Das Fasten

Was ist Fasten?

Unter dem Fasten wird die teilweise oder völlige Enthaltung von allen oder bestimmten Nahrungsmitteln, Getränken, Genussmitteln oder anderen uns lieb gewordenen Dingen über einen bestimmten Zeitraum (einen oder mehrere Tage) hinweg verstanden. Seinen Ursprung hat das Wort im althochdeutschen Begriff „fastēn“ und bedeutet „festhalten“. Davon unterschieden wird als Abstinenz (von lat. „abstinere“ → „sich enthalten“, „fernhalten“) nur der Verzicht auf eine bestimmte(s) Speise bzw. Genussmittel bezeichnet.
Richtiges Fasten darf nicht mit dem in unserer Zeit beliebten Heilfasten, Schönheitsfasten bzw. Schlankheitsfasten verwechselt werden, da bei diesen Formen keine religiöse Motivation dahintersteht. Das Fasten steht in sehr engem Zusammenhang mit dem Gebet. Beides reinigt den Menschen von Schuld und bringt ihn näher zu Gott. Die Kombination aus Gebet und Fasten ist laut Jesus selbst eine geistliche Waffe gegen Dämonen und böse Geister (vgl. Mk 9,29).

Historische Bedeutung von Fasten

Das Fasten hat in der Geschichte der Menschheit eine lange Tradition. Seit alter Zeit fasten die Menschen vor großen religiösen Festen, bei Todesfällen, Unglücken, Gewitter oder Naturkatastrophen, um auf diese Weise die Götter gnädig zu stimmen, indem ihnen der Verzicht als Opfer dargebracht wird. Aber auch der gesundheitliche Aspekt des Fastens ist seit langer Zeit bekannt, wie es u.a. die Schriften von Claudius Galenus (130-210), einem römischen Arzt, belegen.
In den biblischen Schriften des Alten und Neuen Testaments zeigt sich die Bedeutung des Fastens im Zusammenhang mit bzw. vor großen Ereignissen, wie dem Empfang der Tafeln mit den 10 Geboten durch Mose auf dem Berg Sinai und seines dortigen 40tägigen Ausharrens im Anschluss an die Übergabe zum Warten auf Gottes weitere Anweisungen (vgl. Dtn 10,10), die Ankündigung der Zerstörung von Ninive und des daraufhin ausgerufenen Fastens des König von Ninive als Zeichen der Umkehr und Buße (vgl. Jona 3,5), das vierzigtägige Fasten von Jesus in der Wüste zu Beginn seines öffentlichen Wirkens oder das Fasten der Gemeinde vor Aussendung der Apostel Paulus und Barnabas zur Mission, um Gott um seinen besonderen Beistand zu bitten (vgl. Apg 13,2.3). Neben dem Juden- und Christentum spielt das Fasten auch in den anderen großen Weltreligionen eine wichtige Rolle, sei es der Fastenmonat Ramadan im Islam, als moralischer und spiritueller Akt zur Reinigung von Körper und Geist sowie zur Verehrung der Götter im Hinduismus oder zum buddhistischen Fast- und Feiertag Veskah (Geburt, Erleuchtung und Tod Buddhas wird hier gefeiert) am ersten Vollmondtag im Mai oder Juni.

Exkurs: Fastenzeit

Als Fastenzeit, Passionszeit oder österliche Bußzeit (lateinisch: Quadragesima) wird die Zeit zwischen Aschermittwoch und dem Mittag des Karsamstag bezeichnet. Diese dauert 40 Tage bzw. sieben Wochen als Erinnerung an das 40tägige Fasten Jesu in der Wüste und die 40jährige Wüstenwanderung des Volkes Israel. Die Sonntage werden nicht mitgerechnet, da an diesen Tagen nicht gefastet wird.


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Fastenmethoden

Es gibt eine ganze Reihe unterschiedlicher Fastenmethoden, wobei sich für das Fasten im religiösen Sinne folgende bewährt haben:

  1. Fasten bei Wasser und Brot
  2. Null- oder Saftfasten: Fasten durch gänzlichen Verzicht auf feste Nahrungsmittel -> Es wird neben Wasser und Tee als Ausgleich Säfte (verschiedene Gemüse- und Obstsäfte) und/oder Gemüsebrühe getrunken.
  3. Intermittent Fasting / Intervall-Fasten: Bei dieser Methode werden 16 Stunden lang keine festen Speisen eingenommen und in den verbleibenden 8 Stunden darf gegessen werden.
  4. Heilfasten nach Buchinger: Hierbei handelt es sich um eine reine Trinkkur. Zur Vorbereitung gibt es einen Eingewöhnungstag mit leichter Kost. Es werden täglich Wasser, Kräutertee, etwas Honig, frische Gemüsebrühe sowie mit heißem Wasser verdünnte Gemüse- und Obstsäfte getrunken.

Weitere Fastenmethoden, bei denen mehr der gesundheitliche Aspekt im Vordergrund steht:

  1. Fastenkur mit Milch und Semmeln (nach Franz Xaver Mayr): Diese Methode hat die Darmreinigung zum Ziel. Zuerst wird zwei Wochen lang eine Teefastenkur nach Mayr gemacht. Anschließend wird dann weitere zwei Wochen nur Tee sowie Milch und Semmeln eingenommen.
  2. Säure-Basen-Fasten: Während dieser Fastenkur wird komplett auf säurebildende Lebensmittel (u.a. Fleisch, Wurst, Milchprodukte) verzichtet und lediglich basenreiche Speisen konsumiert (z.B.Obst, Gemüse, Nüsse oder Kräuter).
  3. Fasten nach Hildegard von Bingen: Hierbei wird täglich nur ein- bis zweimal eine Gemüsebrühe mit Dinkelschrot und frischen Kräutern eingenommen. Dazu können gedünstete Äpfel und Fencheltee konsumiert werden.
  4. Molke-Fasten: Diese Methode ist eine spezielle Form des Saftfastens, bei der täglich 1 Liter eiweißreiche Molke getrunken wird (auf 5 Protionen verteilt). Dazu darf es Obst-, Sauerkrautsaft sowie natriumarmes Wasser getrunken werden.
  5. Schrothkur (nach Johann Schroth (1798–1856)): Es werden 21 Tage lange nur basenreiche Nahrungsmittel sowie Mineralwasser, Säfte, Tee, Weißwein nach Plan eingenommen. Dazu spezielle nasskalte Umschlägen und abwechselnde Zeiten der Bewegung und Ruhe.

Bei allen diesen Fastenmethoden gilt immer der Grundsatz: Viel Wasser trinken!


Christliche Fastenpraxis

Das christliche Fasten ist sowohl motiviert durch den Leidensweg Jesu am Kreuz und der Anteilnahme durch Verzicht an diesem, als auch durch eine Erneuerung der Gottesbeziehung und des Glaubens.
Im Laufe der Zeit hat sich in der Kirche eine Fastenordnung (Bußordnung) herausgebildet, die sich aus verschiedenen Regeln zusammensetzt, die je nach Land entsprechend variieren können (aufgrund von Indulten seitens der jeweiligen Bischofskonferenz). Die letzte Anordnung für Deutschland stammt aus dem Jahr 1995 und wurde von der Deutschen Bischofskonferenz herausgegeben.

Unterschied von Fasten- & Abstinenztagen

In der Kirche wird traditionell zwischen Fasten- und Abstinenztagen unterschieden:

  1. Fasttage: An diesen Tagen dürfen nur eine volle Mahlzeit (collatio) pro Tag sowie eine kleine Stärkung am Morgen und Abend eingenommen werden (pro Stärkung nicht mehr als 250 Gramm), die in Summe allerdings nicht die Menge einer vollen Mahlzeit (collatio) ergeben dürfen.
  2. Abstinenztage: Enthaltung aller Fleischspeisen, wobei Eier, Milch, Schmalz, Grieben, Maggi- und Knorr-Erzeugnisse (Fleischextrakte und Fleischbrühwürfel ausgenommen), Kunstbutter, Gelatine, Pepsin, Peptone, Überbleibsel von geschmolzenem Fett, Fische, Frösche, Schaltiere, Hummer, Biber, Rohrhühner, schwarze Wasserhühner oder Bläßenten, Duckenten, Seehunde, Walrosse, Schnecken, Schildkröten, Muscheln, Austern, Krebse.erlaubt sind. In Deutschland und Österreich ist Fleischbrühe erlaubt (außer am Karfreitag).

An allen Wochentagen, wo gefastet wird, aber nicht zugleich die Abstinenzpflicht besteht, darf Fleisch nur mit einen sättigenden Mahlzeit genossen werden, nicht aber anlässlich der zwei Stärkungen. In der Zeit zwischen den drei Mahlzeiten sind an einem Fastentag nur jene Getränke erlaubt, die den Durst löschen und über keine sättigende Wirkung verfügen (z.B. Wasser, Tee, Kaffee, Bier, Wein, Liköre etc). Alle sättigenden Getränke sind nur während einer Mahlzeit erlaubt (u.a. Milch, Sirup, Honig, Schokolade, Fruchtsäfte oder Suppen). Der Konsum von Wein, Bier oder härteren alkoholhaltigen Getränken ist an Fast- und Abstinenztagen zwar grundsätzlich erlaubt, sollte aber selbstverständlich maßvoll gehandhabt werden.


Welche Zeiten und Tage gelten als Fasten- & Abstinenztage?

Zu bestimmten Zeiten sind alle Katholiken „aufgrund göttlichen Gesetzes“ angehalten, Buße zu tun (vgl. c. 1249 CIC).

Aktuelle Fastenordnung (1995)

Den Beginn und das Ende dieser Buß- und Fastenzeit markieren die zwei folgenden Tage, die in der Kirche als Fasten- und Abstinenztage gelten:

1. Aschermittwoch
2. Karfreitag

An beiden Tagen soll auf Fleischspeisen verzichtet und nur eine volle Mahlzeit sowie zwei kleine Stärkungen (morgens und abends) eingenommen werden.

Österliche Bußzeit: Alle Tage der österlichen Bußzeit gelten als Bußtage. In dieser Zeit sollen Christen ihren alltäglichen Lebensstil durch Besinnung, Gebet, Verzicht, Versöhnung sowie Nächstenliebe zu ändern suchen, um auf diese Weise Gott mehr Raum in ihrem Leben geben. Je nach wirtschaftlichen Verfassung wird zudem ein spürbares Geldopfer für die Hungernden und Notleidenden in der Welt gefordert.

Freitage: Weitere Bußtage sind zudem die Freitage des Jahres. Für das Freitagsopfer wird seitens der DBK entweder der Verzicht auf Fleischspeisen, die spürbare Einschränkung im Konsum oder eine Hilfeleistung für den Nächsten empfohlen.


Alte Fastenordnung (1930)

Fast- und Abstinenztage:
Neben Aschermittwoch und Karfreitag galten früher zudem die Freitage der 40-tägigen Fastenzeit, der Karsamstag bis 12 Uhr Mittag sowie die Freitage der vier jährlichen Quatemberwochen als Fast- und Abstinenztage.

Fasttage:
Reine Fasttage waren außerdem alle übrigen Wochentage der vierzigtägigen Fastenzeit, die Mittwoche und Samstag der vier jährlichen Quatemberwochen, die Vigiltage vor Weihnachten, Pfingsten, Mariä Himmelfahrt und Allerheiligen (Vigilfasten).

Abstinenztage:
Als reine Abstinenztage galten alle Freitage außerhalb der Fasten- und der Quatemberzeit. An diesen Tagen musste auf alle Fleischspeisen verzichtet werden.

Hinweis! Die Sonntage und gebotenen Feiertage (z.B. Hochfeste wie St. Josef, Mariä Verkündigung, lokale Patronatsfeste (Bistumsgründung etc.)) sind vom Fasten- und Abstinenzgebot ausgenommen. Außerdem können Pfarrer und Beichtväter im Einzelfall Dispense (Ausnahmegenehmigungen) vom Fasten- und Abstinenzgebot erteilen.

Für wen gilt das Fasten- und Abstinenzgebot?

Nach der kirchlichen Fastenordnung muss nicht jeder fasten. Unter bestimmten Voraussetzungen sind Katholiken vom Fasten- und Abstinenzgebot ausgenommen.

Aktuelle Fastenordnung (1995)

Die Verpflichtung zum Fasten an Aschermittwoch und Karfreitag betrifft alle Erwachsenen vom vollendeten 18. Lebensjahr bis zum Beginn des 60. Lebensjahres. Das Abstinenzgebot (Verzicht auf Fleischspeisen) verpflichtet jeden Katholiken vom vollendeten 14. Lebensjahr bis zum Lebensende. Wer krank ist, sich auf Reisen befindet, schwere körperliche Arbeit verrichten muss oder an sich an fremden Tisch (bei Nichtkatholiken) befindet, ist von der Fasten- und Abstinenzordnung ausgenommen.


Alte Fastenordnung (1930)

Früher waren alle vom Fastengebot befreit, die jünger als 21 oder älter als 59 Jahre alt waren sowie jene, die schwere Arbeit verrichten mussten oder gesundheitlich schwach waren. Vom Abstinenzgebot waren zudem alle ausgenommen, die jünger als 7 Jahre waren oder aufgrund von Krankheit oder Armut entschuldigt waren. Ebenfalls waren vom Abstinenzgebot (mit Ausnahme des Karfreitags) befreit Reisende und Wanderer, Fahrpersonal von Verkehrsmitteln, Wirte, Gaststättenbesucher, Personen in nichtkatholischen Haushalten, Militärangehörige und deren Familien, Schwerarbeiter und jene, die sich ihre Kost für den ganzen Tag auf ihre Arbeitsstelle mitnehmen mussten.

Die Fastenzeit sowie die Adventszeit gelten zudem nach traditionellem Verständnis als „geschlossene Zeiten“, in denen feierliche Hochzeiten, laute Festlichkeiten sowie Tanz verboten waren.


Andere Fastenmöglichkeiten

Das Fasten kann neben der Einschränkung von Essensgewohnheiten auch als eine generelle Form des Verzichts unterschiedlicher Dinge und als eine Distanzierung von der Welt angesehen werden. So sind die Gläubigen angehalten an Tagen des Fastens auf Dinge und Tätigkeiten zu verzichten, die sie besonders gerne haben oder machen und ihnen deshalb schwer fallen wie z.B.:

  • der ständige Blick auf das Smartphone und das Schreiben bzw. Lesen in den sozialen Medien wie Facebook, WhatsApp, Instagram, Snapchat etc.
  • Genuss von alkoholischen Getränken
  • Rauchmittel aller Art (Zigarette, Shisha, Zigarre, Pfeife usw.)
  • Autofahren (stattdessen z.B. das Fahrrad nehmen oder zu Fuß gehen)

Der Verzicht kann dabei genauso unterschiedlich sein, wie auch die lieb gewonnenen Gewohnheiten der Menschen verschieden sind.
Richtiges Fasten wird es allerdings erst dann, wenn der Verzicht bewusst zur höheren Ehre Gottes erfolgt bzw. wir unser Fasten in den Anliegen Gottes aufopfern. Es kommt also auch auf die Intention an, mit der ich faste. Denn ich könnte z.B. rein aus gesundheitlichen Gründen auf bestimmtes Essen verzichten oder eine bestimmte Zeit lang kein Alkohol trinken etc. Das gilt dann allerdings nicht als Fasten, weil die Intention eine ganz andere ist.

Zu den besonderen Formen des Fastens gehört auch die Ehelosigkeit, also wenn ein Mensch sich bewusst darauf verzichtet nicht zu heiraten, um auf diese Weise ganz für Gott zur Verfügung zu stehen (vgl. 1 Kor 7,5.6). Oft ist diese Form gekoppelt mit einem Amt in der Kirche (durch Priesterweihe → Zölibat), dem Ablegen von Ordensgelübden (Leben nach den drei „evangelischen Räten“ der Armut, ehelosen Keuschheit und des Gehorsams) oder der Jungfrauenweihe.


Spezielle Ausnahmen (Fastentricks)

Im Laufe des Mittelalters haben sich zur kirchlichen Fastenordnung einige besondere Ausnahmen eingeschlichen, häufig dank kreativer Mönche:

Wassertiere:

Unter das kirchliche Fleischverbot fielen keine Wassertiere, weshalb die einfallsreichen Mönche im Mittelalter auch Biber, Dachs, Fischotter, Kormorane, Fischreiher, Enten, Gänse und Krebse zu „Wassertieren“ zählten und zu einer offiziellen Verzehrerlaubnis in der Fastenzeit auf dem Konzil von Konstanz (1414-1418) führte. Die kreativen Mönche stellten zudem aus Fischen Wurst her. aus Fischen in mittelalterlichen Klosterküchen ist überliefert.


Starkbier (Bockbier):

Liquida non frangunt ieunum – Flüssiges bricht das Fasten nicht.

Gemäß diesem Grundsatz brauten die Augustiner- und Paulinermönche als Ausgleich im Mittelalter das kräftige Starkbier, das häufig über einen Alkoholgehalt von 6,5 Prozent oder mehr verfügte. Seit wann diese Regel galt, kann nicht mehr nachvollzogen werden (vermutlich im Verlauf des 16. Jahrhunderts). Es wird überliefert, dass eine Kostprobe des ersten Starkbiers nach Rom geschickt wurde und auf dem Weg dortin verdarb. Als der Papst dann davon trank, soll er das Bier ausgespuckt haben und das „abscheuliche Gesöff“ für erlaubt erklärt haben. Seither dürfen Mönche bis zu 5 Liter Bier pro Tag in der Fastenzeit trinken.


Schokolade:

Eine weitere Ausnahmegenehmigung gilt für Schokolade: Papst Pius V. (1504-1572) wurde im Jahr 1569 in einer Audienz von Bruder Girolamo di San Vincenzo, eines Gesandten der mexikanischen Bischöfe, gefragt, ob ein neuartiges Getränk namens Xocoatl (von den Azteken in Mexiko aus Kakaobohnen, Wasser, Chili und Vanille hergestellt) in der Fastenzeit getrunken werden dürfe. Daraufhin soll er nach einer Kostprobe des herb-säuerlichen Getränks angewidert gewesen sein und geantwortet haben, dass Schokolade das Fasten nicht bricht. Seither ist Kakao bzw. Schokolade als Fastenspeise erlaubt.


Butter:

Im Jahr 1491 erlaubte Papst Innozenz VIII. (1432-1492) die Verwendung von Milchprodukten in der Fastenzeit vor Weihnachten gegen ein Bußgeld („Buttergeld“), woraus der Striezel (Vorläufer vom Stollen) als eine der beliebtesten Fastenspeisen entstand.


Maultaschen:

Ebenfalls zu den Fastenspeisen gehören die Maultaschen. Diese wurden der Überlieferung nach von kreativen Mönchen des Zisterzienserkloster Maulbronn erfunden: Sie bekamen während der Fastenzeit ein Stück Fleisch geschenkt und wollten dieses nicht verkommen und gleichzeitig nicht gegen die Fastenordnung verstoßen. Deshalb hackten sie das Fleisch klein und vermischten es mit Kräutern und Gemüse, sodass es nicht mehr erkennbar war. Diese Mischung versteckten die Mönche in einem Nudelteig, der in kleine Portionen zerteilt wurde. So entstand die Maultasche und diese war erlaubt, da niemand das Fleisch sah.


Gebet und Fasten im Zusammenhang

Gebet und Fasten gehören eng zusammen: So kann uns das Fasten dabei helfen die volle Dimension des Gebets zu erschließen und die Gottesbeziehung zu stärken. Unsere eigenen Bedürfnisse sowie die Dinge des Alltags werden in den Hintergrund geschoben. Hierdurch wird der Blick auf Gott frei. Wenn wir fasten, können wir Gottes Stimme besser hören, weil wir wacher sind und stärker mit uns selbst konfrontiert werden. Unser Beten wird bewusster und konzentrierter.

Bereits die Bibel zeigt den engen Zusammenhang zwischen Gebet und Fasten auf. So werden im Alten Testament Gebet und Fasten besonders in Fällen von Trauer, Buße oder für spezielle geistliche Anliegen kombiniert.
Im Neuen Testament wird uns dann gezeigt, dass der Erfolg von Gemeindegründungen ohne Gebet und Fasten so nicht möglich gewesen wäre. Hier fastete die Gemeindeleitung vor Aussendung von von Paulus und Barnabas als Missionare um Klarheit darüber zu bekommen (vgl. Apg 13,1-2). Außerdem wurde für den Erfolg der neuen Mission um Gottes um Schutz zu erwirken ebenfalls gebetet und gefastet.


Karfreitag: Höhepunkt der Fastenzeit

Den Höhepunkt der österlichen Buß- und Fastenzeit sowie des Fastens bildet der Karfreitag und hier die besondere Karfreitagsliturgie (Feier vom Leiden und Sterben Christi). Die Kirche gedenkt an diesem Tag dem qualvollen Leiden und Sterben von Jesus Christus am Kreuz auf Golgatha.


Ecce lignum crucis

Zur Kreuzverehrung („Adoratio crucis“) in der Karfreitagsliturgie gehört der traditionelle und dreimal sich wiederholende Gebetsruf „Ecce lignum crucis“. Dieser wird vom Priester gesungen und und von der Gemeinde beantwortet. Dazu wird entweder ein verhülltes Kreuz, begleitet von zwei brennenden Kerzen, in den Altarraum gebracht, und dort in drei Stationen enthüllt und gezeigt. Dazu wird dann der dreimalige Aufruf zur Kreuzverehrung vorgenommen.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=1oRuItnvwKk

Das „Ecce lignum crucis“ als Gregorianischer Choral zum Anhören

Deutsch:

V.Sehet das Holz des Kreuzes,
an dem das Heil der Welt hing.
A.Kommt, lasset uns anbeten.

Latein:

V. Ecce lignum crucis,
in quo salus mundi pependit:
A. Venite adoremus.


Improperien (Heilandsklagen)

Während der Prozession zur Kreuzverehrung werden traditionell die großen und kleinen Improperien (Heilandsklagen) gesungen, die der Überlieferung der Heiland selbst gesprochen haben soll. Sie sind erstmals im mozarabischen Liber Ordinum aus dem 7. Jahrhundert bezeugt. Das Wort „Improperien“ ist vom lateinischen Begriff „probrum“ und lässt sich mit „Vorwurf“ oder „Schelte“ übersetzen. Der Inhalt der Heilandsklagen ist aus dem Alten Testament entnommen.

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Die „großen Improperien“ als Gregorianischer Choral zum Anhören

Deutsch:

1. Die Improperien – Heilandsklagen

I.

V. Mein Volk, was habe ich dir getan?
Womit nur habe ich dich betrübt?
Antworte Mir!

Ich habe dich herausgeführt aus dem Lande
Ägypten:
dafür bereitest du deinem Heilande das Kreuz.

(erster Chor) Heiliger Gott!
(zweiter Chor) Heiliger Gott!
1. Heiliger, starker Gott!
2. Heiliger, starker Gott!
1. Heiliger, unsterblicher Gott! Erbarme dich unser!
2. Heiliger, unsterblicher Gott! Erbarme dich unser!

V. Vierzig Jahre lang habe Ich dich durch die Wüste geführt;
Ich habe dich mit Manna gespeist, dich geleitet in ein reich gesegnetes Land:
dafür bereites du deinem Heiland das Kreuz.

(erster Chor) Heiliger Gott!
(zweiter Chor) Heiliger Gott!
1. Heiliger, starker Gott!
2. Heiliger, starker Gott!
1. Heiliger, unsterblicher Gott! Erbarme dich unser!
2. Heiliger, unsterblicher Gott! Erbarme dich unser!

V. Was hätte Ich mehr tun sollen
und tat es dir nicht?
Ich habe dich gepflanzt aus Meinem
auserlesenen Weinberg:
du aber –
wie bist du Mir bitter geworden.
Du hast Mich in Meinem Durste
mit Essig getränkt,
hast deinem Heiland
die Seite durchbohrt mit der Lanze!

(erster Chor) Heiliger Gott!
(zweiter Chor) Heiliger Gott!
1. Heiliger, starker Gott!
2. Heiliger, starker Gott!
1. Heiliger, unsterblicher Gott! Erbarme dich unser!
2. Heiliger, unsterblicher Gott! Erbarme dich unser!

II.

1. Deinetwegen habe Ich Ägypten
geschlagen und seine Erstgeburt:
Und du – verraten hast du Mich
und geschlagen mit Geißeln!

2. Mein Volk, was habe Ich dir getan?
Womit nur habe Ich dich betrübt?
Antworte Mir!

1. Ich habe dich herausgeführt aus Ägypten,
den Pharao versenkt
in das Rote Meer:
und du – du hast Mich
an die Hohenpriester verraten.

2. Mein Volk, was habe Ich dir getan?
Womit nur habe Ich dich betrübt?
Antworte Mir!

1. Ich habe das Meer vor dir aufgetan:
und du – die Seite hast du mir aufgetan
mit dem Speer.

2. Mein Volk, was habe Ich dir getan?
Womit nur habe Ich dich betrübt?
Antworte Mir!

1. Ich bin einher gezogen vor dir
In der Wolkensäule:
und du – hast Mich gezogen
vor den Richterstuhl des Pilatus.

2. Mein Volk, was habe Ich dir getan?
Womit nur habe Ich dich betrübt?
Antworte Mir!

1. Ich habe dich mit Manna
genährt in der Wüste:
und du – du hast Mich in das Gesicht
geschlagen und hast Mich gegeißelt!

2. Mein Volk, was habe Ich dir getan?
Womit nur habe Ich dich betrübt?
Antworte Mir!

1. Ich habe dir aus dem Felsen
Zu trinken gegeben Wasser des Heiles:
und du – Galle und Essig hast du
Mir gegeben zum Trank!

2. Mein Volk, was habe Ich dir getan?
Womit nur habe Ich dich betrübt?
Antworte Mir!

1. Deinetwegen habe ich die Könige
Der Kananäer geschlagen:
Und du – mit dem Rohr hast du
Mich geschlagen aufs Haupt.

2. Mein Volk, was habe Ich dir getan?
Womit nur habe Ich dich betrübt?
Antworte Mir!

1. Ich habe dir
Ein königliches Szepter verliehen:
Und du – du hast Mein Haupt gekrönt
Mit einer Krone von Dornen.

2. Mein Volk, was habe Ich dir getan?
Womit nur habe Ich dich betrübt?
Antworte Mir!

1. Ich habe dich erhöht
mit großer Kraft:
und du – du hast Mich erhöht
am Holze des Kreuzes.

2. Mein Volk, was habe Ich dir getan?
Womit nur habe ich dich betrübt?
Antworte Mir!

2. Antiphon auf den Triumph des Kreuzes

V. Dein Kreuz, o Herr,
wollen tief geneigt wir verehren,
und Deine heilige Auferstehung
rühmen und preisen wir.
Seht durch das Holz des Kreuzes
ist Freude gekommen in alle Welt!

1. Der Herr sei uns gnädig
und segne uns;
2. Er lasse sein Angesicht über uns leuchten
und schenke uns Gnade

V. Dein Kreuz, o Herr,
wollen tief geneigt wir verehren,
und Deine heilige Auferstehung
rühmen und preisen wir.
Seht durch das Holz des Kreuzes
ist Freude gekommen in alle Welt!

Latein:

1. Die Improperien – Heilandsklagen

I.

V. Popule meus, quid feci tibi?
Aut in quo contristavi te?
Responde mihi!

Quia eduxi te de terra Ægypti
Parasti Crucem
Salvatori tuo?

1. Hagios o Theos.
2. Sanctus Deus.
1. Hagios ischyros.
2. Sanctus fortis.
1. Hagios athanatos, eleison himas.
2. Sanctus immortalis, miserere nobis.

V. Quia eduxi te
Per desertum quadraginta annis,
Et manna cibavi te,
Et introduxi te in terram satis bonam:
Parasti Crucem Salvatori tuo.

1. Hagios o Theos.
2. Sanctus Deus.
1. Hagios ischyros.
2. Sanctus fortis.
1. Hagios athanatos, eleison himas.
2. Sanctus immortalis, miserere nobis.

V. Quid ultra debui facere tibi,
Et non feci?
Ego quidem plantavi te
Vineam electam meam speciosissimam:
Et tu facta es mihi
Nimis amara.
Aceto namque
Sitim meam potasti:
Et lancea perforasti
Latus salvatore tuo.

1. Hagios o Theos.
2. Sanctus Deus.
1. Hagios ischyros.
2. Sanctus fortis.
1. Hagios athanatos, eleison himas.
2. Sanctus immortalis, miserere nobis.

II.

1. Ego propter te
Flagellavi Aegyptum
Cum primogenitis suis:
Et tu me flagellatum tradidisti.

2. Popule meus, quid feci tibi?
Aut in quo contristavi te?
Responde mihi!

1. Ego eduxi te de Aegypto,
Demerso Pharaone
In Mare Rubrum:
Et tu me tradidisti
Principibus sacerdotum.

2. Popule meus, quid feci tibi?
Aut in quo contristavi te?
Responde mihi!

1. Ego ante te aperui mare:
Et tu aperuisti
Lancea latus meum.

2. Popule meus, quid feci tibi?
Aut in quo contristavi te?
Responde mihi!

1. Ego ante te præivi
In columna nubis:
Et tu me duxisti
Ad prætorium Pilati.

2. Popule meus, quid feci tibi?
Aut in quo contristavi te?
Responde mihi!

1. Ego te pavi
Manna per desertum:
Et tu me cecidisti
Alapis et flagellis.

2. Popule meus, quid feci tibi?
Aut in quo contristavi te?
Responde mihi!

1. Ego te potavi
Aqua salutis de petra:
Et tu me potasti
Felle et aceto.

2. Popule meus, quid feci tibi?
Aut in quo contristavi te?
Responde mihi!

1. Ego propter te
Ckananæorum reges percussi:
Et tu percussisti
Arundine caput meum.

2. Popule meus, quid feci tibi?
Aut in quo contristavi te?
Responde mihi!

1. Ego dedi tibi
Sceptrum regale:
Et tu dedisti capiti meo
Spineam coronam.

2. Popule meus, quid feci tibi?
Aut in quo contristavi te?
Responde mihi!

1. Ego te exaltavi
Magna virtute:
Et tu me suspendisti
In patibulo Crucis.

2. Popule meus, quid feci tibi?
Aut in quo contristavi te.
Responde mihi!

2. Antiphon auf den Triumph des Kreuzes

V. Crucem tuam
adoramus, Domine,
Et sanctam resurrectionem tuam
Laudamus et glorificamus;
Ecce enim propter lignum
Venit gaudium in universo mundo.

1. Deus misereatur nostri
et benedicat nobis.
2. Illuminet vultum suum super nos
et miseratur nostri (Ps 66,2)

V. Crucem tuam
adoramus, Domine,
Et sanctam resurrectionem tuam
Laudamus et glorificamus;
Ecce enim propter lignum
Venit gaudium in universo mundo.


Hymnus auf das heilige Kreuz (Crux fidelis & Pange Lingua)

Beim Hymnus „Pange lingua“ (deutsch: „Besinge, Zunge“) handelt es sich um einen Gesang, der bei Kreuzfesten, in der Karwoche als Bestandteil des Stundengebets sowie bei der Kreuzverehrung während der Karfreitagsliturgie feierlich gesungen wird. Als sein Verfasser gilt Venantius Fortunatus (530-609), der ihn im Jahr 570 aus Anlass der Schenkung eines Kreuzpartikels durch den oströmischen Kaiser Justin II. (520-578) an die heilige Königin Radegundis (520-587) in Poitiers für deren Kloster komponierte.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=Ww-aOIQKMIc

Crux fidelis & Pange Lingua“ als Gregorianischer Choral zum Anhören

Deutsch:

V. Treues Holz, vor allem Bäumen
Einzig du an Ehren reich;
Denn an Zweigen, Blüten Früchten
Ist im Wald kein Baum dir gleich.
Süßes Holz, o süße Nägel!
Süße Last beschweret Euch.

1. Von dem lorbeerreichen Streite
Töne meiner Stimme Klang,
Auf des Kreuzes Siegeszeichen
Sing’ sie den Triumphgesang,
Wie der Weltheiland Sich opfert
Und als Lamm den Tod bezwang.
2. Treues Holz, vor allen Bäumen
Einzig du an Ehren reich;
Denn an Zweigen, Blüten, Früchten
Ist im Wald kein Baum dir gleich.

1. Trauernd ob des ersten Menschen
Überlistung, hatte Gott
Als der Biss des Sündenapfels
Uns gestürzt in Todesnot,
Schon den Baum gezeigt, der Sühnung
Für des Baumes Schulden bot.
2. Süßes Holz, o süße Nägel!
Süße Last beschweret euch.

1. In dem Werk der Menschenrettung
Tat die Weisheit jenen Zug,
Dass die Kunst verdarb die Künste
Des Verführers voll von Trug
Und von daher Heilung brachte,
Wo der Feind uns Wunden schlug.
2. Treues Holz, vor allen Bäumen
Einzig du an Ehren reich;
Denn an Zweigen, Blüten, Früchten
Ist im Wald kein Baum dir gleich.

1. Als der Zeiten heil’ge Fülle
Endlich angebrochen war,
Schickte Gott den Weltenschöpfer,
Seinen Sohn, vom Himmel dar,
Den, mit unsrem Fleisch umhüllet,
Einer Jungfrau Schoß gebar.
2. Süßes Holz, o süße Nägel!
Süße Last beschweret euch.

1. Eingeschlossen in der engen
Krippe, wimmert Er als Kind,
Da in Windeln Seine Glieder
Ihm die reine Mutter wind’t,
Gottes Hände, Gottes Füße
Schließet ein in enge Bind.
2. Treues Holz, vor allen Bäumen
Einzig du an Ehren reich;
Denn an Zweigen, Blüten, Früchten
Ist im Wald kein Baum dir gleich.

1. Aber als Er auf der Erde
Hingewandelt dreißig Jahr,
Sieh, da gibt Er als Erlöser
Willig Sich dem Tode dar,
Und das Gotteslamm als Opfer
Wird erhöht am Kreuzaltar.
2. Süßes Holz, o süße Nägel!
Süße Last beschweret euch.

1. Er erschlafft vom Gallentranke;
Durch den zarten Leib mit Wut
Bohrt man Dornen, Nägel, Lanze,
Wasser fließt heraus und Blut;
Erde, Meere, Sterne, Welten
Waschen sich in dieser Flut.
2. Treues Holz, vor allen Bäumen
Einzig du an Ehren reich;
Denn an Zweigen, Blüten, Früchten
Ist im Wald kein Baum dir gleich.

1. Neige, hoher Baum, die Äste,
Deine Fasern beug erschlafft;
Deine Härte soll verschwinden,
Die der Ursprung dir verschafft;
Deines hohen Königs Glieder
Spanne aus auf zartem Schaft.
2. Süßes Holz, o süße Nägel!
Süße Last beschweret euch.

1. Du allein warst ausersehen
Zu des Lammes Schlachtaltar,
Zu der Arche, die entrissen
Uns des Untergangs Gefahr,
Zu dem Pfosten, der vom Blute
Heil’gen Lamms bezeichnet war.
2. Treues Holz, vor allen Bäumen
Einzig du an Ehren reich;
Denn an Zweigen, Blüten, Früchten
Ist im Wald kein Baum dir gleich.

1. Ewig sei Dir Ruhm und Ehre,
Heiligste Dreifaltigkeit!
Gleich dem Vater, gleich dem Sohne,
Gleich dem Hl. Geist geweiht:
Einen in den drei Personen
Lobe alle Welt und Zeit. Amen.
2. Süßes Holz, o süße Nägel!
Süße Last beschweret euch.

Latein:

V. Ch Crux fidelis, inter omnes
Arbor una nobilis:
Nulla silva talem profert
Fronde, flore, germine.
Dulce lignum, dulces clavos,
Dulce pondus sustinet.

1. Pange, lingua,
gloriosi Lauream certaminis,
Et super Crucis trophæo
Dic triumphum nobilem:
Qualiter Redemptor orbis
Immolatus vicerit.
2. Crux fidelis, inter omnes
Arbor una nobilis:
Nulla silva talem profert
Fronde, flore, germine.

1. De parentis protoplasti
Fraude Factor condolens,
Quando pomi noxialis
In necem morsu ruit:
Ipse lignum tunc notavit,
Damna ligni ut solveret.
2. Dulce lignum, dulces clavos,
Dulce pondus sustinet.

1. Hoc opus nostrae salutis
Ordo depoposcerat:
Multiformis proditoris
Ars ut artem falleret:
Et medelam ferret inde,
Hostis unde læserat.
2. Crux fidelis, inter omnes
Arbor una nobilis:
Nulla silva talem profert
Fronde, flore, germine.

1. Quando venit ergo sacri
Plenitudo temporis,
Missus est ab arce Patris
Natus, orbis Conditor:
Atque ventre virginali
Carne amictus prodiit.
2. Dulce lignum, dulces clavos,
Dulce pondus sustinet.

1. Vagit Infans inter arcta
Conditus præsepia:
Membra pannis involuta
Virgo Mater alligat:
Et Dei manus pedesque
Stricta cingit fascia.
2. Crux fidelis, inter omnes
Arbor una nobilis:
Nulla silva talem profert
Fronde, flore, germine.

1. Lustra sex qui jam peregit,
Tempus implens corporis,
Sponte libera Redemptor
Passioni deditus,
Agnus in Crucis levatur
Immolandus stipite.
2. Dulce lignum, dulces clavos,
Dulce pondus sustinet.

1. Felle potus ecce languet:
Spina, clavi, lancea
Mite corpus perforarunt,
Unda manat et cruor:
Terra, pontus, astra, mundus,
Quo lavantur flumine!
2. Crux fidelis, inter omnes
Arbor una nobilis:
Nulla silva talem profert
Fronde, flore, germine.

1 Flecte ramos, arbor alta,
Tensa laxa viscera,
Et rigor lentescat ille,
Quem dedit nativitas:
Et superni membra Regis
Tende miti stipite.
2 Dulce lignum, dulces clavos,
Dulce pondus sustinet.

1. Sola digna tu fuisti
Ferre mundi victimam:
Atque portum praeparare
Arca mundo naufrago:
Quam sacer cruor perunxit,
Fusus Agni corpore.
2. Crux fidelis, inter omnes
Arbor una nobilis:
Nulla silva talem profert
Fronde, flore, germine.

1. Sempiterna sit beatae
Trinitati gloria:
Aequa Patri Filioque;
Par decus Paraclito:
Unius Trinique nomen
Laudet universitas. Amen.
2. Dulce lignum, dulces clavos,
Dulce pondus sustinet.


Hymnus Vexilla regis

Beim Hymnus „Vexilla regis prodeunt“ handelt es sich um einen Gesang zu Ehren des heiligen Kreuzes, der bereits im 6. Jahrhundert von Venantius Fortunatus (530–609) verfasst und das erste Mal am 19. November 569 in Poitiers als Prozessionshymnus zur feierlichen Übertragung der Kreuzreliquie gesungen wurde. Er wird traditionell im Stundengebet am Passionssonntag sowie vom Palmsonntag bis zum Karsamstag zur Vesper gesungen. Ebenfalls ist es üblich ihn am Hochfest Kreuzerhöhung zu singen. Der Hymnus wurde bis zur Reform der Karwochenliturgie 1955 durch Papst Pius XII. an Karfreitag gesungen, während das Allerheiligste zum Hochaltar gebracht wurde.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=Mm0ce0amh6s

Der Hymnus „Vexilla regis“ als Gregorianischer Choral zum Anhören

Deutsch:

Die Standarten des Königs treten vor;
es blitzt des Kreuzes Geheimnis,
eines Marterholzes,
an dem des Fleisches Gründer am Fleisch
ist aufgehängt worden!

Den Leib mit Nägeln angeheftet,
die Hände und die Füße ausgestreckt,
ward, um der Erlösung willen,
hier das Opferlamm geopfert.

Wo er überdies verwundet war
von der grausamen Spitze der Lanze,
troff er, um uns von unserer Schuld zu waschen,
von Wasser und Blut.

Erfüllt ward, was verkündet hat
David in verlässlichem Gesang,
als er den Völkern sagte:
Es herrscht vom Holze herab Gott.

Du schöner, blitzender Baum,
geschmückt mit des Königs Purpur,
erwählt von dem Spross, der würdig war,
solch heilige Glieder zu berühren.

Seliger Baum, an dessen Ästen
das Lösegeld der Welt hing,
und der, zur Waage des Körpers gemacht,
die Beute des Tartarus wegtrug.

Du verströmst Wohlgeruch aus deiner Rinde,
übertriffst Nektar an Süße,
lieblich durch deine fruchtbringende Frucht
spendest du Beifall edlem Triumph.

Sei gegrüßt, Altar, sei gegrüßt, Opferlamm
aus des Leidens Ruhm,
in dem das Leben den Tod ertrug
und durch den Tod das Leben wiedergab.

Latein:

Vexilla regis prodeunt,
fulget crucis mysterium,
quo carne carnis conditor
suspensus est patibulo.

Confixa clavis viscera
tendens manus,
vestigia
redemptionis gratia
hic immolata est hostia.

Quo vulneratus insuper
mucrone diro lanceae,
ut nos lavaret crimine,
manavit unda et sanguine.

Impleta sunt, quae concinit
David fideli carmine
dicendo nationibus:
Regnavit a ligno Deus.

Arbor decora et fulgida,
ornata regis purpura,
electa digno stipite
tam sancta membra tangere.

Beata, cuius brachiis
pretium pependit saeculi,
statera facta est corporis
praedam tulitque tartari.

Fundis aroma cortice,
vincis sapore nectare,
iucunda fructu fertili
plaudis triumpho nobili.

Salve, ara, salve, victima,
de passionis gloria,
qua vita mortem pertulit
et morte vitam reddidit.


Quellen

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Letzte Aktualisierung am 5.12.2019 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API