Agnus Dei (Lamm Gottes)

Eines der wichtigen liturgischen Gebete ist das Agnus Dei, das zum festen Bestandteil des Ordinariums im Gottesdienst gehört.

Was ist das Agnus Dei?

Beim Agnus Dei handelt es sich um ein Gebet bzw. eine Akklamation in der eucharistischen Liturgie der Westkirche, das zum feststehenden Teilen im Gottesdienst (Ordinarium) gehört und nach seinen lateinischen Anfangsworten (zu deutsch: „Lamm Gottes“) benannt wurde. Das Agnus Dei wurde im Laufe der Musikgeschichte von einer Vielzahl Komponisten wie u.a. Wolfgang Amadeus Mozart, Johann Sebastian Bach, Joseph Haydn oder Ludwig van Beethoven vertont. Außerdem ist das Agnus Dei schon seit frühchristlicher Zeit ein weit verbreitetes Symbol für Jesus Christus als „Lamm Gottes“. Dabei wird Jesus zumeist als Osterlamm, das mit einer Siegesfahne ausgestattet ist, dargestellt.


Wie ist das Agnus Dei entstanden?

Seinen Ursprung hat das Agnus-Dei-Gebet im Neuen Testament, genauer gesagt im Johannesevangelium, wo es heißt: „Seht das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt“ (Joh 1,29). Hieraus entwickelte sich im frühen Christentum das Agnus Dei zur Akklamation im Gottesdienst und ist spätestens seit dem 7. Jahrhundert ein fester Bestandteil in der westkirchlichen Liturgie.


Das Gebet als Text

Deutsch:

Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde der Welt,
erbarme dich unser.
Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde der Welt,
erbarme dich unser.
Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde der Welt,
gib uns deinen Frieden.

Latein:

Agnus Dei, qui tollis peccata mundi,
miserere nobis.
Agnus Dei, qui tollis peccata mundi,
miserere nobis.
Agnus Dei, qui tollis peccata mundi,
dona nobis pacem.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=zP3shbgF3LA

Das „Agnus Dei“ als Gregorianischer Choral zum Anhören


Ausnahme: im Requiem (Totenmesse) des außerordentlichen Ritus:

Deutsch:

Lamm Gottes, Du nimmst hinweg die Sünden der Welt,
gib ihnen die Ruhe.
Lamm Gottes, Du nimmst hinweg die Sünden der Welt,
gib ihnen die Ruhe.
Lamm Gottes, Du nimmst hinweg die Sünden der Welt,
gib ihnen die ewige Ruhe.

Latein:

Agnus Dei, qui tollis peccata mundi,
dona eis requiem.
Agnus Dei, qui tollis peccata mundi,
dona eis requiem.
Agnus Dei, qui tollis peccata mundi,
dona eis requiem sempiternam.


Das Agnus Dei in der Liturgie

Bereits seit dem 7. Jahrhundert hat das Agnus Dei in der Westkirche seinen festen Platz in der Liturgie. In der katholischen Messfeier wird es hier bis heute während der Eucharistiefeier beim Brechen des Brotes nach dem Friedensgruß gesungen oder gesprochen. Im lutherischen Gottesdienst folgt das Gebet direkt nach den Einsetzungsworten. Zudem bildet die Agnus-Dei-Akklamation auch einen Teil des Gloria, einem weiteren feststehenden Teil im Ordinarium der Heiligen Messe. Im Requiem (Totenmesse) des außerordentlichen Ritus gibt hat das Agnus Dei einen etwas veränderten Wortlaut, bei dem um die Aufnahme des Verstorbenen in die Herrlichkeit Gottes gebeten wird.
Auch außerhalb der Liturgie kommt das Agnus Dei zum Einsatz, so am z.B. am Ende von Litaneien wie der Allerheiligenlitanei oder Lauretanischen Litanei.


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Agnus Dei (Vol.1 & 2)

Quellen:

  • Braun, Joseph: Liturgisches Handlexikon; München ²1924, S. 8f.
  • Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift. Die Bibel. Studienausgabe. Psalmen und Neues Testament. Ökumenischer Text, Stuttgart 2016.
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Letzte Aktualisierung am 13.12.2019 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API