Fronleichnam – Gebete

Die Kirche begeht alljährlich am Donnerstag nach dem ersten Sonntag nach Pfingsten (Dreifaltigkeitsfest bzw. Dreifaltigkeistssonntag), das Hochfest des heiligsten Leibes und Blutes Christi, das im Volksmund Fronleichnam (von mittelhdt. „vrône lîcham“ → „des Herren Leib“ abgeleitet) genannt wird.

Was ist Fronleichnam

Mit dem Hochfest des heiligsten Leibes und Blutes Christi (lat. „Sollemnitas Sanctissimi Corporis et Sanguinis Christi“) feiert die katholische Kirche jedes Jahr in besonderer Weise die bleibende Gegenwart Jesu Christi im allerheiligsten Sakrament des Altares (Eucharistie). Dazu ist es Brauch im Anschluss an die feierliche heilige Messe eine Prozession durch Stadt oder Dorf abzuhalten, bei der das Allerheiligste (konsekrierte Hostie) von einem Priester oder Diakon in der Monstranz (befindet sich unter einem Baldachin aus Stoff) zur Anbetung durch die Straßen getragen wird. Die Gläubigen begleiten den liturgischen Festzug unter vielen Gesängen und Gebeten. Draußen sind in der Regel bis zu vier Außenaltäre aufgebaut, an denen Station gemacht wird: Es wird ein Abschnitt aus dem Evangelium gelesen, Fürbitten gesprochen und der sakramentale Segen in alle Himmelsrichtungen gespendet. Die Prozession wird dann in der mit dem Tantum ergo und dem Te Deum beschlossen.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=-xs67InkZ3A

Adoro Te Devote“ als Gregorianischer Choral zum Anhören


Entstehung des Fronleichnamsfestes

Vision der hl. Juliana von Lüttich
Vision der hl. Juliana von Lüttich

Fronleichnam hat seinen Ursprung in den Visionen der heiligen Juliana von Lüttich (1193-1258), in denen diese einen Mond sah, der an einer Stelle verdunkelt war. Sie deutete es als Wunsch Gottes, dass die Kirche ein Fest zur besonderen Verehrung des Altarsakramentes bräuchte. Daraufhin wurde das Fest erstmals im 1246 im Bistum Lüttich begangen und nach einem Blutwunder von Bolsena im Jahre 1263 schließlich durch Papst Urban IV. 1264 zum Fest für die gesamte Kirche erhoben. Der heilige Thomas von Aquin schriebt mehrere Hymnen (Adoro te devote, Pange Lingua, Lauda Sion Salvatorem, Sacris solemniis, Verbum supernum prodiens) für dieses Fest, die bis heute zum elementaren Bestandteil der Liturgie gehören. Das Datum des Fronleichnamsfestes hängt mit Ostertermin zusammen und wird immer am Donnerstag nach dem ersten Sonntag nach Pfingsten gefeiert (60. Tag nach Ostersonntag). Es fällt zeitlich frühestens auf den 21. Mai und spätestens auf den 24. Juni.

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Gebete für Fronleichnam

Eine Auswahl passenden Gebete für das Hochfest des heiligsten Leibes und Blutes Christi:

Kurzes Gebet zu Fronleichnam

Herr Jesus Christus, am heutigen Tag verehren wir Dich in besonderer Weise im allerheiligsten Sakrament des Altares. Schenke Du uns, wir bitten Dich, Anteil an Deinem kostbaren Leib und Blut, damit wir Dir immer ähnlicher werden und einst mit Dir zusammen die ewige Herrlichkeit schauen können. Amen.


Gebet zur Anbetung

Hochgelobt und angebetet sei ohne End, Jesus Christus im allerheiligsten Altarsakrament!


Gebet um Ehrfurcht vor der Eucharistie

Herr Jesus Christus, Du hast uns im allerheiligsten Sakrament des Altares ein Andenken an Dein schmerzhaftes Leiden und Deinen furchtbaren Tod am Kreuz hinterlassen. Hilf uns die heiligen Geheimnisse Deines kostbaren Leibes und Blutes immer würdig zu verehren, damit die Früchte Deiner Erlösung allezeit in uns erfahren. Amen.

(nach der 1. Oration von Fronleichnam)


Lauda Sion Salvatorem (Lobe, Zion, den Erlöser)

Der Hymnus „Lauda Sion Salvatorem“, den der heilige Thomas von Aquin verfasst hat, ist fester Bestandteil der Liturgie von Fronleichnam. Er hat folgt in der heiligen Messe als Sequenz nach dem Graduale.

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Video-Link: https://youtu.be/qjyFJBABHFw

Lauda Sion“ als Gregorianischer Choral zum Anhören

Deutsch:

Deinen Heiland, Sion, preise,
lobe Ihn in Wort und Weise,
der dir Hirt und Führer ist.
Was du kannst, das sollst du wagen;
Ihm gebührend Lob zu sagen,
man vergebens sich vermisst.

Brot, des Lob das Lied verkündet,
das, lebendig, Leben zündet,
Beut sich heute festlich dar.
Dass Er es im heil’gen Saale
Den zwölf Brüdern gab beim Mahle,
ist ohn’ jeden Zweifel wahr.

Lob erschalle, Lob ertöne,
Gott genehm, voll hoher Schöne,
Sei des Herzens Jubellaut.
Denn das Fest wird heut begangen,
von des Tages Glanz umfangen,
Der uns dieses Pfand vertraut.

Neuen Königs Tafelrunde,
neues Lamm im Neuen Bunde
Hat des Alten End’ gebracht.
Neues treibt das Alte fort,
Schatten scheucht der Wahrheit Wort
und das Licht verbannt die Nacht.

Was beim Mahl durch Ihn geschehen,
das hieß Christus uns begehen
zum Gedächtnis Seinem Tod.
Treu befolgend heil’ge Lehren,
Weihen, unser Heil zu mehren,
Wir als Opfer Wein und Brot.

Wie des Christen Glaube lehret,
Brot in Christi Fleisch sich kehret,
und in Christi Blut der Wein.
Sehen kannst du’s nicht, noch fassen;
Starker Glaube wird’s nicht lassen
trotz Natur und Augenschein.

Unter beiderlei Gestalten,
Die als Zeichen nur hier walten,
Birgt sich göttliche Substanz.
Blut als Trank und Fleisch als Speise:
Christus ist auf beide Weise
Bei uns ungeteilt und ganz.

Wer Ihn aufnimmt, bei Ihm weilet,
Hat Ihn voll und ungeteilet,
ungebrochen, unbrechbar.
Einer nimmt und tausend nehmen,
gleichviel stets, soviel auch kämen,
immer bleibt Er, was Er war.

Gute kommen, Böse kommen,
doch nicht jedem will es frommen,
Leben bringt’s und Todesbann.
Bösen: Tod; den Guten: Leben;
Sieh, das Gleiche wird gegeben,
doch nicht Gleiches man gewann.

Wird die Hostie gespalten,
zweifle nicht! Lass Glauben walten,
jedem Teile bleibt erhalten
Doch des ganzen Vollgehalt.
Brechen kann man nur das Zeichen.
Doch nie dessen Sein erreichen;
nichts von Christus kann da weichen,
Weder Zustand, noch Gestalt.

Sieh, das Brot, der Engel Gabe,
wird den Pilgern hier zur Labe,
wahrhaft ist’s der Kinder Habe,
nicht den Hunden werft es hin.
Längst im Bild war’s vorbereitet:
Isaak, der zum Opfer schreitet,
Osterlamm, zum Mahl bereitet,
Manna nach der Väter Sinn.

Guter Hirt, Du wahre Speise,
Dich barmherzig uns erweise;
Nähre uns auf unsrer Reise;
Deine Güter, Jesu, weise
uns im wahren Lebensland.
Du, der alles weiß und leitet,
hier im Todestal uns weidet:
Dort, wo licht Dein Reich sich breitet,
sei uns Los und Tisch bereitet
In der Heiligen Verband. Amen. Alleluja.

Latein:

Lauda Sion Salvatórem,
Lauda ducem et pastórem
In hymnis et cánticis.
Quantum potes, tantum aude,
Quia maior omni laude,
Nec laudáre súfficis.

Laudis thema speciális
Panis vivus et vitális
Hódie propónitur.
Quem in sacrae mensa coenae
Turbae fratrum duodénae
Datum non ambígitur.

Sit laus plena, sit sonóra;
Sit iucúnda, sit decóra
Mentis iubilátio,
Dies enim solémnis ágitur
In qua mensae prima recólitur
Huius institútio.

In hac mensa novi Regis
Novum Pascha novae legis
Phase vetus términat.
Vetustátem nóvitas,
Umbram fugat véritas,
Noctem lux elíminat.

Quod in coena Christus gessit,
Faciéndum hoc expréssit
In sui memóriam:
Docti sacris institútis
Panem, vinum in salútis
Consecrámus hóstiam.

Dogma datur Christiánis,
Quod in carnem transit panis
Et vinum in sánguinem.
Quod non capis, quod non vides,
Animósa firmat fides
Praeter rerum órdinem.

Sub divérsis speciébus,
Signis tantum et non rebus,
Latent res exímiae:
Caro cibus, sanguis potus,
Manet tamen Christus totus
Sub utráque spécie.

A suménte non concísus,
Non confráctus, non divísus
Integer accípitur.
Sumit unus, sumunt mille,
Quantum isti, tantum ille,
Nec sumptus consúmitur.

Sumunt boni, sumunt mali,
Sorte tamen inaequáli,
Vitae vel intéritus.
Mors est malis, vita bonis,
Vide paris sumptionis
Quam sit dispar exitus.

Fracto demum sacraménto,
Ne vacílles, sed meménto
Tantum esse sub fragménto,
Quantum toto tégitur.
Nulla rei fit scissúra,
Signi tantum fit fractúra,
Qua nec status nec statura
Signáti minúitur.

Ecce panis Angelórum,
Factus cibus viatórum,
Vere panis filiórum,
Non mitténdus cánibus!
In figúris praesignátur,
Cum Isaac immolátur,
Agnus Paschae deputátur,
Datur manna pátribus.

Bone pastor, panis vere,
Jesu, nostri miserére,
Tu nos pasce, nos tuére,
Tu nos bona fac vidére
In terra vivéntium.
Tu qui cuncta scis et vales,
Qui nos pascis hic mortáles,
Tuos ibi commensáles,
Cohaerédes et sodáles
Fac sanctórum civium. Alleúja.


Pange lingua (Preise, Zunge, das Geheimnis)

Der Hymnus „Pange lingua“ wurde ebenfalls vom heiligen Thomas von Aquin verfasst komponiert. Am Ende jeder Aussetzung des Allerheiligsten singt der Priester die letzten beiden Strophen (Tantum ergo) aus diesem Hymnus, bevor er den sakramentalen Segen spendet.

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Video-Link: https://youtu.be/DnrOwiYqTcc

Pange Lingua“ als Gregorianischer Choral zum Anhören

Deutsch:

Das Geheimnis laßt uns künden,
das uns Gott im Zeichen bot:
Jesu Leib, für unsre Sünden
hingegeben in den Tod,
Jesu Blut, in dem wir finden
Heil und Rettung aus der Not.

Von Maria uns geboren,
ward Gott Sohn uns Menschen gleich,
kam zu suchen, was verloren,
sprach das Wort vom Himmelreich,
hat den Seinen zugeschworen:
Allezeit bin ich bei euch.

Auf geheimnisvolle Weise
macht er dies Versprechen wahr;
als er in der Jünger Kreise
bei dem Osterlamme war,
gab in Brot und Wein zur Speise
sich der Herr den Seinen dar.

Gottes Wort, ins Fleisch gekommen,
wandelt durch sein Wort den Wein
und das Brot zum Mahl der Frommen,
lädt auch die Verlornen ein.
Der Verstand verstummt beklommen,
nur das Herz begreift´s allein.

Gott ist nah in diesem Zeichen:
knieet hin und betet an.
Das Gesetz der Furcht muss weichen,
da der neue Bund begann;
Mahl der Liebe ohnegleichen:
nehmt im Glauben teil daran.

Gott dem Vater und dem Sohne
singe Lob, du Christenheit;
auch dem Geist auf gleichem Throne
sei der Lobgesang geweiht.
Bringet Gott im Jubeltone
Ehre, Ruhm und Herrlichkeit. Amen.

Latein:

Pange, lingua, gloriósi
córporis mystérium,
sanguinísque pretiósi,
quem in mundi prétium
fructus ventris generósi
Rex effúdit géntium.

Nobis datus, nobis natus
ex intácta Vírgine,
et in mundo conversátus,
sparso verbi sémine,
sui moras incolátus
miro clausit órdine.

In suprémae nocte cenae
recúmbens cum frátribus,
observáta lege plene
cibis in legálibus,
cibum turbae duodénae
se dat suis mánibus.

Verbum caro panem verum
verbo carnem éfficit,
fitque sanguis Christi merum,
et, si sensus déficit,
ad firmándum cor sincérum
sola fides súfficit.

Tantum ergo sacraméntum
venerémur cérnui,
et antíquum documéntum
novo cedat ritui;
praestet fides suppleméntum
sénsuum deféctui.

Genitori Genitóque
laus et iubilátio,
salus, honor, virtus quoque
sit et benedíctio;
procédenti ab utróque
compar sit laudátio. Amen.


Cartrend 60152 St. Christophorus Plakette, feinversilbert mit Filigran-Diamantschliff

Quellen:

  • Artikel „Fronleichnam“; In: Kathpedia. Die freie katholische Enzyklopädie, URL: http://www.kathpedia.com/index.php/Fronleichnam (abgerufen am 10.06.2020)
  • SCHOTT, Das vollständige Römische Messbuch, lateinisch und deutsch, 1958, S. 604.
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Letzte Aktualisierung am 1.07.2020 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API