche Atmosphäre zu schaffen?
  • War ich um die moralische Erziehung meiner Kinder besorgt? Erkläre ich meinen Kindern den Ursprung des Lebens mit Sensibilität, frühzeitig und entsprechend ihrer Fassungskraft? Oder habe ich dies aus falscher Bequemlichkeit oder Scheu anderen überlassen?
  • Habe ich mich bemüht, in meinen Kindern die Liebe zur Reinheit und die Ehrfurcht vor dem Leib zu wecken, sie zu reifen und opferbereiten Charakteren zu erziehen? Habe ich sie vor schlechten Einflüssen (z.B. durch Schule, Medien, Kameraden usw.) nach Kräften bewahrt?
Tipps gegen Unkeuschheit! Besonders in unserer Zeit werden wir überall mit pornografischen Inhalten in Medien und Werbung angefochten. Um im Kampf gegen diese Versuchungen standhaft zu bleiben haben sich einige Methoden bewährt:

  • Meiden von Gelegenheiten → z.B. bei Film & Zeitschriften nur ausgewählte Inhalte anschauen
  • körperliche Betätigung (z.B. Sport)
  • sinnvolle Beschäftigung / Arbeit → Faulenzerei meiden
  • Mäßigung im Essen und Trinken
  • den Umgang mit unlauteren Menschen meiden
  • Demut
  • tägliches Gebet (auch die Gottesmutter und den hl. Joseph um Beistand bitten)
  • bei schweren Anfechtungen hilft bekanntlich auch kalt duschen

Wenn man doch zu Fall gekommen ist, gilt es sich nicht entmutigen und herunterziehen zu lassen, sondern sofort wieder aufzustehen und weiterzukämpfen (siehe Geistlicher Kampf)!


Siebtes Gebot

Du sollst nicht stehlen!

Dieses Gebot überschneidet sich auch teilweise mit dem 10. Gebot („Du sollst nicht begehren deines Nächsten Gut!“)

  • Habe ich gestohlen? Wenn ja was und wieviel? Habe ich den entstandenen Schaden wieder gut gemacht und das Entwendete zurückgegeben?
  • Habe ich betrogen, überfordert oder unterschlagen?
  • Habe ich die Notlage anderer ausgenutzt?
  • Habe ich Schulden nicht bezahlt?
  • Habe ich Gefundenes oder Geliehenes einfach behalten? Habe ich gegebenenfalls die notwendige Rückerstattung geleistet?
  • Bin ich mit fremden Gütern sorgsam umgegangen? Oder habe ich sie absichtlich oder leichtfertig beschädigt? Habe ich angerichteten Schaden wieder gut gemacht?
  • War ich mit fremdem Eigentum verschwenderisch (z.B. im Büro, durch unerlaubtes Telefonieren, Kopieren, Verschwendung von Werkzeugen, Materialien, Medikamenten usw.)?
  • Bin ich berechnend oder verschlagen im Umgang mit anderen? Geht es mir nur um meinen Vorteil?
  • Habe ich für meinen Lohn die geschuldete Arbeit geleistet? Oder habe ich schlechte Ware geliefert, falsche Arbeitszeit angegeben oder unbegründet krank gefeiert?
  • Habe ich Angestellten den gerechten Lohn verweigert oder sie ausgenutzt? Habe ich Überstunden ausgeglichen?
  • Habe ich über meinen Verhältnissen gelebt oder durch Verschwendung und ungeziemenden Luxus gesündigt?
  • Habe ich ungeordneten Sammlerleidenschaften nachgegeben?
  • Habe ich meiner Familie das ihr zustehende Geld vorenthalten, meinen Lohn an der Theke vertrunken oder bei Glücksspielen (z.B. Online-Casino, Sportwetten, Lotto) verspielt?
  • Habe ich in übertriebener Weise Geld für Tiere ausgegeben?

Achtes Gebot

Du sollst kein falsches Zeugnis geben!

  • Bemühe ich mich um Wahrhaftigkeit und charakterliche Echtheit? Oder habe ich gelogen oder geheuchelt? – In wichtigen Dingen, zum Schaden anderer, aus Leichtfertigkeit, Prahlerei, Feigheit, Stolz, Trotz oder Gehässigkeit? War ich unwahr im Benehmen und Reden?
  • Habe ich durch Schmeichelei, Lobhudelei oder Gefälligkeit andere in ihrem falschen Verhalten bestärkt?
  • Habe ich von anderen ohne Grund Schlechtes gedacht, in mir falschen Argwohn genährt und/oder leichtfertig über sie geurteilt?
  • Habe ich andere verleumdet, schlecht über sie geredet, ihrer Ehre geschadet oder sie beschimpft? Habe ich ohne hinreichenden Grund die Fehler anderer aufgedeckt, sie weitererzählt, wirkliche Fehler durch Übertreibung vergrößert oder unsichere Gerüchte verbreitet?
  • Habe ich über andere gespottet?
  • Habe ich durch Schwätzereien Unfrieden gestiftet? Habe ich solche gerne angehört?
  • War ich unaufrichtig oder wortbrüchig?
  • Habe ich anvertraute Geheimnisse verraten (z.B. das Briefgeheimnis nicht beachtet, das Berufsgeheimnis verletzt usw.)?
  • Habe ich angerichteten Schaden an Ehre und gutem Ruf des Nächsten wieder gut gemacht?

Dein Verhalten gegen dich selbst

Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!

Neuntes & Zehntes Gebot

Du sollst nicht Begehren der Frau des Nächsten und seines Hab und Gut!

Diese beiden Gebote zielen auf unsere innere Einstellung ab, denn bereits wer sich nach Dingen sehnt, die einem nicht gehören oder die sich nicht gehören (als „Begehren“ bezeichnet), begibt sich in Sünde. So ist das „Begehren“ nicht erst der Beginn von Sünde, sondern ist bereits Sünde im vollen Sinn.

  • Habe ich unkeusche Gedanken & Begierden jedweder Art in mir zugelassen und bin ihn nachgegangen?
  • Habe ich eine hohe Auffassung von der Heiligkeit der Ehe? Kenne ich die Morallehre der Kirche und habe ich mich bemüht, danach zu leben?
  • Gönne ich Anderen, was diese haben? Oder vergleiche ich mich neidisch mit ihnen? War ich zu sehr um irdischen Wohlstand besorgt? Habe ich mit Gott gehadert?
  • Bin ich geizig und eifersüchtig und will alles und alle für mich haben und besitzen?
  • Gebe ich meinen Wünschen einfach nach? Kann ich auf etwas verzichten?

Weitere Fragen, die sich auf eine falsche Einstellung zu mir selbst beziehen:

  • Ist mein Denken, Reden und Tun von der Güte bestimmt?
  • Setze ich meine Talente, Fähigkeiten und Möglichkeiten richtig ein?
  • Habe ich gelogen, falschen Meineid geschworen, Gelübde gebrochen usw.?
  • Bin ich wahrhaftig? Bin ich ehrlich? Betrüge ich mich selbst mit Lebenslügen? Erwarte ich mir zuviel von diesem Leben?
  • Bemühe ich mich, eine reife Persönlichkeit zu werden?
  • Aus welcher Haltung sind meine Sünden entstanden? Liebe ich Gott und bemühe ich mich, aus seiner Liebe zu leben und sie an andere weiter zu geben?

Diese zwei letzten Gebote verlangen Beherrschung nicht nur des äußeren Verhaltens, sondern schon des inneren Begehrens. Hier prüfe deine innersten Gesinnungen und Absichten. Sieh zu, aus welchen bösen Neigungen (Hauptsünden) deine Sünden erwachsen, und arbeite an ihrer Überwindung durch die entgegengesetzten Tugenden. Welches ist deine Hauptsünde?

Die sieben Hauptsünden

  1. Stolz: War ich hochmütig, hoffärtig, ehrsüchtig, gefallsüchtig, putzsüchtig, unbescheiden, herrschsüchtig? Habe ich andere verachtet? Halte ich in Körperpflege und Modeaufwand das rechte Maß? Wie ertrage ich wohlmeinende Kritik oder das Lob auf die Verdienste anderer? Halte ich mich für besser als die anderen? Bin ich egoistisch? Möchte ich gerne im Mittelpunkt stehen? Möchte ich immer der Beste sein? Möchte ich vor den Menschen etwas gelten? Schaue ich erhaben auf andere herab? Vertrage ich keine Kränkung?
  2. Geiz: War ich habsüchtig, geizig oder hart gegen Bedürftige? Habe ich mein Herz sündhaft an irdische Güter gehängt? Bemühe ich mich um Werke der leiblichen und geistigen Barmherzigkeit? Habe ich Notleidenden gerne geholfen? Oder war ich blind für fremde Not?
  3. Unkeuschheit: Habe ich mich entschieden gewehrt gegen unkeusche Neigungen und/oder mit Versuchungen gespielt?
  4. Neid: War ich missgünstig, neidisch, eifersüchtig oder schadenfroh?
  5. Unmäßigkeit: Habe ich nicht Maß gehalten im Essen, Trinken, Rauchen, Vergnügen oder Tanz? Mag ich mir nichts versagen? Bin ich genusssüchtig, naschhaft oder gierig?
  6. Zorn: War ich zornig bzw. jähzornig, rachsüchtig, unbeherrscht oder gewalttätig? Fange ich oft Streit an? Kann ich nicht verzeihen?
  7. Trägheit: War ich bequem und nachlässig in der Arbeit, in den Berufspflichten? War ich träge im Gebet, im religiösen Leben und in der religiösen Weiterbildung? Habe ich die Arbeit an mir selbst (Selbsterziehung, Selbstüberwindung, Selbstverleugnung) gescheut? War ich ungeduldig und kleinmütig im Tragen des Kreuzes? Möchte ich nur ein angenehmes Leben haben, und ist mir die Ewigkeit bei Gott egal?

Gebete um Reue

Herr Jesus Christus, mein Heiland und Erlöser, Du hast dem reuigen Petrus, der sündigen Magdalena und sogar dem Schächer am Kreuz verziehen: Verzeih auch mir! Ich bereue meine Sünden aus Liebe zu Dir.

O mein Gott, alle meine Sünden bereue ich von ganzem Herzen, weil ich von Dir Strafe verdient habe. Ganz besonders aber tun sie mir leid, weil ich Dich, meinen besten Vater und meinen gütigsten Erlöser, beleidigt habe. Mit Deiner Gnade nehme ich mir fest vor, nicht mehr zu sündigen und die nächste Gelegenheit zur Sünde zu meiden.

O mein Herr und mein Gott! Ich habe nun mit Deiner Gnade mein Gewissen
erforscht. Lass mich meinen Seelenzustand im Lichte des Glaubens so sehen,
wie Du ihn siehst. Lass mich durch Deine Erleuchtung begreifen, was ich in
Gedanken, Worten und Werken, mit meinen fünf Sinnen, mit meinem
Gedächtnis, Verstand und Willen, mit den Kräften des Leibes und der Seele
gesündigt, und was ich Gutes unterlassen habe. Lass es mich herzlich bereuen.
Gib, dass ich Dich über alles liebe, weil Du das höchste, beste Gut bist, das über
alles geliebt zu werden verdient. Amen.
Mein Herr und mein Gott nimm alles von mir, was mich hindert zu Dir!
Mein Herr und mein Gott, gib alles mir. was mich fördert zu Dir!
Mein Herr und mein Gott, nimm mich mir und gib mich ganz zu eigen Dir!
Amen.
Hl. Bruder Klaus von der Flüe (1417-1487)

Weitere Gebete zur Reue…


Nach der Beichte

Im Anschluss an die Beichte soll man ein Dankgebet sprechen sowie die auferlegte Buße möglichst bald verrichten. Der gefasste Vorsatz wird vor Gott getragen und wir bitten ihn um seinen Segen, seine Kraft sowie um die Gnade der Beharrlichkeit.


Gregorianische Gesänge
Benediktusmedaille - Anhänger St Benedikt Medaillon mit Öse zum Aufhängen, Rand vergoldt Ø 2cm
Nazareth Market Store katholischen Gebet Rosenkranz Olivenholz Perlen Halskette Heiligen Boden Medaille & Metall Kreuz

Quellen:


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