Frauen in der Kirche

Ein im deutschsprachigen Katholizismus häufig diskutiertes Thema ist jenes zur Rolle der Frauen in der Kirche. Damit verbunden wird gern der Vorwurf einer Ungleichbehandlung und Benachteiligung von Frauen innerhalb der Kirche erhoben, besonders im Hinblick auf das den Männern vorbehaltene Weiheamt. In letzter Zeit hat diese Diskussion durch die von einigen wenigen Frauen medienwirksam inszenierte Streik-Aktion „Maria 2.0“ neuen Aufwind bekommen. Aber wie steht es nun wirklich um die zum Vorwurf gemachte fehlende Gleichberechtigung von Mann und Frau in der katholischen Kirche? Ist eine solche tatsächlich gegeben?

Werden Frauen in der Kirche benachteiligt?

Nein, ganz im Gegenteil: Besonders im Christentum wird die schon in der jüdischen Thora beschriebene Gottebenbildlichkeit des Menschen herausgestellt, die Mann und Frau gleichermaßen einschließt, und durch die eine Gleichberechtigung von Mann und Frau in der westlichen Welt erst möglich wurde. Die nach weltlichen Maßstäben geforderte Gleichberechtigung, wie sie uns heute in den Medien vermittelt wird, ist allerdings eine falsch verstandene Uniformität bzw. Gleichmacherei, die nicht viel mit einer echten Gleichberechtigung zu tun hat, bei der jeder nach seinen Fähigkeiten und Charismen eingesetzt wird. Es geht hierbei letztlich nur darum, dass alle alles machen dürfen, wobei es keine Rolle spielt, ob diese Personen dann überhaupt dafür geeignet sind oder nicht. Die Kirche aber achtet seit jeher die verschiedenen Talente und Begabungen, die jeden Menschen und auch die Verschiedenheit der Geschlechter repräsentieren. Sowohl dem Mann als auch der Frau kommt im einen Leib Christi, der gleichbedeutend mit der Kirche ist, immer die gleiche Würde zu. Die unterschiedliche Aufgabenverteilung in der Kirche ist dabei keine Benachteiligung des einen oder anderen Geschlechts. Jedes Glied im Leib Christi hat jedoch eine wichtige Funktion zu erfüllen, wie es der hl. Apostel Paulus mit der Leib-Metaphorik in 1. Kor 12 wie folgt beschreibt:

Auch der Leib besteht nicht nur aus einem Glied, sondern aus vielen Gliedern. Wenn der Fuß sagt: Ich bin keine Hand, ich gehöre nicht zum Leib!, so gehört er doch zum Leib. Und wenn das Ohr sagt: Ich bin kein Auge, ich gehöre nicht zum Leib!, so gehört es doch zum Leib. Wenn der ganze Leib nur Auge wäre, wo bliebe dann das Gehör? Wenn er nur Gehör wäre, wo bliebe dann der Geruchssinn? Nun aber hat Gott jedes einzelne Glied so in den Leib eingefügt, wie es seiner Absicht entsprach. Wären alle zusammen nur ein Glied, wo bliebe dann der Leib? So aber gibt es viele Glieder und doch nur einen Leib. Das Auge kann nicht zur Hand sagen: Ich brauche dich nicht. Der Kopf wiederum kann nicht zu den Füßen sagen: Ich brauche euch nicht. Im Gegenteil, gerade die schwächer scheinenden Glieder des Leibes sind unentbehrlich. Denen, die wir für weniger edel ansehen, erweisen wir umso mehr Ehre und unseren weniger anständigen Gliedern begegnen wir mit umso mehr Anstand, während die anständigen das nicht nötig haben. Gott aber hat den Leib so zusammengefügt, dass er dem benachteiligten Glied umso mehr Ehre zukommen ließ, damit im Leib kein Zwiespalt entstehe, sondern alle Glieder einträchtig füreinander sorgen.

Entsprechend unterschiedlich gilt es also auch verschiedenen Gnadengaben und Charismen bzw. die Aufgabenverteilung in der Kirche zu sehen: Es können nicht alle nur Hände, nur Füße oder nur der Kopf sein. Dabei können nicht alle alles machen, sondern jeder Gläubige hat eine bestimmte Aufgabe zu erfüllen aufgrund seiner persönlichen Berufung.


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Ein Blick in die Kirchengeschichte zeigt uns, dass es zu allen Zeiten bedeutende und einflussreiche Frauen in der Kirche gegeben hat wie u.a. Hildegard von Bingen, Katharina von Siena, Theresa von Avila, Elisabeth von Thüringen oder Mutter Teresa, um nur einige wenige von ihnen zu nennen. Viele dieser weiblichen Persönlichkeiten waren Äbtissinnen (Vorsteher) bedeutender Frauenklöster, wobei mit der Funktion einer Äbtissin in der Regel auch großer Einfluss verbunden war. So übten sie als Äbtissinnen in ihrem Einflussbereich häufig auch die Jurisdiktion über die Pfarrer aus, hatten also eindeutig Führungsverantwortung auch über Männer. Außerdem wurden Frauen wie z.B. Hildegard von Bingen oder Theresa von Avila als Ratgeber von Päpsten, Kaisern sowie Fürsten herangezogen und konnten auf diese Weise Politik und Kirche beeinflussen. Überhaupt hatten die großen Frauenorden einen erheblichen Anteil an der Ausbreitung und Erhaltung der Kirche, sei es in ihrer missionarischen oder aber auch besonders in ihrer caritativen Funktion. Die Frauen wurden seitens der Kirche zu allen Zeiten immer wieder durch Heiligsprechungen und andere Auszeichnungen für ihre Verdienste gewürdigt. Das sind klare Belege dafür, dass Frauen in der Kirche nicht benachteiligt wurden und werden, sondern ihnen ganz im Gegenteil wichtige Aufgaben / Funktionen zukommen und sie für ihre Leistung entsprechend ausgezeichnet werden. Das Weibliche ist in der Kirche ebenso wichtig wie das Männliche, jedoch sind Frauen und Männer nicht gleichartig.


Lässt sich die Kirche als eine weltliche Institution betrachten?

Nein, natürlich nicht! Deshalb lassen sich „weltliche“ Forderungen wie die der Gleichberechtigung von Mann und Frau nach weltlichen Maßstäben nicht einfach so auf den religiösen Bereich übertragen. Die katholische Kirche ist weder ein Unternehmen, noch eine profane Institution, in der Führungspositionen beliebig an alle vergeben werden können, sondern sie ist der lebendige Leib Christi. In diesem Leib hat jede Frau und jeder Mann seine von Gott zugewiesene Berufung. Daraus ergibt sich, dass weltliche Maßstäbe hier nicht greifen (also auch keine Frauenquote eingehalten werden muss), weil die Kirche als Leib Christi nicht dem Zeitgeist unterworfen ist, sondern über Zeit und Raum hinausgeht. Bestimmte „Regeln“ in der Kirche sind unveränderlich, weil diese der Kirche durch Jesus Christus höchstselbst anvertraut wurden.


Was hat es mit dem Weihesakrament auf sich?

Die Kirche kennt sieben Sakramente – also erfahrbare und wirksame Zeichen einer unsichtbaren Gnadenwirkung – deren Einsetzung auf Jesus Christus selbst zurückgeht und die nicht verändert werden können. Eines dieser Sakramente ist das Weihesakrament, welches der Überlieferung nach nur an Männer gespendet werden darf, weil sich die Kirche hier an die Vorgabe Jesu gebunden sieht. Die kirchliche Tradition (hierunter wird alles gefasst, was Jesus der Kirche mitgegeben hat) kennt keine Vollmacht Frauen die Diakon-, Priester- oder Bischofsweihe zu spenden, sondern fühlt sich dem Willen Gottes verpflichtet nur Männern das Priestertum vorzubehalten. Diese drei Weihestufen sind aber lediglich Ausformungen des einen Sakraments / kirchlichen Amts und somit nicht voneinander trennbar.

Da das Lehramt des Papstes und der Bischöfe keine Vollmacht über die Substanz der Sakramente hat (Trient, Dekret über die Kommunion unter einer Gestalt, DH 1728; Sacrosanctum concilium 21), kann auch keine Synode mit und ohne den Papst, auch kein ökumenisches Konzil oder der Papst allein, wenn er ex cathedra spräche, die Weihe von Frauen zum Bischof, Priester und Diakon ermöglichen. Dies stünde in einem Gegensatz zur definierten Lehre der Kirche. Sie wäre ungültig. Davon unberührt ist die Gleichheit aller Getauften im Leben der Gnade und der Berufung zu allen kirchlichen Ämtern und Funktionen, zu deren Ausübung das Weihesakrament nicht erforderlich ist.“ (Gerhard Kardinal Müller)

Alle Gläubigen der Kirche haben sich hier endgültig an diese Entscheidung zu halten, wie es Papst Johannes Paul II. in seinem Apostolischen Schreiben „Ordinatio Sacerdotalis“ aus dem Jahr 1994 bestätigt hat. Durch das Sakrament der Weihe stellt sich der Empfänger gänzlich in den Dienst Gottes und wird zu dessen Werkzeug, durch das Jesus allen Menschen das Heil vermitteln möchte. Beim kirchlichen Weiheamt geht es weder um Macht, noch um Reichtum, wie es leider oft fälschlicherweise dargestellt wird. Die Ordination (sakramentale Weihe eines Diakons, Priesters, Bischofs) ist eine Einordung und somit auch eine Subordination, also Unterordnung in der Kirche. Es handelt sich um ein Amt des absoluten Dienens. Es gibt in der Kirche nur einen einzigen Hohepriester / Priester und das ist Jesus Christus selbst. Dieser ist als Mann in die Geschichte eingetreten und zugleich als Sohn Gottes. Der geweihte Priester hat Anteil am Priestertum Jesu und fungiert somit lediglich als Werkzeug Gottes bzw. als Mittler zwischen Gott und den Menschen. Er stellt sich Gott durch die Weihe für immer zur Verfügung. Wer ein Amt in der Kirche ausübt, der spricht und handelt im Auftrag Christi, also in „persona Christi“ und setzt Christus in seinem Dienst gegenwärtig. Weil das Wort als Mann und eben nicht als Frau Fleisch angenommen hat, kann auch nur ein Mann diese Aufgabe übernehmen.

Geweiht werden kann nur ein Katholik männlichen Geschlechtes, wenn er berufen ist, und wenn die Kirche, repräsentiert durch den Bischof, die Berufung als echt anerkennt und einen geeigneten Kandidaten nach den kanonischen Bedingungen zum Bischof, Priester oder Diakon weiht. Mit dieser Einsicht haben nur diejenigen Schwierigkeiten, die in der Kirche allenfalls ein weltliches Gebilde sehen und in der Folge das Weihe-Amt nicht als göttliche Stiftung anerkennen, sondern den christlichen Amtsträger auf den Funktionär einer religiös-sozialen Organisation reduzieren.“ (Gerhard Kardinal Müller)

Ein Christ kann sich auch nicht selbst weihen, denn Gott ist es, der die Geweihten auf Dauer in seinen besonderen Dienst ruft. Natürlich hat es in der Vergangenheit auch immer wieder Amtsmissbrauch gegeben und wird es vermutlich auch in Zukunft geben, denn geweihte Personen sind genauso für die Sünde anfällig wie alle anderen Menschen. Kleriker sind aufgrund ihrer Weihe keine besseren oder heiligeren Menschen, weil der Grad des Heils sich, wie bei allen Menschen, auch bei den geweihten Klerikern an der Gottesliebe bemisst bzw. im Streben eines jeden Christen nach Heiligkeit. Das Weihesakrament hat also nichts mit einer christlichen Elite zu tun, denn letztere kann sich nur aus den Heiligen rekrutieren. Als größte Heilige verehrt die Kirche übrigens eine Frau, nämlich die Gottesmutter Maria, die in der Heilsgeschichte der Menschheit eine herausragende Stellung einnimmt, denn nur durch sie konnte Gott in der Welt Fleisch annehmen. Die Mutter Jesu hat sich übrigens dem Willen Gottes völlig ergeben, wie wir der Heiligen Schrift entnehmen können: „Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast“ (vgl. Lk 1,38). Ihr wäre es wohl nicht in den Sinn gekommen gegen die göttliche Ordnung aufzubegehren. Deshalb ist die Vereinnahmung Marias zum Kampf gegen die überlieferte kirchliche Lehre ziemlich deplatziert.


Christus ist der Bräutigam der Kirche und die Kirche ist die Braut Christi

Während Christus das Haupt bzw. den Bräutigam der Kirche repräsentiert, so stellt die Kirche die Braut dar. Jesus Christus ist aber nicht nur eine metaphysische Idee, sondern er ist leibhaftig Mann und Sohn Gottes gewesen. Deshalb kann keine Frau in persona Christi handeln und ihn als Bräutigam bzw. Haupt der Kirche symbolisch repräsentieren, wie umgekehrt auch kein Mann die Braut bzw. das bräutliche Verhältnis der Kirche zu Christus darstellen kann. Der Priester heiratet durch die Weihe (er erhält Anteil am Priestertum Christi) sozusagen die Kirche und sorgt sich um sie. Jedem Geschlecht kommt darum in der Kirche eine ihm ganz eigene Rolle zu, die aber keine Benachteiligung der einen oder anderen Seite impliziert. Während der Priester als Mann also für Jesus steht, so wird die Frau durch die Kirche repräsentiert, die ihrerseits für Maria steht.


Vater -und Mannsein des Priesters

Zum apostolischen Hirten- und Weiheamt gehört auch das Vatersein des Priesters für die Gemeinde dazu, wie es bereits beim hl. Apostel Paulus belegt ist: „Hättet ihr nämlich auch unzählige Erzieher in Christus, so doch nicht viele Väter. Denn in Christus Jesus habe ich euch durch das Evangelium gezeugt.“ (1 Kor 4,15). Für Leo Kardinal Scheffczyk (1920-2005) gehört zu diesem Vatersein auch das Mannsein verbindend dazu:

Zugleich verbindet sich mit der Vatervorstellung der priesterlichen Existenz der natürliche und in seiner Bedeutung nicht zu unterschätzende Charakter des Mannseins des Priesters. Dadurch erfährt die Einheit des Priesters mit Christus eine neue Kraft zur wirklichkeitserfüllten Transparenz, so daß sich von daher schon ein Priestertum der Frau ausschließt.


Hat Jesus nur männliche Apostel berufen?

Ja, genau das hat er! Jesus selbst hat in den Zwölferkreis nur Männer berufen und ihnen nach seiner Auferstehung die Leitung seiner Kirche anvertraut. Das Jesus nur Männer und keine Frauen zu Aposteln gemacht hat, wird gern mit dem Verweis auf die kulturell-sozial bedingte Situation in der antiken Gesellschaft als „überholt“ abgetan und dazu eingeworfen, dass Jesus, wenn er in die heutige Gesellschaft hinein geboren wäre, dies vermutlich anders gemacht hätte. Jedoch hat sich Gott nicht heute oder zu einer anderen Zeit, sondern genau in DIESER bestimmten Zeit des antiken Israel und in DIESE kulturellen Gegebenheiten inkarniert. Weil Gott eben Gott ist, hätte er das Erlösungswerk natürlich auch zu einer anderen Zeit und in einer anderen Gesellschaft vollziehen können. Ebenfalls gilt es zu bedenken, dass zum Umfeld der Jünger auch etliche Frauen gehörten wie z.B. Maria Magdalena, die Jesus zu Aposteln hätte berufen können, wenn er es denn gewollt hätte.
Das Christentum hat zwar seine Wurzeln besonders im Judentum, das natürlich nur männliche Priester im Opferkult kannte, Jesus aber hat sich im gesellschaftlichen Umgang mit den Frauen jedoch über viele gängige jüdische Traditionen hinweggesetzt (z.B. Gespräch mit der Samariterin als Nichtjüdin, Fußwaschung durch eine Sünderin oder Begleitung von Frauen bei seinen Wanderungen). Es wäre für ihn also auch kein Problem gewesen, Frauen in den Apostelkreis zu berufen. Weil also Jesus selbst keine Frauen in den priesterlichen Dienst berufen hat, so hat auch die Kirche keinerlei Vollmacht Frauen die Priesterweihe zu spenden. Bereits der hl. Paulus schreibt an etlichen Stellen seiner Briefe, dass er keine Autorität hat an den Anweisungen Jesu etwas zu ändern wie z.B. in 1 Kor 11,23 in Bezug auf den Abendmahlsbericht: „Denn ich habe vom Herrn empfangen, was ich euch dann überliefert habe“. Deshalb verfügt auch die Kirche heute über keine Vollmacht an den ausgesprochenen (Worte) und unausgesprochenen (Handlungen und Lebensweise) Weisungen Jesu etwas zu ändern. Das Priestertum ist also kein Recht, weshalb auch niemand diskriminiert wird. Im Hinblick auf diese entscheidenden theologischen Fragen, die die sakramentale Wesensstruktur der Kirche betreffen, gilt die Tradition der Kirche als normativ. Man kann sich nicht nach heutigem Gutdünken das rauspicken, was man behalten möchte und das andere als zeitbedingt abtun.


Frauen in der Kirche – Eine Frage des Zeitgeistes?

Wird ein Blick in die Gesellschaft der Altertums und der Antike geworfen, so zeigt sich hier, dass die Frauen in den religiösen Kulten (besonders in den Fruchtbarkeitskulten) die wichtigsten Funktionen als Priesterinnen inne hatten, sei es u.a. bei Griechen (Priesterinnen wie das berühmte Orakel von Delphi), Römern (Vestalinnen), Kelten (Druidinnen) oder den Germanen (Priesterinnen und Seherinnen). Jesus selbst bzw. die frühen Christen haben an diese antiken-heidnischen Traditionen jedoch bewusst nicht angeknüpft, sondern dem hellenistischen Zeitgeist zuwider gehandelt, der damals im gesamten griechisch-römischen Mittelmeerraum verbreitet und auch im römisch besetzten Israel allgegenwärtig war.
Warum hat sich Gott also gerade das Volk der Juden ausgesucht, um Mensch zu werden und nicht z.B. die Griechen, Römer oder Babylonier, in deren Kultur es weibliche Priesterinnen gab? Denn im Judentum, in dessen heilsgeschichtlicher Tradition das Christentum steht, war das Priesteramt allein den Männern vorbehalten. Jedoch waren die Hebräer deshalb kein frauenfeindliches Volk, wie ihnen gerne vorgeworfen wird. Ganz im Gegenteil: Frauen konnten alle anderen Ämter – außer eben das Priesteramt – bekleiden, wie uns ein Blick in die Geschichte des Volkes Israels zeigt: Es gab eine Vielzahl Frauen, die wichtige Positionen inne hatten wie z.B. Mirjam, die Schwester von Mose (Prophetin), Königin Ester (Kriegerin), Ruth (eine starke Frau, die sich in die damalige judäische Gesellschaft selbstständig integriert), Deborah (Richterin → bedeutet hier eine Art Königin) oder natürlich Judith (die Retterin Israels, sie befreite das Volk von der assyrischen Belagerung). Ganze biblische Bücher sind diesen herausragenden Frauen gewidmet. Weiteren beliebten Vorwürfen wie dem der Steinigung von Ehebrecherinnen lässt sich entgegenhalten, dass diese Strafe auch die Männer beim Ehebruch ereilen konnte. Interessant ist übrigens auch, dass homosexuelle Handlungen von Männern im Alten Israel zwar unter Todesstrafe stand, jedoch nicht das lesbische Verhalten von Frauen, woraus sich dann schon eher der Vorwurf einer Benachteiligung von Männern ableiten ließe.


Kann es eine Diakonenweihe für Frauen geben?

Aus der Definition des Weihesakraments selbst lässt sich ableiten, dass es Frauen als Diakone im sakramentalen Sinn nicht geben kann, weil das Weihesakrament ein einziges ist (umfasst Diakon-, Priester- und Bischofsweihe) und Jesus selbst nur Männer in diese besondere Nachfolge berufen hat, wie oben ausführlich gezeigt wurde. Zwar hat es in der Urkirche so genannte Diakonissen regionalbedingt gegeben, die jedoch keine sakramentale Weihe empfangen haben. Die Ordination dieser Frauen war nicht gleichbedeutend mit derjenigen von Männern und lässt sich mehr mit der Ordination einer Äbtissin in der heutigen Zeit vergleichen, die dazu einen speziellen Segen empfängt (Benediktion). Die Diakonissen in der alten Kirche hatten u.a. die Aufgaben Frauen bei der Taufe zu helfen, weil die Täuflinge in der damaligen Zeit komplett entkleidet, mit dem ganzen Körper untergetaucht sowie anschließend mit Öl gesalbt wurden. Ebenfalls statteten sie aus Schicklichkeitsgründen kranken Frauen Besuche ab.


Weiterführende Beiträge

Eine Auswahl von Beiträgen mit weiteren Informationen zu bekannten und bedeutenden Frauen in der Kirchengeschichte:


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Quellen:

  • Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift. Die Bibel. Studienausgabe. Psalmen und Neues Testament. Ökumenischer Text, Stuttgart 2016.
  • Können Frauen Priester werden? …und die Tradition der Kirche; In: Karl-Leisner-Jugend, URL: http://www.k-l-j.de/download/pdf/katechesen/013_frauenpriestertum.pdf (abgerufen am 20.05.2019).
  • Küble, Felizitas: Frauen am Altar? – Die gesamte Heilsgeschichte kennt keine Priesterinnen; In: Christliches Forum, URL: https://charismatismus.wordpress.com/2011/10/25/die-heilsgeschichte-kennt-keine-priesterinnen/ (abgerufen am 07.07.2019).
  • Müller, Gerhard: Man kann nur „erschüttert sein über neueste Nachricht aus Deutschland“; In: KATH.NET, URL: http://www.kath.net/news/68696 (abgerufen am 03.08.2019).
  • Ratzinger, Joseph: Salz der Erde. Christentum und katholische Kirche im neuen Jahrtausend. Ein Gespräch mit Peter Seewald; München 2004, S. 222ff.
  • Scheffczyk, Leo: Der Zölibat als integraler Bestandteil der christusförmigen Existenz des Priesters, In: K.M. Becker/Jürgen Eberle (Hg): Der Zölibat des Priesters; St. Ottilien 1995, S. 19-43.
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Letzte Aktualisierung am 14.11.2019 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API