Anbetung

Brot ist wichtig. Freiheit ist wichtiger; am wichtigsten aber die ungebrochene Treue und die unverratene Anbetung.

Dieser Ausspruch des Jesuitenpaters Alfred Delp (1907-1945) zeigt uns die Bedeutung der Anbetung auf, die eine Form des Gebets ist und zugleich auch als höchste religiöse Handlung gilt.

Was ist die Anbetung?

Bei der Anbetung (lat. adorátio, griech. λατρεία (latreía)) handelt es sich um die betende Verehrung (lat. devotio) des dreifaltigen Gottes. Es ist eine Huldigung und Ehrerbietung vor Gott durch eine angemessene innere Haltung, Worte und Handlungen. Damit verbunden sind häufig besondere Gesten der Demut wie u.a. das Knien, die Verneigung, bestimmte Arm- und Handhaltungen, die Blickrichtung nach oben oder das Liegen.
Die Anbetung bzw. Gottesverehrung findet vor allem im Gottesdienst (Liturgie) statt, dessen wesentlicher Grund sie ist. Besonders in der stillen Anbetung kann sich der Mensch Gott gegenüber öffnen:

Die höchste Aktivität des Menschen besteht in der stillen Betrachtung der göttlichen Wirklichkeit mittels der eigenen, von der Gnade unterstützten Geisteskraft; und dies ist die Aktivität, zu der wir uns durch die Liturgie anleiten lassen sollten.

Bei der stillen Anbetung – sei es in der hl. Messe oder während der eucharistischen Anbetung – schaut uns Gott an und wir schauen ihn an. Das Ziel der Anbetung ist letztlich die gegenseitige Vereinigung. Sie ist zudem die höchste und eigentliche religiöse Handlung.


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Anbetung in der Liturgie

Besonders in der kirchlichen Liturgie haben sich unterschiedliche Gebärden und Formen der Anbetung etabliert.

Gebärden

Die Liturgie kennt die unterschiedliche Gebärden der Anbetung wie z.B.:

  • das Niederknien während der Vergegenwärtigung im Augenblick der eucharistischen Wandlung oder während der Aussetzung des allerheiligsten Altarsakraments.
  • das Liegen (prostratio perfecta) als stärkste und demütigste Gebärde in der Karfreitags- oder Weiheliturgie

Verschiedene Anbetungsformen

Im Laufe der kirchlichen Entwicklung haben sich unterschiedliche Formen der Anbetung entwickelt.


Eucharistische Anbetung

Die eucharistische Anbetung ist eine Anbetungsform in der römisch-katholischen Kirche. Dabei wird das Allerheiligste (lat. „sanctissimum“) in Form einer konsekrierten Hostie (Christus ist hier gegenwärtig) ausgesetzt, die hierzu in eine Monstranz gesetzt wird, und anbetend – mit Gebeten, Liedern und in Stille – verehrt. Den Höhepunkt und Abschluss einer solchen Aussetzung bietet immer der sakramentale Segen.

Tantum ergo:

Zum sakramentalen Segen am Ende der Aussetzung des Allerheiligsten wird traditionell der lateinische Hymnus „Tantum ergo“ gesungen. Dieser beinhaltet die letzten beiden Strophen des vom hl. Thomas von Aquin verfassten Hymnus „Pange lingua“.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=Swns4Kjzc9E

Das „Tantum ergo“ als Gesang zum Anhören

Deutsch:

Lasst uns tiefgebeugt verehren
ein so großes Sakrament.
Dieser Bund wird ewig währen,
und der alte hat ein End.
Unser Glaube soll und lehren,
was das Auge nicht erkennt.

Gott dem Vater und dem Sohne
sei Lob, Preis und Herrlichkeit
mit dem Geist auf höchstem Throne,
eine Macht und Wesenheit!
Singt in lautem Jubeltone:
Göttlicher Dreieinigkeit!
Amen.

V. Brot vom Himmel hast du ihnen gegeben.
A. Das alle Lieblichkeit in sich enthält.

Oration:
V. Lasset uns beten.
O Gott, du hast uns in dem wunderbaren Sakrament das Andenken an Dein Leiden hinterlassen;
wir bitten Dich: lass uns die heiligen Geheimnisse Deines Leibes und Blutes so verehren,
dass wir die Frucht der Erlösung allezeit in uns erfahren:
der Du lebst und herrschest von Ewigkeit zu Ewigkeit.
A. Amen.

Latein:

Tantum ergo sacramentum
veneremur cernui,
et antiquum documentum
novo cedat ritui.
praestet fides supplementum
sensuum defectui.

Genitori genitoque
laus et jubilatio.
Salus, honor, virtus quoque
sit et benedictio!
Procedenti ab utroque
compar sit laudatio!
Amen.

V. Panem de caelo praestitisti eis.
A. Omne delectamentum in se habentem

Oratio:
V. Oremus.
Deus, qui nobis sub sacramento mirabili passionis tuae memoriam reliquisti:
tribue, quaesumus, ita nos corporis et sanguinis tui sacra mysteria venerari,
ut redemptionis tuae fructum in nobis jugiter sentiamus.
Qui vivis et regnas in saecula saeculorum.
A. Amen.


vierzigstündiges Gebet /ewiges Gebet

Eine weitere Anbetungsform, die ebenfalls in der römisch-katholischen Kirche beheimatet, ist das vierzigstündige Gebet. Hierbei wird das Allerheiligste über einen Zeitraum von 40 Stunden ausgesetzt und verehrt. Die Andachtsform wird zumeist in bestimmten Ordensgemeinschaften und Gebetsgruppen praktiziert.


Ölbergandacht

Zur Liturgie am Gründonnerstag gehört die Ölbergandacht, bei der das Allerheiligste nach Mitternacht ohne irgendeine Feierlichkeit verehrt wird (auch ohne sakramentalen Segen).


Verehrung des Kreuzes

In der Karfreitagsliturgie wird das Kreuz verehrt: Dazu treten die Gläubigen in einer Prozession vor ein Kreuz, das im Altarraum aufgestellt ist, gehalten wird oder niedergelegt ist, und verehren es durch die klassischen Zeichen der Kniebeuge und des Kusses. Zunehmend üblich werden auch andere Formen der Kreuzverehrung wie das Niederlegen von Blumen.


Anbetung in der Bibel

In der Bibel wird der Akt der Anbetung mit dem griechischen Wort „proskynesis“ (zu deutsch: „Kuss auf etwas zu“) bezeichnet (vgl. Mt 4,10), was im alten Orient eine Geste der Anbetung, Ehrerbietung und Unterwerfung meinte. Dazu kniete sich ein Mensch vor dem Anzubetenden nieder und beugte den Kopf bis zur Erde oder warf sich ganz zu Boden. Mit diesem äußeren Akt der Anbetung wird Jesus als Messias von den Menschen an etlichen Stellen in der Bibel verehrt (vgl. Mt 2,11; 8,2; 9,18; 15,25; 28,9).


Gebete zur Anbetung

Mein Gott, ich glaube fest, dass Du wahrhaft und wirklich gegenwärtig bist im heiligen Sakramente des Altars. Ich bete Dich an aus dem tiefsten Grunde meines Herzens. In aller Demut, die mir möglich ist, verehre ich Deine heilige Gegenwart. Meine Seele, was für ein Trost ist es. dass wir Jesus Christus stets bei uns haben, dass wir von Herz zu Herz vertrauensvoll Zwiesprache mit ihm halten können! Nun bete ich hier auf Erden in diesem wunderbaren Sakramente Deine heilige Majestät an. Gib, Herr, dass ich sie auch einmal ewig anbeten kann im Himmel!
Amen.

Papst Benedikt XV. (1854-1922)


Ave Verum Corpus

Beim „Ave Verum Corpus“ handelt es sich um lateinisches Reimgebet aus dem Spätmittelalter, das Eingang in die kirchliche Liturgie fand. Der Verfasser ist nicht bekannt, vermutlich entstand das Gebet im 13. Jahrhundert. In der Musikgeschichte wurde das Gebet vielfach vertont, u.a. von Komponisten wie Wolfgang Amadeus Mozart, Charles Gounod, William Byrd oder Franz Liszt.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=grMyGVp2GXE

Ave Verum Corpus“ als Gregorianischer Choral zum Anhören

Deutsch:

Wahrer Leib, sei uns gegrüßet,
den Maria uns gebar;
der am Kreuz für uns gebüßt,
das Versöhnungsopfer war!
Blut und Wasser aus dir fließen,
da dein Herz durchstochen war.
Gib uns, dass wir dich genießen
in der letzten Todsgefahr!
O gütiger Jesu,
o milder Jesu,
o Jesu, du Sohn Gottes
und der Jungfrau Maria.

Latein:

Ave verum Corpus natum
de Maria Virgine:
Vere passum, immolatum
in cruce pro homine:
Cujus latus perforatum
fluxit aqua et sanguine:
Esto nobis praegustatum
mortis in examine.
O Jesu dulcis!
O Jesu pie!
O Jesu
fili Mariae.


O Gott, ich bete Dich an,
Du Weisheit, die mich erdacht,
Du Wille, der mich gewollt,
Du Macht, die mich geschaffen,
Du Gnade, die mich erhoben,
Du Stimme, die mich ruft,
Du Wort, das zu mir spricht,
Du Güte, die mich beschenkt,
Du Vorsehung, die mich leitet,
Du Barmherzigkeit, die mir vergibt,
Du Liebe, die mich umfängt,
Du Geist, der mich belebt,
Du Ruhe, die mich erfüllt,
Du Heiligkeit, die mich wandelt,
dass ich nimmer ruhe, bis ich Dich schaue.
O Gott, ich bete Dich an.

Klemens Tilmann (1904-1984)


Hochgelobt und angebetet sei ohne End, Jesus Christus im allerheiligsten Altarsakrament!


Wir beten an, dich wahres Engelbrot
dich Heiland, Herr, barmherziger großer Gott!
Heilig, heilig, heilig
du bist allzeit heilig
sei gepriesen ohne End
in dem heilgen Sakrament
Wir bitten dich, erbarm dich,
großer Gott und segne uns,
hilf uns in aller Not
Heilig, heilig, heilig
du bist allzeit heilig
sei gepriesen ohne End
in dem heilgen Sakrament.


O Flamme des Heiligen Geistes,
die du mit inniger Zärtlichkeit
das Innerste meiner Seele durchdringst und sie läuterst
durch dein beseligendes Feuer!
So groß ist deine Liebe zu mir,
dass du im ewigen Leben dich ganz mir schenken willst.
Lass mich dich in ganzer Fülle
und unaufhörlich lieben,
wie es meine Seele ersehnt.

Johannes vom Kreuz (1542-1591)


Wir beten in Ewigkeit an

Bei dem Gebet „Adoremus in aeternum“ handelt es sich um einen mittelalterlichen Hymnus zur Ehre des allerheiligsten Altarsakramentes.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=N1kuLtfJxJo

Der Hymnus „Adoremus in aeternum“ als Gregorianischer Choral zum Anhören

Deutsch:

Wir beten in Ewigkeit an das Allerheiligste Sakrament.
Lobet den Herrn, alle Stämme!
Lobet ihn alle Völker.
Weil über uns seine Barmherzigkeit bestätigt ist:
Und die Wahrheit des Herrn bleibt in Ewigkeit.
Ehre sei dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist:
Wie es war im Anfang, so auch jetzt
und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.
Wir beten in Ewigkeit an das Allerheiligste Sakrament.

Latein:

Adoremus in aeternum Sanctissimum Sacramentum.
Laudate Dominum Omnes Gentes
Laudate Eum Omnes Populi
Quoniam confirmata est super nos misericordia eius
Et veritas Domini manet in aeternum.
Gloria Patri Et Filio et Spiritui Sancto
Sicut erat in Principio et Nunc et Semper
et in saecula saeculorum. Amen.
Adoremus in aeternum Sanctissimum Sacramentum.


Siehe, o gütigster und süßester Jesus! Vor Deinem Angesichte werfe ich mich auf die Knie nieder und bitte und beschwöre Dich mit der heißesten Inbrunst meiner Seele: durchdringe mein Herz mit den lebhaftesten Gefühlen des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe und verleihe mir eine wahre Reue über meine Sünden mit dem unerschütterlichen Willen, mich zu bessern, da ich jetzt mit inniger Rührung und tiefstem Schmerz meiner Seele Deine fünf Wunden betrachte und dabei beherzige, was von Dir, o guter Jesus, der Prophet David geweissagt hat: „Sie haben meine Hände und Füße durchbohrt, sie haben alle meine Gebeine gezählt.
Papst Pius IX. (1792-1878)


Mein Herr und mein Gott,
nimm alles von mir, was mich hindert zu Dir!
Mein Herr und mein Gott,
gib alles mir, was mich fördert zu Dir!
Mein Herr und mein Gott,
nimm mich mir und gib mich ganz zu eigen Dir!

Hl. Nikolaus von der Flüe (1417-1487)


Gott, du bist im Allerheiligsten verborgen. Voll Freude komme ich jeden Abend zu dir, um dir zu
danken für die Gnaden, die du mir hast zuteil werden lassen.
Ich bitte um Vergebung für die Fehler, die ich begangen habe während des Tages, der nun
vergeht wie ein Traum. Jesus, wie glücklich wäre ich, wenn ich immer treu gewesen wäre, doch
leider bin ich am Abend oft traurig, denn ich fühle, dass ich deinen Gnaden hätte besser
entsprechen können. Wäre ich mehr eins gewesen mit dir, wäre ich liebevoller gewesenen zu
meinen Schwestern, demütiger und freier von mir selbst, fiele es mir leichter, mich mit dir zu
unterhalten.
Doch ich verliere nicht den Mut, weil ich mein Elend sehe, sondern ich komme voll Vertrauen zu
dir, denn ich denke, dass nicht die Gesunden den Arzt brauche, sondern die Kranken. Daher
flehe ich dich an, mich zu heilen und mir zu verzeihen. Ich erinnere mich, Herr, an deine Worte,
dass der, dem viel vergeben wird, auch viel lieben muss. Ich schenke dir jeden meiner
Herzschläge, mögen sie Zeichen der Liebe und der Wiedergutmachung sein, ich vereine sie mit
deinem Opfer am Kreuz. Ich flehe dich an, göttlicher Bräutigam, sei du mein Erlöser. Wirke in
mir, ohne auf meinen Widerstand zu achten, denn ich möchte nicht meinem Willen folgen,
sondern nur deinem.
Und morgen werde ich mit Hilfe deiner Gnade ein neues Leben beginnen, in dem jeder
Augenblick ein Zeichen der Liebe und Dankbarkeit sein soll. Und nachdem ich Abend für Abend
vor deinen Altar getreten bin, wird eines Tages der letzte Abend meines Lebens kommen. Dann
wird für mich der ewige Tag beginnen, der keinen Abend mehr kennt, dann werde ich an deinem
göttlichen Herzen ausruhen von allen Kämpfen dieses Herzens.

Hl. Therese von Lisieux (1873-1897)


Mein Herr Jesus Christus! Aus Liebe zu den Menschen bist Du Tag und Nacht in diesem Sakramente gegenwärtig. Du erwartest, rufst und nimmst voll Erbarmen und Liebe alle auf, die Dich hier besuchen. Ich glaube, dass Du im Sakramente des Altars gegenwärtig bist. Ich bete Dich an im Abgrund meines Nichts; ich danke Dir für alle Gnaden, die Du mir erwiesen hast, besonders dafür, dass Du Dich selbst mir in diesem Sakramente geschenkt, dass Du mir Deine heilige Mutter Maria als Fürsprecherin gegeben und dass Du mich gerufen hast, Dich in dieser Kirche zu besuchen.
So grüße ich denn heute Dein liebevolles Herz. In dreifacher Absicht möchte ich es tun: Erstens will ich Dir Dank sagen für dieses große Gnadengeschenk; zweitens will ich alle Unbilden wieder gut machen, die Dir von Deinen Feinden in diesem Sakramente zugefügt werden; drittens will ich durch diesen Besuch Dich an all den Orten der Erde anbeten, wo Du in diesem heiligen Sakramente wenig verehrt wirst und ganz verlassen bist.
Mein Jesus, ich liebe Dich aus ganzem Herzen. Es schmerzt mich, dass ich Deine unendliche Güte bisher so oft beleidigt habe. Mit Deiner Gnade nehme ich mir vor, Dich in Zukunft nie mehr zu beleidigen. Für jetzt aber schenke ich mich Dir ganz, so elend ich auch bin. Ich entsage meinem Eigenwillen, meinen Neigungen, meinen Wünschen, allem, was mein ist, und übergebe es Dir. Verfüge von heute an über mich und alles, was mir gehört, so wie es Dir gefällt! Ich suche und verlange nichts andres als Deine heilige Liebe, die Beharrlichkeit bis ans Ende und die vollkommene Erfüllung Deines Willens.
Ich empfehle Dir die Seelen im Fegfeuer, besonders die, die das heiligste Sakrament und Maria, die seligste Jungfrau, am innigsten verehrt haben. Ich empfehle Dir auch alle armen Sünder. Endlich, mein geliebter Heiland, vereinige ich alle meine Gebete mit den Gebeten Deines liebevollsten Herzens und so vereinigt opfere ich sie Deinem ewigen Vater auf und bitte Ihn in Deinem Namen, Er möge sie aus Liebe zu Dir annehmen und erhören.

Hl. Alfons Maria von Ligouri (1696-1787)


O Jesus, mein Herr und Gott, ich glaube, dass Du im heiligsten Sakrament als Gott und Mensch, mit Leib und Seele, mit Fleisch und Blut wahrhaft, wirklich und mit ganzem Wesen gegenwärtig bist. Meinen leiblichen Augen bist Du zwar verborgen, aber im Lichte des Glaubens schaue ich Dich mit den Augen des Geistes und erkenne unter der Gestalt des Brotes Deine göttliche Majestät und Herrlichkeit. – Stärke meinen Glauben, o Jesus!
Ich glaube und bekenne, dass Du in diesem Geheimnis derselbe bist, der von Ewigkeit zu Ewigkeit als einiger Gott lebt und
regiert mit dem Vater und dem Heiligen Geiste; dass Du derselbe bist, der in der Fülle der Zeiten aus Liebe zu uns vom Himmel herabgekommen und Mensch geworden ist; dass Du derselbe bist, der um unseres Heiles willen am Kreuze gestorben, aus dem Grabe wieder auferstanden und glorreich in den Himmel aufgefahren ist und dereinst kommen wird, zu richten die Lebenden und die Toten. – Stärke meinen Glauben, o Jesus!
Ich glaube, dass dieser Dein Leib wahrhaft eine Speise und Dein Blut wahrhaft ein Trank ist; dass Du mir diese himmlische Speise zur Nahrung meiner Seele und zum Unterpfand meiner künftigen Auferstehung bereitest.
In diesem Glauben, o Jesus, beuge ich meine Knie und bete Dich in tiefster Demut an als meinen Herrn und Gott, als meinen Erlöser und Seligmacher. Möchten doch alle Menschen Dich erkennen und lieben, Dich preisen und anbeten, wie die Auserwählten des Himmels, die Dich im Glanz Deiner göttlichen Majestät schauen und nicht aufhören, Dich zu loben und zu verherrlichen. Amen.
O Jesus, Du lebst in der heiligen Eucharistie, aber du schweigst. Du willst vom Tabernakel aus den Menschen Deine Güte, Deine Barmherzigkeit nicht mehr durch Worte und Wunder zeigen wie in den Tagen Deines Erdenlebens. Du möchtest aber doch, dass die Menschen Deine Liebe fühlen. Darum biete ich mich Dir an. Bediene Dich aller Glieder meines Leibes, aller Fähigkeiten meiner Seele, lass durch mich geschehen, was Du auf Erden denen getan hast, die Du liebtest!
O Jesus, Du hast in Deiner Ölbergverlassenheit und Todesangst um Trost zum himmlischen Vater gebeten. Du weißt, es gibt Seelen, die auf Erden keine Stützen, keinen Tröster haben. Sende Ihnen einen Engel, der ihnen Freude bringt!
O Jesus, Du wünschest Menschen, die von Deiner Liebe sprechen, die den Armen, Ausgestoßenen sagen, dass sie nicht verloren sind, den Mutlosen, dass sie einen Vater haben.
O Jesus, nimm mich dazu! Und damit nicht etwa Eitelkeit verderbe, was nur von Dir kommt, mache, dass ich, ohne es selbst zu wissen, Worte und Beweise der Kraft, der Liebe, des Wohlwollens und Verzeihens gebe! Jeder Tag soll mir als verloren gelten, an dem ich nicht von Deiner Güte Zeugnis gebe.
O Jesus, der Du so geduldig warst, so bereit, immer wieder die gleichen Lehren zu geben, mache mich geduldig im Anhören, geduldig im Helfen, mache mich stark, damit ich ein freundliches Wesen zeige, auch wenn mir ein Mensch lästig wird! Und wenn ich so schwach bin, meine Müdigkeit, meine Langeweile und Ungeduld zu verraten, dann gib, dass ich dies rasch durch ein liebevolles Wort wieder ausgleiche!
O Jesus, der Du mit unendlicher Zartheit auf die Gelegenheit, Gutes zu tun, gewartet hast, gib mir, dass ich die Leiden errate, die die Schüchternheit und Furcht verbergen! Gib mir, dass ich mutig helfe! Gib mir Zartgefühl, damit ich nicht verletze, sondern Öl gieße auf alle Wunden.
O Jesus, du suchst treue Ausspender für Deine Schätze und Deine Freuden. Gib mir viel, damit ich vielen gebe! Nimm meine Hände zum Heilen und Almosen verteilen: sie sollen für alle arbeiten, allen zu Hilfe kommen! Lass mich nie vergessen, dass ich zum Dienen auf Erden bin, wie Du es warst!
O Jesus, der Du die Seelen so innig liebst, dem nur die Seele etwas gilt, mag die äußere Form schön oder abstoßend, der Charakter sanft oder reizbar sein, gib, dass auch ich in meinen Begegnungen mit den Menschen nur die Seelen sehe und die Seelen suche und liebe, für die Du am Kreuze gestorben bist! Amen.


Anbetung Gold Deluxe
Anbetungsstunden: Im Kirchenjahr und für besondere Anlässe (Gemeinde Praxis)
Gregorianische Gesänge

Quellen:

  • Braun, Joseph: Liturgisches Handlexikon; Regensburg 1924.
  • Katholisches Gesangbuch GOTTESLOB (1975), Nr. 3,1
  • Kwasniewski, Peter A.: Neuanfang inmitten der Krise. Die heilige Liturgie, die traditionelle lateinische Messe und die Erneuerung der Kirche; Tremsbüttel 2017, S. 134, 170.
  • Läpple, Alfred: Kleines Lexikon des christlichen Brauchtums; Augsburg 1996, S. 63ff.
  • SCHOTT, Das vollständige Römische Messbuch, lateinisch und deutsch, 1962, Nachdruck von 1995.
  • Weigl, A.M.: Aus dem Gebetsschatz der heiligen Kirche; Altötting 171991, S. 90ff.
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Letzte Aktualisierung am 13.12.2019 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API